Gruselige Kürbisse, leuchtende Grabkerzen und stille Gebete: Ende Oktober und Anfang November treffen drei unterschiedliche Traditionen aufeinander. Halloween am Samstag, 31. Oktober, Allerheiligen am Sonntag, 01. November, und Allerseelen am Montag, 02. November, haben eines gemeinsam: Sie beschäftigen sich mit Tod und Vergänglichkeit.
Halloween: Geister und Kürbisse
Halloween hat seine Wurzeln unter anderem in irischen Traditionen. Häufig wird das Fest mit dem keltischen Samhain in Verbindung gebracht, das den Übergang zum Winter markierte. Der Überlieferung nach galt die Grenze zwischen Lebenden und Toten damals als besonders durchlässig. Irische Auswanderer brachten ihre Bräuche nach Amerika, wo sich Halloween zum heutigen Gruselfest entwickelte. In Deutschland gehören verkleidete Kinder, „Süßes oder Saures“ und geschnitzte Kürbisse seit den 1990er-Jahren zunehmend zum Herbst. Neben den leckeren Speisekürbissen begeistern Zierkürbisse, die extra als Dekoration gezüchtet werden und nicht essbar sind. Die Auswahl ist riesig. Unversehrt bleiben Zierkürbisse oft mehrere Monate schön.
Reformationstag: Erinnerung an Martin Luther
Die evangelische Christen begehen am 31. Oktober mit dem Reformationstag einen besonderen Gedenktag Er erinnert an Martin Luther, der 1517 seine 95 Thesen gegen den Ablasshandel veröffentlichte und damit die Reformation anstieß. Der Tag steht für die Erneuerung der Kirche und die Bedeutung des Glaubens. In Bayern ist er kein gesetzlicher Feiertag.
Allerheiligen: Ein Tag der Erinnerung
Beim Hochfest am 01. November gedenkt die Katholische Kirche aller Heiligen, auch jener, die nicht offiziell heiliggesprochen wurden. Die Ursprünge reichen bis in die frühe Christenheit zurück. Zunächst gedachte man besonders der Märtyrer, die wegen ihres Glaubens gestorben waren. In Bayern ist Allerheiligen ein gesetzlicher Feiertag. Traditionell besuchen viele Familien die Friedhöfe, schmücken Gräber mit Blumen und entzünden Kerzen. Häufig finden Gottesdienste und Gräbersegnungen statt. Das Kerzenlicht symbolisiert die Hoffnung auf Auferstehung und ewiges Leben.
Allerseelen: Gedenken an Verstorbene
Allerseelen am 02. November ist ausdrücklich den Verstorbenen gewidmet. Der Gedenktag geht auf Abt Odilo von Cluny zurück, der ihn 998 in seinen Klöstern einführte. Gebete, Gottesdienste und Grablichter, prägen das katholische Brauchtum. Nach katholischer Glaubensvorstellung können die Lebenden durch Gebete und Fürbitten mit den Verstorbenen verbunden bleiben. Früher gehörte in Teilen Bayerns auch das Verschenken von Seelengebäck dazu. Allerseelen ist kein gesetzlicher Feiertag.
So unterschiedlich die Bräuche sind, verbindet sie doch ein Gedanke: die Erinnerung an Vergangenes und der Umgang mit der Endlichkeit des Lebens.