Sport in Bayreuth: Das Vereinsleben läuft wieder an

HOLLFELD. Die Corona-Lockerungen der Bayerischen Staatsregierung machen auf dem Sportgelände des ASV Hollfeld wieder ein halbwegs normales Vereinsleben möglich. Insgesamt hat der rund 420 Mitglieder zählende Verein die Pandemie den Umständen entsprechend gut überstanden.

Vorsitzender Hans-Peter Härtl erklärte im Gespräch mit der Bayreuther Sonntagszeitung, dass der Erlös von rund 7.000 Euro aus dem im Sommer 2019 auf dem ASV-Sportgelände stattgefundenen Rahmenprogramm der BR-Radltour für den Verein eine zur Bewältigung der Pandemie wichtige Einnahme war. „Eigentlich hatten wir den Verein mit Unterstützung vieler Mitglieder und insbesondere den beiden Vorstandsmitglieder Monika und Jürgen Krauß nach den Wirren im Anschluss an die Bayern- und Landesligajahre erst wieder auf finanziell solide Beine gestellt, als Corona im März 2020 zuschlug. Das Programm des 120-jährigen Vereinsjubiläums mit der Schirmherrschaft von Innenminister Joachim Herrmann und Gastspielen der FCN-Oldies, der SpVgg Bayreuth und Eintracht Bamberg stand. Alles musste verschoben werden und findet jetzt voraussichtlich 2022 statt. Der Spielbetrieb ruhte von März bis September. Dann durften einige wenige Spiele stattfinden und schließlich war dann von November 2020 bis Ende Mai 2021 wieder Schluss, die Saison wurde letztlich abgebrochen. Traditionsveranstaltungen wie die Kerwa im Sportheim oder die Rallye Fränkische Schweiz mussten abgesagt werden. Letztlich konnten wir das Jahr 2020 finanziell mit einem blauen Auge abschließen, vor allem auch, weil 90 Prozent unserer Partner und Sponsoren ihren Verpflichtungen trotz Pandemie nachkamen“.

Anzeige

Der Betrieb im Sportheim ruhte, das Nebenzimmer wurde aber jetzt im Frühjahr von der 12. Klasse der Gesamtschule genutzt. Die erste und zweite Mannschaft hielten sich in der Lockdownzeit mit Individualtraining so gut es ging fit. Jetzt läuft die Vorbereitung auf die voraussichtlich Ende Juli startende neue Saison. Die Spieler und Trainer Jochen Hollfelder sind geblieben und wollen mit hoher Motivation in der Kreisklasse vorne mitspielen. Auch für den Totopokal-Wettbewerb wurde das Team angemeldet. Wichtig waren für den Verein auch die Einnahmen aus zwei Altpapiersammlungen, die im vergangenen Jahr noch durchgeführt wurden. In den vergangenen Wochen wurde im Rahmen der Hygienerichtlinien das Sportgelände durch Thomas Bornschlegel, Michael Will, Bertold Schütz und weitere Helfer auf Vordermann gebracht.

Im Jugendbereich ist der ASV in Spielgemeinschaften mit insgesamt zehn Teams am Start. Zusammen mit den Akteuren aus den Nachbarvereinen kicken rund 180 Jugendliche, etwa 80 sind Mitglied beim ASV. „Die Jugendleitung mit Holger Lube an der Spitze hat den Kontakt online zu den Kindern und Jugendlichen gehalten. Noch muss exakt eruiert werden, aber wir rechnen mit einem Mitgliederschwund von 15 Prozent im Nachwuchsbereich“. Bei den Erwachsenen gab es keine pandemiebedingten Austritte.

„Es ist einfach wichtig, dass sich die Kinder und Jugendlichen jetzt wieder bewegen und Spaß haben können“, erklärt Hans-Peter Härtl, der selbst als Sportlehrer an der Gesamtschule arbeitet. „Ich hoffe, dass die Profivereine, die auch in der Pandemie weiterspielen durften und Millionengewinne scheffelten, sich auf ihre Basis besinnen und einen Fonds für in Not geratene Amateurvereine auflegen. Ein Miteinander ist auch hier der Schlüssel zum Erfolg“, so Hans-Peter Härtl. An Wirtschaftshilfen erhielt der ASV im vergangenen Jahr nichts, da zu gut gewirtschaftet wurde, eine Auszahlung für 2021 ist noch offen. „Wir hoffen jetzt, dass die Inzidenzen niedrig bleiben und wir unsere Spiele und Veranstaltungen wieder abhalten können“, so der Vorsitzende.

rs