Das beliebte Sommernachtsfest in der Eremitage fällt auch in diesem Jahr aus. Das teilte die Bayreuth Marketing & Tourismus GmbH (BMTG) mit. Grund sei diesmal nicht der Ticketverkauf, sondern das volle Veranstaltungsjahr rund um 150 Jahre Wagner-Festspiele. Damit erlebt die traditionsreiche Veranstaltung einen erneuten Rückschlag. Nach den pandemiebedingten Ausfällen 2020 und 2021, musste auch 2025 das Fest abgesagt werden, als die BMTG sich gezwungen sah, frühzeitig die Reißleine zu ziehen, aufgrund von zu schwachen Ticketverkäufen. „Unser Ziel ist es, 2027 mit frischen Ideen zurückzukehren“, betont Geschäftsführer Dr. Manuel Becher im Gespräch mit unserer Redaktion.
Die Absage sollte diesmal nicht erst kurz vor knapp erfolgen, sondern transparent und rechtzeitig. Parallel dazu arbeitet die BMTG bereits an einer Neuausrichtung des Formats. Nach der Stadtratswahl am 08. März soll der neu gebildete Beirat in die Diskussion einbezogen werden, um gemeinsam ein tragfähiges Konzept zu entwickeln.
Ein zentrales Thema bleibt der Eintrittspreis von 25 Euro pro Erwachsenen, der in der Vergangenheit vielfach kritisiert wurde. Becher räumt ein, dass dies „viel Geld“ sei – insbesondere für Familien. Dennoch verteidigt er den Betrag: Angesichts von drei Bands, umfangreichem Rahmenprogramm, kostenlosem Shuttlebus und der besonderen Kulisse der Eremitage, sei der Preis angemessen. Auch die Stadt trage mit einer erheblichen Summe zur Finanzierung bei, so dass der Ticketpreis im Rahmen gehalten werden kann.
Gleichzeitig betont der BMTG-Chef den Spagat zwischen kulturellem Anspruch und Wirtschaftlichkeit. Eine Rückkehr zu den deutlich schlichteren Festformaten der 1990er Jahre hält er weder für realistisch noch für wünschenswert. Das Sommernachtsfest habe sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten stetig weiterentwickelt und sei professioneller sowie aufwändiger geworden – auch weil die Erwartungen des Publikums gestiegen seien. Picknickdecken würden von der Schlösserverwaltung ohnehin nicht mehr genehmigt. Für die Bewirtung sei man weiterhin auf bewährte Beschicker angewiesen, die dem Fest trotz zunehmenden Aufwands die Treue hielten. Durch allgemeine Kostensteigerungen sei der finanzielle Aufwand in den letzten Jahren weiter gestiegen, was den Druck zusätzlich verstärke.
Ganz gestrichen ist das Sommernachtsfest nicht. „Es ist auf Eis gelegt“, stellt Manuel Becher klar. Die Verantwortlichen wollen die Pause nutzen, um das Konzept zu überarbeiten – mit dem Ziel, das Fest in neuer Form zurückzubringen.