BAYREUTH.Neben der Kinderoper – gezeigt wird in diesem Jahr „Der Ring des Nibelungen“ in einer rund zweistündigen Fassung – setzen die Bayreuther Festspiele in diesem Sommer verstärkt auf Musikvermittlung. Mit einem eigens entwickelten Education-Konzept, möchte der Pädagoge und Musikvermittler Seraphin Feuchte Kinder und Familien spielerisch an die Werke Richard Wagners heranführen – unabhängig von Alter, Sprache oder bisherigen Opernerfahrungen.
Unsere Redaktion traf Seraphin Feuchte direkt neben dem Festspielhaus. Dort wächst derzeit das „Kleine Festspielhaus“ heran. Noch besteht es aus einem Stahlgerüst, das demnächst mit einer Hülle verkleidet wird, die der Fassade des großen Festspielhauses nachempfunden ist.
Im Inneren werden 199 Besucher Platz finden. Dank der ansteigenden Tribüne sei die Sicht von allen Plätzen aus gleich gut, erläutert Seraphin Feuchte. Auch an die Barrierefreiheit wurde gedacht: Eine Rollstuhlrampe und breite Zugänge sollen allen Besuchern die Teilnahme ermöglichen.
Rund um die Kinderoper entsteht zudem ein familienfreundlicher Escape-Raum zum „Ring des Nibelungen“. Anders als bei klassischen Escape-Rooms wird dabei nichts abgeschlossen oder vollständig verdunkelt. Familien und Festspielbesucher lösen verschiedene Rätsel und Knobelaufgaben rund um Wagners Werk.
Ziel ist es, am Ende das Rheingold zu befreien. Auf die Teilnehmer wartet zudem eine kleine Über-raschung: Das Angebot richtet sich nicht nur an Familien, sondern auch an Festspielgäste, die während der Pausen einen spielerischen Zugang zu Wagners „Ring“ finden möchten.
Ein weiterer Schwerpunkt sind Mitmachformate. Seraphin Feuchte setzt dabei auf spielerische Vermittlung: Kinder hören nicht nur zu, sondern werden selbst aktiv Teil der Handlung. In Workshops können Schulklassen Opernszenen nachspielen, Figuren kennenlernen und die
Musik unmittelbar erleben. Gerade dadurch sollen auch Kinder erreicht werden, die bislang
kaum Berührung mit Opern hatten.
Diese Formate finden nicht nur auf dem Grünen Hügel statt.
Seraphin Feuchte ist bereits in Schulen und Kindergärten unterwegs, wo die Projekte direkt vor Ort angeboten werden. Manche Programme richten sich an ganze Schulklassen; auch mehrere Klassen können gemeinsam teilnehmen. Am Ende steht häufig eine kleine Aufführung – oftmals ohne Worte und damit ohne Sprachbarrieren, bei der die Kinder zeigen, was sie zuvor erarbeitet haben.
Hinzu kommen Ferienprogramme. Geplant sind unter anderem Comic-Workshops, Puppenbaukurse und weitere kreative Angebote rund um Wagner. Musikvermittlung soll dabei nicht wie Unterricht wirken, sondern als gemeinschaftliches Erlebnis erfahrbar werden.
Das Interesse ist groß. Mehr als 200 Anfragen sind eingegangen. Für einige Angebote gibt es jedoch weiterhin freie Plätze.
Zahlreiche Veranstaltungen sind kostenlos oder sehr günstig.
Für bestimmte, besonders aufwändige Schulformate, fällt ein Teilnehmerbeitrag von 100 Euro an.
Informationen zu freien Terminen, Tickets und Buchungsmöglichkeiten werden im Bereich „Education“ auf der Website der Bayreuther Festspiele veröffentlicht. Dort finden Interessierte auch Informationen zur Kinderoper sowie Anmeldeformulare für weitere Angebote.
Kostenfreie Familienworkshops: Sonntag, 21. Juni: Kleines Festspielhaus.
11 bis 12.30 Uhr: Der fliegende Holländer
14.30 bis 16 Uhr: Der Ring des Nibelungen
Teilnehmen können Kinder und Eltern, die Lust haben, eine spielerische Rolle zu übernehmen.