medi geht mit Puma in die Zukunft

BAYREUTH. Die Saison 2018/19 ist für medi Bayreuth nach der gestrigen Auswärtsniederlage in Braunschwieg beendet. Wir sprachen davor mit Björn Albrecht, dem Geschäftsführer des Bundesligisten.

BTSZ: Es ist noch offen, ob Raoul Korner auch in der kommenden Saison Headcoach von medi bayreuth ist. Wann kann man mit einer Entscheidung rechnen?

Björn Albrecht: Wir äußern uns nicht zu Gerüchten und positionieren uns nur zu Tatsachen. Wir haben mit Raoul Korner vereinbart, dass wir uns unmittelbar nach Saisonende zusammensetzen. Dann wird auch zeitnah eine Entscheidung fallen (Anm. der Redaktion: Eine Pressekonferenz ist für Mittwoch 15.05.2019 angesetzt). Aber natürlich sind wir in einem guten Austausch.

BTSZ: In dieser Saison wurden die Playoffs verpasst, zudem wird es in der kommenden Spielzeit mit dem europäischen Geschäft schwer. Dazu mussten zwei Spieler nachverpflichtet werden. Wie ist der Verein finanziell aufgestellt?

Björn Albrecht: Wir haben zu Saisonbeginn sehr konservativ geplant und stehen wirtschaftlich solide da. Zwei überragende Jahre mit der wirtschaftlich lukrativen Teilnahme an der Champions League liegen hinter uns, hier gab es unter anderem zusätzliche Sponsoren- und Ticketeinnahmen. Wir haben auch immer mit einem Puffer für potenzielle Nachverpflichtungen geplant. Auch wenn wir nächstes Jahr nur im nationalen Wettbewerb antreten, bekommen wir ein kleines Wachstum hin, müssen aber trotzdem auch Abstriche am Teambudget machen. Momentan werden verschiedene Planungsszenarien aufgestellt, weil es relativ lange offen sein wird, ob noch eine internationale Teilnahme – konkret geht es um den FIBA Europe Cup – möglich ist. Wenn sich die Möglichkeit anbietet, werden wir diesen Schritt gehen.

BTSZ: Mit Bastian Doreth, Andi Seiferth und Lukas Meisner haben aktuell drei Spieler einen Vertrag für die kommende Saison. Wie sieht es mit dem Rest des Teams aus?

Björn Albrecht: Nächste Woche gibt es mit jedem einzelnen Spieler Saisonabschluss-Gespräche. Dabei werden auch die individuellen Perspektiven erörtert. Das liegt in der sportlichen Verantwortung, da möchte ich nicht vorgreifen und jetzt zu einzelnen Spielern Stellung beziehen. Alles ist komplett
offen.

BTSZ: Es gab eine Unterschriftenaktion von Fans, dass De‘Mon Brooks weiter in Bayreuth bleiben soll. Können Sie den Anhängern Hoffnung machen?

Björn Albrecht: Diese Aktion zeigt den Stellenwert von De‘Mon Brooks. Er identifizeirt sich extrem mit dem Standort und ist natürlich sehr wichtig für uns. Wir wissen genau, was wir an ihm haben und es ist kein Geheimnis, dass wir uns ganz intensiv damit auseinandersetzen, ob es Sinn macht, ihn als Franchise-Player zu binden. Das hängt von der Gesamtkonstellation und natürlich auch von ihm ab. Ich kann die Aktion der Fans zu 100 Prozent nachvollziehen und finde das gut. Aber zum jetzigen Zeitpunkt kann ich dazu noch nichts sagen.

BTSZ: Sie haben am Freitag die Zusammenarbeit mit Puma als neuen Ausrüster bekanntgegeben. Wie kam es dazu?

Björn Albrecht: Es ist ein Glücksfall für uns, dass so eine große Company wie Puma sich mit uns verbindet. Eine unglaublich gute Geschichte. Ausgangsvoraussetzung war natürlich, dass sich das Unternehmen Puma überhaupt im Basketball engagiert. Vor einiger Zeit wurde diese strategische Entscheidung mit Blick auf den Kernmarkt USA getroffen. Natürlich sitzt die Company hier vor der Haustür in Herzogenaurach, man versucht das Thema Basketball hier am Standort, respektive in Deutschland und im europäischen Markt ebenfalls zu forcieren. Da lag es sehr nahe, auch mit den fränkischen Vertretern zu sprechen. Brose Bamberg hat ja auch die Partnerschaft bekanntgeben. Somit hat Puma zwei Klubs vor der Haustür, mit denen man die Produkte entwickeln kann. Es waren immer Gespräche auf Augenhöhe und wir haben bei Puma tolle Menschen kennengelernt.

BTSZ: Betrifft die Partnerschaft nur die Trikots oder die gesamte Ausrüstung?

Björn Albrecht: Puma ist ein Komplettausrüster für den ganzen Bekleidungsbereich, inklusive Schuhe. Unsere Mannschaft wird dann auch mit Puma-Schuhen ausgestattet. Zudem betrifft es die komplette Bekleidung im Fanartikel- und Merchandising-Bereich, alles was Puma liefern kann, wird mit der Marke besetzt.

BTSZ: Werden dann Ihre Artikel auch in den Sportgeschäften angeboten?

Björn Albrecht: Das kann ein Perspektivthema werden. Es ist eine langfristige Partnerschaft, daher haben wir auch viel Zeit, Dinge zu lernen, uns zu entwickeln und gerade das Basketballthema auch für Puma zu erschließen. Wir werden bewerten, was Sinn macht und was nicht. Wichtig ist, dass wir eine qualitativ hochwertige, kreative und gute Linie für den Fan an den Start bekommen.

Interview: Martin Munzert und Mirko Strässer