Ihr zwanzigjähriges Bestehen feiern die Gärten der Begegnung am Samstag, 26. September 2026, von 14:00 bis 18:00 Uhr mit Live-Musik, einem bunten Buffet, Würstchen und Pizza – natürlich vom eigenen Grill und aus dem Lehmbackofen. Das Fest findet in den Gärten der Begegnung, Glockenstraße 32, 95447 Bayreuth, statt.
Ein besonderer Programmpunkt ist der offizielle Empfang von 15:00 bis 16:00 Uhr. Der Oberbürgermeister der Stadt Bayreuth, Dr. Andreas Zippel, wird ab 15:00 Uhr an der Jubiläumsfeier teilnehmen und ein Grußwort sprechen. Eingeladen sind außerdem Stadträtinnen und Stadträte der Stadt Bayreuth, Wegbegleiter der vergangenen zwei Jahrzehnte sowie alle Freunde, Unterstützer und Interessierten, die das Jubiläum gemeinsam mit den Gärten der Begegnung feiern möchten.
Die Gärten der Begegnung in Bayreuth wurden 2006 in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis „Runder Tisch Ausländerarbeit“ und dem Evangelischen Bildungswerk Bayreuth ins Leben gerufen. Mitinitiatorin Christel Stein war viele Jahre auch im Vorstand aktiv.
Die Gärten liegen am Rand des Stadtteils Saas in der Glockenstraße 32. Seit 2006 wird die von der Stadt Bayreuth bereitgestellte 2.750 m² große Fläche gestaltet und weiterentwickelt. Das Gelände ist in eine Gemeinschaftsfläche und einzelne Beete unterteilt. Die Gärten und ihre Veranstaltungen sind grundsätzlich für alle offen.
Die Beete können individuell gestaltet und bepflanzt werden. Hier wachsen zahlreiche Gemüse- und Kräutersorten, Blumen und Obst. Über die Jahre kamen Obstbäume, Hecken, ein Spielplatz und ein Lehmbackofen hinzu. So entstand in 20 Jahren ein vielfältiger Garten mit zahlreichen Beeten und naturnahen, wilden Ecken.
Auf inzwischen 36 Gartenparzellen gärtnern Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte, Geflüchtete, Zugezogene und Studierende gemeinsam. Dabei kommen Menschen ins Gespräch und lernen unterschiedliche Lebensweisen und kulturelle Erfahrungen kennen. Die Gärtner:innen bringen nicht nur Samen und Pflanzen, sondern auch Wissen, Erfahrungen und Traditionen aus verschiedenen Regionen der Welt mit. So wachsen nicht nur Pflanzen, sondern auch Freundschaften. Stück für Stück sind die Gärten zu einem lebendigen interkulturellen Begegnungsort geworden.
Im Laufe der Jahre wurden viele gemeinschaftliche Bauprojekte realisiert. Dazu gehören eine Gartenhütte für Arbeitsgeräte und ein Toilettenhaus mit Wasserversorgung. Regenwassernutzung und Kompostierung ermöglichen ein ressourcenschonendes und naturnahes Gärtnern.
Für unterschiedliche Bedürfnisse und Altersgruppen entstanden Hochbeete, die auch älteren Menschen rückenschonendes Gärtnern ermöglichen. Ein Weidenhaus lädt zum Erholen ein. Lehmbackofen und Grill bieten Gelegenheit für gemeinsames Kochen und Essen. Zuletzt konnte eine Außenküche mit solarer Warmwasserversorgung realisiert werden.
Auch für Kinder gibt es viel zu entdecken: Sandkasten, Balancierelement und Rutsche schaffen Raum zum Spielen und Zusammenkommen. Ein Wildbienenstand und Vogelnistkästen fördern zudem die Artenvielfalt und machen den Garten zu einem Lebensraum für zahlreiche Insekten und andere Tiere.
Neben regelmäßigen Gartentreffen zur Pflege der Gemeinschaftsflächen gibt es ein festes Jahresprogramm mit offenen Veranstaltungen. Dazu gehören Sommer- und Herbstfeste sowie im August ein Open-Air-Kino. In den Herbst- und Wintermonaten ziehen die Gärtner:innen ins Gemeindehaus der benachbarten Kirche. Dort finden ein interkultureller Kochabend und ein Adventsfrühstück statt.
Auch außerhalb der Veranstaltungen steht der Garten Spaziergänger:innen zur Erholung und Naturerfahrung offen. Feste und Konzerte locken im Laufe des Jahres immer wieder Besucher:innen in die Gärten und schaffen Gelegenheiten zum Kennenlernen und Austausch.
Durch die Vernetzung mit zahlreichen Initiativen ist in den vergangenen 20 Jahren ein vielseitiges Veranstaltungsprogramm entstanden. Dazu gehören Umweltbildungsprojekte zu Themen wie Terra Preta, Balkongärtnern, Kräutersmoothies, Kochen mit dem Solarkocher, Fermentieren und Obstbaumschnitt. Hinzu kamen fachliche Austausche mit anderen interkulturellen Gärten in Nordbayern sowie Feste rund um Holunder, Pfefferminze, Kürbis und Äpfel.
Auch kreative und kulturelle Angebote gehören seit vielen Jahren zum Programm: Mal-, Batik- und Bastelaktionen, Puppentheater, Konzerte mit Singer-Songwritern und Bands sowie das Open-Air-Kino, das in Kooperation mit Kino ist Programm e.V. veranstaltet wird, bringen unterschiedliche Menschen zusammen und machen den Garten zu einem lebendigen Ort der Begegnung.
Im Mai 2024 war der Verein Träger der Ausstellung „Every Seed is a Longing“ in der Ausstellungshalle im Neuen Rathaus Bayreuth. Aus interdisziplinärer Perspektive beleuchtete die Ausstellung, wie Menschen Pflanzen wahrnehmen, nutzen und kulturell verarbeiten. Die Gärten waren dabei auch Veranstaltungsort für das Frühlingsfest Hıdrellez.
Der Garten wird zudem von verschiedenen Gruppen genutzt, etwa von Kindergruppen aus der nahegelegenen Unterkunft für Geflüchtete mit ihren ehrenamtlichen Betreuer:innen von Bunt statt Braun. Auch KidsEmpowerment – eine Spielgruppe für Schwarze, Indigene und Kinder of Color und ihre Familien –, der Aufstrichzirkel sowie neuerdings die Deutsch-Ukrainische Gesellschaft UA Bayreuth e.V. sind im Garten zu Gast.
Die interkulturellen Veranstaltungen und Begegnungsangebote der Gärten der Begegnung sind damit seit vielen Jahren ein fester Bestandteil der gelebten Integrationskultur in Stadt und Landkreis Bayreuth.
Im November 2018 zeichnete die Deutsche Umwelthilfe (DUH) die Gärten der Begegnung in Bayreuth als „Garten der Integration 2018“ aus. Der Umwelt- und Verbraucherschutzverband würdigte damit das langjährige Engagement des Vereins für interkulturelle Begegnungen und ein wertschätzendes Miteinander über die Grenzen des Gartens hinaus.
Der Wettbewerb „Garten der Integration“ wurde innerhalb des Sonderprogramms „Umwelt und Geflüchtete“ von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) fachlich und finanziell gefördert.
Weitere Infos unter: www.gaertenderbegegnung-bayreuth.de