Veröffentlicht am 10.09.2026 19:49

Israel-Flagge beschädigt

 Die Flagge Israels vor dem Bayreuther Rathaus ist Ziel eines Angriffs geworden. (Foto: red)
Die Flagge Israels vor dem Bayreuther Rathaus ist Ziel eines Angriffs geworden. (Foto: red)
Die Flagge Israels vor dem Bayreuther Rathaus ist Ziel eines Angriffs geworden. (Foto: red)
Die Flagge Israels vor dem Bayreuther Rathaus ist Ziel eines Angriffs geworden. (Foto: red)
Die Flagge Israels vor dem Bayreuther Rathaus ist Ziel eines Angriffs geworden. (Foto: red)

BAYREUTH. Während der Festspielzeit war die israelische Flagge am Luitpoldplatz vor dem Rathaus gehisst. Unbekannte rissen sie teilweise ab. Wer dafür verantwortlich ist, steht bislang nicht fest. Ebenso wenig ist geklärt, ob politische oder antisemitische Motive eine Rolle spielten. Die Kriminalpolizei Bayreuth hat die Ermittlungen aufgenommen. Die Deutsch-Israelische Gesellschaft Bayreuth-Oberfranken (DIG) will den Vorfall jedoch nicht als bloßen Vandalismus behandelt wissen.

Vorsitzender Robert Eichler: „Wir wollen den Ergebnissen der Ermittlungen nicht vorgreifen“. Ein möglicher antisemitischer Hintergrund müsse aber mit aller Konsequenz geprüft werden. Denn ausgerechnet die Flagge Israels sei Ziel des Angriffs geworden.

Robert Eichler zieht dabei einen Vergleich, der für eine Stadt wie Bayreuth bewusst provokant klingt: „Was wir aus Berlin-Neukölln und anderen Großstädten seit Jahren kennen, darf nicht schleichend auch in Bayreuth zur Normalität werden.“

Nach Angaben der Gesellschaft haben insbesondere Reaktionen in sozialen Netzwerken für Irritation gesorgt. Dort sei die Nachricht über die beschädigte Flagge teilweise mit Häme und Schadenfreude kommentiert worden. Die DIG sieht die Gefahr, dass antisemitische Ressentiments dabei gesellschaftsfähiger werden.

Aus der Tatsache, dass eine israelische Flagge beschädigt wurde, lässt sich allein noch kein antisemitischer Hintergrund ableiten. Die Ermittlungen müssen klären, ob es sich um politisch motivierte Sachbeschädigung, eine gezielte Attacke auf ein israelisches Symbol oder um eine andere Form von Vandalismus handelt. Die Flagge hing nicht irgendwo an einem abgelegenen Ort, sondern am Luitpoldplatz unmittelbar vor dem Rathaus.

Deshalb richtet sich die Kritik der DIG auch an Oberbürgermeister Andreas Zippel. Die Gesellschaft erwartet eine klare öffentliche Reaktion der Stadt. Schweigen sei angesichts des Ortes und der Bedeutung des Symbols das falsche Signal. Die Stadt muss entscheiden, welche Bedeutung sie dem Vorfall beimisst.


Von Gabriele Munzert
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