In der neuen Energiezentrale des städtischen Klärwerks wurde der Probebetrieb aufgenommen. Auch die Arbeiten im Sozialgebäude liegen im Zeit- und Kostenrahmen.
BAYREUTH – Die Sanierung des Klärwerks ist eines der größten und bedeutendsten Bauvorhaben der Stadt Bayreuth. Nun wurde der Probebetrieb in der neu errichteten Energiezentrale gestartet, die zusammen mit dem Sozialgebäude, zwei Niederdruckgasbehältern und einem Gebäude für die Faulgasreinigung zum Ausbaupaket A der Kläranlagenmodernisierung gehört. Die Kosten für diesen Bauabschnitt belaufen sich auf rund 37,5 Millionen Euro.
„Die neue Energiezentrale ermöglicht nicht nur eine autarke und klimaneutrale Energieversorgung unseres Klärwerks, sondern speist auch ‚Ökostrom‘ in das öffentliche Stromnetz ein“, freute sich Oberbürgermeister Thomas Ebersberger. Jährlich werden fünf Millionen kWh Strom erzeugt, was dem täglichen Stromverbrauch von drei Einfamilienhäusern im Jahr entspricht. Davon werden vier Millionen kWh pro Jahr für den Betrieb des Klärwerks benötigt und eine Million kWh pro Jahr ins Stromnetz eingespeist. Ebersberger betonte, dass die Stadt stets auf dem neuesten Stand der Technik bei der Gewässerreinigung sein wolle. „Deshalb ist die Sanierung unseres Klärwerks sehr gut investiertes Geld.“
Im Erdgeschoss der Energiezentrale sind die Werkstätten für das Klärwerk und den Kanalunterhalt untergebracht. Hier befinden sich drei Blockheizkraftwerke mit einer Leistung von jeweils 930 kWh, zwei Überschuss-Schlamm-Zentrifugen, eine Hydrolyse und zwei Trafos, die sich im Probebetrieb befinden. Im ersten Obergeschoss sind die Elektrowerkstatt und der E-Raum untergebracht, im Kellergeschoss befinden sich Lagerräume, Pumpen, Wärmetauscher und die Erdgas-Übergabestation. Derzeit werden Rohrleitungen verlegt, auch die Elektroinstallationen und der Lüftungsbau sind fast abgeschlossen. Im Bereich Kälte wurde der Boden beschichtet. Die Fassadenarbeiten sind fast beendet. Mit der Fertigstellung der Energiezentrale ist im Sommer 2026 zu rechnen.
Auch im neuen Sozialgebäude liegen die Arbeiten im Plan. Alle Fenster und Außentüren sind montiert. Die Unterkonstruktion der Fassade wird derzeit montiert. Auch im Inneren wurden die Ausbauarbeiten begonnen. Im Erdgeschoss entstehen die Büros der Mitarbeiter sowie das Labor. Ins erste Obergeschoss kommen die Umkleiden und Sozialräume.
Durch den Umzug der Abteilung Kanalunterhalt vom Stadtbauhof ins Klärwerk ist eine Verdoppelung der Umkleide- und Duschmöglichkeiten von 30 auf 60 Mitarbeiter notwendig. Da die Arbeitsstättenverordnung eine strikte Trennung von „Schwarz- und Weißbereichen“ vorschreibt, wurden bereichsbezogen auch zwei getrennte Treppenhäuser gebaut. Im zweiten Obergeschoss finden die Leitwarte, ein Besprechungs- und Sozialraum für alle Mitarbeiter, das Büro des Betriebsleiters sowie das Sekretariat ihren Platz. Zudem wird die Hälfte des Kellergeschosses als Parkebene ausgeführt, um hier die städtischen Fahrzeuge des Klärwerks und des Kanalunterhalts unterstellen zu können. Die Arbeiten im Sozialgebäude sollen Ende 2026 abgeschlossen sein.
Südlich von Sozialgebäude und Energiezentrale entstehen 2027 zwei neue Niederdruckgasbehälter mit jeweils 4.000 Kubikmetern Speichervolumen. Zwischen den Behältern wird ein Gebäude mit Gasreinigung, Gasentschwefelung und Vakuumentgasung errichtet.
Die Kläranlage Bayreuth reinigt das Abwasser von etwa 100.000 Personen der Städte Bayreuth und Creußen, der Gemeinden Eckersdorf, Haag und Seybothenreuth, der Verwaltungsgemeinschaft Mistelbach und des Entsorgungsbereichs Neunkirchen am Main.