Veröffentlicht am 03.11.2026 08:45

Warum ist die Einweihung geplatzt?

Pünktlich zum Start des neuen Schuljahres Mitte September sollte der Unterricht für die ersten Schülerinnen und Schüler in der neuen Staatlichen Berufsschule I beginnen. (Foto: Stadt Bayreuth)
Pünktlich zum Start des neuen Schuljahres Mitte September sollte der Unterricht für die ersten Schülerinnen und Schüler in der neuen Staatlichen Berufsschule I beginnen. (Foto: Stadt Bayreuth)
Pünktlich zum Start des neuen Schuljahres Mitte September sollte der Unterricht für die ersten Schülerinnen und Schüler in der neuen Staatlichen Berufsschule I beginnen. (Foto: Stadt Bayreuth)
Pünktlich zum Start des neuen Schuljahres Mitte September sollte der Unterricht für die ersten Schülerinnen und Schüler in der neuen Staatlichen Berufsschule I beginnen. (Foto: Stadt Bayreuth)
Pünktlich zum Start des neuen Schuljahres Mitte September sollte der Unterricht für die ersten Schülerinnen und Schüler in der neuen Staatlichen Berufsschule I beginnen. (Foto: Stadt Bayreuth)

BAYREUTH.Warum musste die Einweihung des ersten Bauabschnitts der Staatlichen Berufsschule I kurzfristig abgesagt werden? Die Fraktionsgemeinschaft Grüne und Linke fordert von der Stadt Bayreuth Antworten zu den Bauverzögerungen und möglichen Mehrkosten.

Die Stadträte Sabine Steininger und Ulf Boderius wollen mit einem Antrag klären, seit wann die Probleme bekannt waren, welche Gegenmaßnahmen ergriffen wurden und weshalb die Fraktionen nicht früher informiert wurden.

Die Stadt hatte die bereits angekündigte Einweihung Staatlichen Berufsschule I kurzfristig abgesagt. Als Gründe wurden nicht fertiggestellte Arbeiten, eine mangelhafte Koordination der Planer und unzureichende Leistungen einzelner Fachfirmen genannt. Insbesondere die Werkstätten seien noch nicht in dem Zustand, den die Stadt für eine offizielle Einweihung voraussetzt.

Ein Blick zurück:
Noch im Stadtentwicklungsausschuss am 14. Juli 2026 hatte der Projektsteuerer laut Ulf Boderius erklärt, der erste Bauabschnitt sei nahezu abgeschlossen. Der Zeitplan sei zwar angespannt, grundsätzlich laufe das Projekt aber gut. Von größeren Schwierigkeiten war damals offenbar keine Rede.

Die Grünen wollen deshalb wissen, wie es zu den Problemen kommen konnte. Auch weil derselbe Projektsteuerer beim nächsten Millionen-projekt, der Sanierung und dem Ersatzneubau des Richard-Wagner-Gymnasiums, eingesetzt wird.

Mit Gesamtkosten von rund 132 Millionen Euro ist der Neubau der Berufsschule das größte Bauprojekt der Stadt. Allein der erste Bauabschnitt kostet 68,1 Millionen Euro. Das Gesamtprojekt soll bis Ende 2029 abgeschlossen sein.

Bereits in einer Pressemitteilung vom August 2026 hatte die Stadt auf die aufwändigen Vergabeverfahren bei diesem Großprojekt hingewiesen. Eva-Maria Molitor, Juristin und zuständig für Ausschreibungen im städtischen Hochbauamt, erläuterte damals, dass jedes Gewerk einzeln ausgeschrieben werden müsse – vom Rohbau über die Haustechnik bis zur Ausstattung der Klassenzimmer und Werkstätten. Weil der Gesamtauftragswert für Bauleistungen die damals maßgebliche EU-Schwelle von 5,4 Millionen Euro übersteige, müssten mindestens 80 Prozent des Auftragswerts europaweit ausgeschrieben werden.

Gesetzliche Fristen könnten die Bauzeit verlängern. Besonders zeitaufwändig werde es, wenn Verträge mit Firmen aufgelöst und Leistungen neu ausgeschrieben werden müssten. Fehler bei Vergaben könnten zudem Fördermittel gefährden. Ob solche Probleme bei der aktuellen Verzögerung eine Rolle spielen, ist nicht bekannt. Ob die Verzögerungen zusätzliche Kosten verursachen oder den weiteren Zeitplan gefährden, ist bislang unklar.

Trotz allem bezeichnet die Vergabestelle im Rathaus das Vorgehen als in Ordnung. Regionale Unternehmen erhielten diesem Verfahren die Möglichkeit, Angebote abzugeben, was unter anderem die lokale Wertschöpfung stärkt, heißt es in einer Pressemeldung. Die Einweihung soll nachgeholt werden.

Die Frage, wie Bayreuth seine weiteren Großbaustellen im Griff hat, bleibt.


Von Gabriele Munzert
north