Noch ist es ein Container auf einem Parkplatz in Mistelgau. In einigen Monaten soll daraus eine Bibliothek werden – für Kinder und Jugendliche in Dassa-Zoumè im westafrikanischen Benin. Bis dahin wartet auf den Bayreuther Verein IFEDE – Hilfe zur Selbsthilfe e.V. noch viel Arbeit.
Innen wird der über zwölf Meter lange High-Cube-Container derzeit für seine neue Aufgabe vorbereitet. Isolation, Strom- und Wasserleitungen, Möbel und technische Ausstattung müssen eingebaut werden. Eine Solaranlage für die Stromerzeugung ist bereits montiert. Für den Transport wird sie abgenommen und in Benin wieder installiert. Die Außenhülle des Containers darf für die Schiffsreise nicht verändert werden.
Helfer aus dem Handwerk gesucht
Für den Ausbau braucht IFEDE nicht nur finanzielle Unterstützung. Gefragt sind Menschen mit handwerklichem Geschick Schreiner, Elektriker, Installateure und andere Fachleute können sich einbringen. Auch Auszubildende von Handwerksbetrieben könnten bei dem Projekt praktische Erfahrungen sammeln. „Wir fangen peu à peu an“, sagt Ibukun Koussemou. Einige Unternehmen seien bereits dabei. Andere sollen noch gewonnen werden. Rund 20.000 Euro werden für das gesamte Vorhaben benötigt. Gesucht werden deshalb Spender ebenso wie Betriebe, die Material, Arbeitszeit oder Fachwissen beisteuern. Der Container wird vollständig in Mistelgau ausgestattet, dann wird er verschifft. Mit an Bord kommen dann auch medizinische Hilfsgüter – unter anderem Medikamente, Krankenhausbetten und ein Defibrillator.
Aus dem Transportcontainer wird eine Bibliothek
In Dassa-Zoumè beginnt für den Container sein zweites Leben. Schulbücher, Laptops und weitere Lernmaterialien sollen dort Platz finden. Die Bibliothek soll Kindern und Jugendlichen einen Ort zum Lesen, Lernen und Arbeiten bieten. Der Bedarf ist nach Einschätzung von Koussemou groß. Bei einer Reise im Februar 2026 besuchte er gemeinsam mit Dr. Jürgen Wolff, dessen Frau Elisabeth und Karl Bernet vom Defi-Netzwerk Bayreuth, mehrere Einrichtungen in Dassa-Zoumè. Dort gibt es vier Gymnasien – jedes ohne eigene Bibliothek. Ibukun Koussemou kennt die Situation vor Ort. Der gebürtige Beniner lebt heute in Bayreuth und engagiert sich seit rund 15 Jahren bei IFEDE. 2015 fungierte er als offizieller städtischer Asylkoordinator, inzwischen ist er auch Integrations-beauftragter der Stadt Bayreuth.
Im Frühjahr 2027 geht es nach Benin
Wenn der Container fertig ausgestattet ist, beginnt die Reise. Im Frühjahr 2027 wollen Ibukun Koussemou und weitere Unterstützer nach Benin reisen, um den Aufbau vor Ort zu organisieren. Die Bibliothek ist nicht das erste Projekt von IFEDE. 2025 ließ der Verein im Dorf Atinkpayé im Regierungsbezirk Akofodjoulé eine Entbindungsstation errichten. Sie verfügt unter anderem über einen Brunnen, eine Kühlanlage und Medikamente. Auch die Gehälter einer Hebamme und einer Pflegekraft werden nach Vereinsangaben durch Spenden finanziert. „Wir möchten nicht nur einem Container ein zweites Leben geben“, sagt Ibukun Koussemou. „Vor allem möchten wir Kindern und Jugendlichen neue Möglichkeiten zum Lernen und zur persönlichen Entwicklung eröffnen.“
Spenden für das Bibliotheksprojekt:
IFEDE – Hilfe zur Selbsthilfe e.V.
VR Bank Bayreuth – IBAN: DE70 7806 0896 0006 1338 86
BIC: GENODEF1H01
www.ifede.de