Bayreuth. Was für ein tolles Basketballspiel! medi bayreuth hat sich mit einem Heimsieg gegen die Telekom Baskets aus Bonn zurückgemeldet (84:78). Dazu brauchte es allerdings fünf Extraminuten. Kassius Robertson hatte schon die Chance zum Sieg, versenkte dann in der Overtime aber einen ganz wichtigen Dreier.

Doreth und Mika starten

Nach vier Niederlagen am Stück hat medi die Play-off-Plätze etwas aus den Augen verloren. Um doch noch unter die letzten Acht zu kommen, war ein Sieg am Sonntag gegen Bonn um Nate Linhart Pflicht. Der US-Amerikaner bekam bei seiner Vorstellung vor der Partie einen großen Applaus, er war in den vergangenen beiden Jahren in Oberfranken absoluter Publikumsliebling. Linhart nahm zunächst auf der Bank Platz. Die Bayreuther starteten mit Bastian Doreth, Kassius Robertson, Adonis Thomas, De’Mon Brooks und Eric Mika. Den besseren Start erwischte Bonn, das nach gut einer Minute schon mit 7:0 führte. Während die Hausherren noch keinen Rhythmus hatten, ging es bei den Gästen der Ball wieder unter den Korb zu Jackson. Gegen Ende des Abschnitts kamen die »Heroes of Tomorrow» (Feldwurfquote in Viertel eins nur 25 Prozent) besser auf, dennoch lagen sie nach zehn Minuten mit 14:19 zurück.

Der zweite Abschnitt begann gut aus Sicht der Bayreuther, Andi Seiferth glich die Partie nach Zuspiel von Kyan Anderson zum 19:19 aus. Es war nun eine ausgeglichene Begegnung, in der es hin und her ging. Die Bayreuther bekamen im zweiten Viertel das Problem, dass die beiden Big Man Mika und Seiferth bereits bei drei Fouls standen. Allerdings spielte das auf dem Feld zunächst keine Rolle, zur Pause stand es 39:39.

Duell auf Augenhöhe geht in die Verlängerung

Im dritten Viertel kassierte Mika schnell sein viertes Foul und musste länger auf die Bank. Aber auch ohne ihn spielten die Gastgeber mit sehr viel Herz und Einsatz. Allerdings konnte sich medi nicht wirklich absetzen. Im Gegenteil, nach einem Steal brachte Dileo die Bonner wieder knapp in Führung (28. Minute, 52:50). Doch die Bayreuther zeigten eine tolle Einstellung, fighteten mit der Halle im Rücken um jeden Ball. Somit gingen die Oberfranken mit einer knappen Führung in den Schlussabschnitt (55:54).

Die letzten Minuten begannen besser für die Telekom Baskets, die einen 6:0-Lauf auf die Platte legten. Bayreuth blieb fast drei Minuten ohne Punkt, ehe Lukas Meisner die Hausherren von der Freiwurflinie erlöste. Es war weiterhin eine enge Partie, in der Kleinigkeiten den Ausschlag gaben und es eng bis zum Ende blieb. Knapp zwei Minuten vor Schluss stand es 70:70. Brooks versenkte einen Dreier mit der Sirene und brachte die Halle zum kochen. Die Antwort hatte Bircevic, ebenfalls für drei (73:73). Bonn vergab, somit hatte Bayreuth mit dem letzten Angriff die Chance, das Spiel zu gewinnen. Robertson nahm die Verantwortung auf seine Schultern – und setzte einen wilden Abschluss an den Ring – Verlängerung! medi behält die Nerven In der Extrazeit übernahm Seiferth bei medi und stellte auf 77:73, Bonn ließ viele offene Würfe liegen und zeigte dann auch von der Freiwurflinie Nerven. Die Telekom Baskets erzielten vier Minuten gar keine Punkte, ehe Polas von der Linie zweifach traf. Im Gegenzug versenkte Robertson einen immens wichtigen Dreier und sorgte 36 Sekunden vor dem Ende für die Vorentscheidung zum 80:75. Da Mayo auf der Gegenseite einen Dreier kläglich vergab, machte Brooks von der Freiwurflinie alles klar. Am Ende siegten die Bayreuther mit 84:78 und meldeten sich zurück im Kampf um die Play-offs. Weiter geht es am Donnerstag zu Hause gegen Alba Berlin.

ms