Bayern ist das sicherste Bundesland. Das sagte Innenminister Joachim Herrmann bei einer Veranstaltung des Bayreuther Landtagsabgeordneten Franc Dierl im Kulturquartier Bayreuth. Seit Jahren liegt der Freistaat bei der Zahl der Straftaten pro 100.000 Einwohner bundesweit an der Spitze – mit der niedrigsten Kriminalitätsrate. Ein Grund zum Ausruhen sei das nicht, betonte Herrmann.
Unter dem Motto „Ohne Sicherheit geht nichts!“ hatte Dierl Experten eingeladen. Themen waren der Schutz öffentlicher Veranstaltungen, Cyberangriffe und neue Bedrohungslagen. Sicherheit sei nicht nur Aufgabe von Polizei und Rettungsdiensten, sagte Dierl. Auch Staat, Kommunen, Ehrenamt und Bürger seien gefordert.
Herrmann erklärte, die bayerische Polizei sei personell und technisch gut aufgestellt. Gleichzeitig verschwimmen die Grenzen zwischen innerer und äußerer Sicherheit. Täglich gebe es tausende Cyberangriffe auf Unternehmen und staatliche Infrastruktur, vor allem aus dem Ausland.
Auf mögliche Stromausfälle sei Bayern vorbereitet. Sicherheitsbehörden verfügen über Notstromaggregate. Weitere Geräte werden für Städte und Landkreise angeschafft. „Wir sind auf einem guten Weg, aber noch nicht am Ziel“, so Herrmann. Er rief die Bevölkerung zur Eigenvorsorge auf.
Kreisbrandrat Hermann Schreck beklagte fehlenden Respekt gegenüber Einsatzkräften. Die Zahl von Angriffen und Diebstählen an Einsatzfahrzeugen nehme zu. Viele Ehrenamtliche seien frustriert.
Polizeipräsident Amin Schmelzer berichtete von gefährlicheren Einsätzen. Selbst Routinefälle könnten eskalieren. Die Polizei müsse robuster auftreten und stärker präsent sein. Gleichzeitig sei die Region wegen niedriger Kriminalität und hoher Aufklärungsquote sehr sicher.
Lars Peetz von der Hochschule für den öffentlichen Dienst in Hof sieht Probleme bei der Nachwuchsgewinnung. Behörden müssten ihre Arbeit besser erklären und für Sicherheitsthemen sensibilisieren.
Die Caritas-Sozialpädagogin Dolores Longares-Bäumler lenkte den Blick auf Gewalt im privaten Umfeld. Familie sei weiterhin der häufigste Tatort. Sie rief dazu auf, nicht wegzusehen.
Zum Abschluss sagte Herrmann, Abschiebungen straffälliger Asylbewerber hätten Priorität. Rechtliche Grenzen blieben jedoch bestehen. Die Zahl der Abschiebungen sei 2025 um rund 25 Prozent gestiegen. Bayern gehe dabei konsequenter vor als andere Länder.