BAYREUTH.Im Bayreuther Rathaus erfolgen Personalentscheidungen, eine Neuordnung der Verwaltungist angekündigt. Wer folgt auf die ausgeschiedene Kultur- und Wirtschaftsreferentin Eva Christina Bär? Wird es künftig wieder einen eigenständigen Kulturreferenten geben? Und wo wird die Wirtschaftsförderung angesiedelt? Auf Anfrage dieser Redaktion erklärte die Stadt, dass zunächst die strategische Neuordnung der Verwaltung geklärt werden solle. Erst danach werde man die Nachfolge-Suche aufnehmen. In Kürze wolle man die Öffentlichkeit über das genaue Vorgehen, informieren.
Die CSU/DU-Fraktion hat schon nachgedacht und stellt sich eine grundsätzliche Änderung folggerndermaßen vor: Die Fachreferate sollen künftig überwiegend von berufsmäßigen Stadträten geleitet werden. Diese werden vom Stadtrat gewählt, verfügen über weitergehende Mitwirkungsrechte in den kommunalen Gremien und haben eine besondere beamtenrechtliche Stellung. Damit sind auch höhere Personalkosten verbunden. In einer Stadt, die angesichts ihrer finanziellen Situation sparen muss, ist das keine Nebensache.
Doch wie kann die Aufwertung umgesetzt werden? Sollen sämtliche bisherigen Referatsleitungen zu berufsmäßigen Stadträten werden oder nur künftig frei werdende Positionen entsprechend besetzt? Im zweiten Fall entstünde eine Führungsstruktur mit unterschiedlichem Status, unterschiedlichen Kompetenzen und möglicherweise unterschiedlicher Bezahlung. Eine Stärkung der Referatsleitungen bedeutet zugleich eine veränderte Verteilung von Verantwortung und Einfluss innerhalb des Rathauses.
Dass es in der Verwaltung deutlichen Verbesserungsbedarf gibt, zeigte zuletzt das Festspieljubiläum. Eine zwischenzeitliche Finanzierungslücke von rund 344.000 Euro, fehlerhafte Fördermittelplanungen und mangelhafte Abstimmungen führten zu kurzfristigen Veranstaltungsabsagen. Das unabhängige Rechnungsprüfungsamt stellte organisatorische Schwächen fest.
Wie konnte es dazu kommen? Waren einzelne Verantwortliche mit ihren Aufgaben überfordert? Fehlte es an fachlicher Kompetenz, klaren Zuständigkeiten oder ausreichender Kontrolle? Der Prüfbericht belegt organisatorische Defizite, beantwortet aber nicht die Frage nach möglichen persönlichen Versäumnissen. Der eröffentlichte Prüfungsbericht gibt keine Antworten auf Fragen wie: Wer hatte die Gesamtverantwortung für die Budgetüberwachung und warum fiel die doppelte Berücksichtigung der Fördergelder nicht früher auf?
Oberbürgermeister Andreas Zippel muss nun zeigen, wie er sich eine effektive Verwaltungsstrukturvorstellt.