Mit Startups4State wird an der Universität Bayreuth ein Konsortialprojekt gefördert, das Brücken zwischen Digital-Startups und öffentlicher Verwaltung baut – für eine moderne, digitale Staatsverwaltung. Das Projekt wird vom Bayerischen Forschungsinstitut für Digitale Transformation (bidt) der Bayerischen Akademie der Wissenschaften mit knapp 950.000 Euro über drei Jahre gefördert.
Öffentliche Verwaltung durch Digitalisierung moderner, agiler und bürgerzentrierter gestalten und gleichzeitig Digital-Startups erfolgreicher machen: Das ist das Ziel des Projekts Startups4State, das seit März 2026 an der Universität Bayreuth läuft. Gefördert vom bidt kooperieren im Forschungsprojekt drei Bayreuther Professorinnen und Professoren in einer interdisziplinären Synergie für eine digitale Staatsverwaltung.
„In der Zusammenarbeit zwischen öffentlicher Verwaltung und Digital-Startups bestehen noch viele strukturelle und kulturelle Hürden. Verwaltungen müssen vor allem rechtskonform, risikoarm und bürgerorientiert handeln, während Start-ups schnell innovative digitale Lösungen entwickeln und flexibel auf neue Anforderungen reagieren können. Gerade diese unterschiedlichen Stärken machen Kooperationen anspruchsvoll, zeigen aber zugleich, welches Potenzial entsteht, wenn beide Seiten ihre Perspektiven und Kompetenzen zusammenbringen“, sagt Prof. Dr. Anna Maria Oberländer, Juniorprofessorin für Wirtschaftsinformatik und Digitale Transformation an der Universität Bayreuth und eine der Initiatorinnen des Forschungsprojekts. Gemeinsam mit Prof. Dr. Matthias Baum (Inhaber des Lehrstuhls BWL XVI – Entrepreneurship und digitale Geschäftsmodelle) sowie Prof. Dr. Christoph Krönke Lieb (Inhaber des Lehrstuhls für Öffentliches Recht, Wirtschaftsverwaltungsrecht, Nachhaltigkeits- und Technologierecht) wird Oberländer zunächst systematische Bedürfnisse sowie sozio-technische, unternehmerische und juristische Anforderungen aus Verwaltung und Digital-Startups analysieren und daraus praxisnahe Werkzeuge zur Förderung erfolgreicher Startup-Staat-Kooperationen entwickeln.
„Wir setzen dabei auf wissenschaftlich fundierte, interdisziplinäre Ansätze, die den Innovationsbedarf der öffentlichen Verwaltung und die Wachstumsziele der Digital-Startups adressieren und die digitale Transformation beschleunigen. Damit errichtet das Projekt ein dauerhaftes Fundament für eine moderne, innovative öffentliche Verwaltung und die Stärkung von Digital-Startups in Bayern und Deutschland“, sagt Baum.
Zentraler Bestandteil des Projekts ist die Begleitung konkreter Pilotkooperationen innerhalb einer Regulatory Sandbox: einem geschützten Raum, in dem die Kooperationspartner neue Technologien vor einem offiziellen Launch auf die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben sowie auf die eigenen Anforderungen testen können. „Diese realen Erprobungsräume ermöglichen es, Innovationsvorhaben gemeinsam mit Partnern aus Verwaltung und Startups unter realistischen Bedingungen umzusetzen, Hindernisse unmittelbar sichtbar zu machen und wirksame Lösungsansätze abzuleiten“, so Krönke Lieb. Das interdisziplinäre Konsortium der Universität Bayreuth, das Wirtschaftsinformatik, Entrepreneurship und Recht vereint, bildet dabei das Bindeglied zwischen den öffentlichen Einrichtungen und Digital-Startups. Startups4State macht mit der Universität Bayreuth als zentralen Innovationspartner somit einen entscheidenden Schritt hin zu einer leistungsfähigen und modernen Staatsverwaltung.