Veröffentlicht am 28.08.2026 09:52

Klimaanlagen noch kein Thema!

Foto: djd
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Die Sommertemperaturen steigen, Wohnungen heizen sich in Hitzeperioden auf. Werden Klimaanlagen künftig so selbstverständlich wie Heizungen? Was beim Eigenheim letztlich der Eigentümer entscheidet, ist im Sozialen Wohnungsbau eine grundsätzlich andere Frage. Hier müssen Investitionen für viele Wohnungen funktionieren und vor allem bezahlbar bleiben.

Bei den Bayreuther Wohnungsbaugesellschaften ist man von eingebauten Klimaanlagen noch ein gutes Stück entfernt. Hitzeschutz spielt bei Neubauten und Sanierungen zwar eine wachsende Rolle. Im Mittelpunkt stehen derzeit aber bauliche Lösungen – von Roll-läden, über begrünte Dächer, bis zu schattenspendenden Bäumen.

GBW setzt auf Schatten und Grün
Markus Patrick Keil, Vorstand der Gemeinnützigen Bayreuther Wohnungsbaugenossenschaft (GBW), sieht mehrere Möglichkeiten, Wohnungen vor sommerlicher Hitze zu schützen. Dazu gehören außenliegende Raffstores und Rollläden.

Auch die Architektur selbst kann helfen. Konkret nennt er ein Projekt am Stuckberg. Dort wurden auskragende Balkone so angeordnet, dass sie im Sommer die Fassade beschatten. Im Winter kann dagegen die tiefer stehende Sonne in die Wohnungen gelangen.

Hinzu kommen begrünte Dächer und Außenanlagen. Pflanzen verdunsten Wasser und können dadurch die Umgebung kühlen. Bäume dienen als natürliche Schattenspender. Auch hellere Fassadenfarben spielen eine Rolle, weil sie Sonnenlicht stärker reflektieren.

An diesen Maßnahmen will die GBW trotz des Kostendrucks festhalten. Klimaanlagen sind dagegen bislang kaum ein Thema im Bestand. Nach Angaben von Markus Patrick Keil gab es bisher lediglich eine Anfrage.

Für die Zukunft hält er allerdings eine andere technische Lösung für interessant: Wärmepumpen könnten nicht nur heizen, sondern zunehmend auch zur Kühlung genutzt werden. Entsprechende Systeme gibt es bereits.

Dabei müsse jedoch der zusätzliche Strombedarf berücksichtigt werden. Keil sieht deshalb eine Verbindung mit Photovoltaikanlagen als sinnvoll an. „Die Kühlung muss natürlich auch ökologisch erfolgen“, sagt er. Die GBW beobachte deshalb die technische Entwicklung genau.

GEWOG stattet Neubauten mit Rollos aus
Auch bei der GEWOG Wohnungsbau- und Wohnungsfürsorgegesellschaft der Stadt Bayreuth gewinnt der sommerliche Wärmeschutz an Bedeutung. Eine konkrete Konsequenz gibt es bereits: Künftige Neubauten sollen nach Angaben von Benny Balogh, Referent der Geschäftsführung, anders als bisher, in allen Räumen mit Rollos ausgestattet werden.

Zugleich will die GEWOG möglichst wenig Fläche versiegeln. Grünflächen und Fassadenbegrünungen sollen ebenfalls dazu beitragen, die Umgebung von Wohngebäuden im Sommer erträglicher zu machen.

Klassische Klimaanlagen sind dagegen derzeit nicht vorgesehen. Benny Balogh nennt dafür vor allem die hohen Kosten und technischen Anforderungen. Auch ein nachträglicher Einbau in bestehenden Gebäuden sei wegen des finanziellen und baulichen Aufwands, aktuell nicht darstellbar.

Das könnte sich langfristig ändern. „Das Thema Kühlungssysteme in Wohngebäuden ist in Deutschland noch am Anfang“, sagt Benny Balogh. Sollten längere Hitzeperioden zur Regel werden, werde die Kühlung, seiner Einschätzung nach, mittelfristig sowohl bei Neubauten als auch bei Sanierungen eine größere Rolle spielen.

Dabei setzt er auch auf technischen Fortschritt. Kühlsysteme könnten effizienter und günstiger werden. Zudem dürften staatliche Förderprogramme darüber entscheiden, ob solche Anlagen im Sozialen Wohnungsbau möglich sind.


Von Gabriele Munzert
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