Klarer Vertrauensbeweis für den Bayreuther Landrat: Bereits im ersten Wahlgang setzte sich Amtsinhaber Florian Wiedemann (FWG) mit 52,5 Prozent der Stimmen gegen insgesamt fünf Gegenkandidaten durch.
Zweitbester Bewerber war CSU-Kandidat Dr. Lars Peetz mit 21,5 Prozent, gefolgt von Mario Schulze (AfD) mit 12,6 Prozent der Stimmen. Im einstelligen Prozentbereich landeten Stephanie Hartmann-Erdal (SPD) mit 6,1 Prozent, André Wermescher (Bündnis 90/Die Grünen) mit 5,1 Prozent sowie Linken-Bewerberin Juliane Glaschke (2,2 Prozent). Der eindeutige Sieg Wiedemanns ist auch deswegen ein großer persönlicher Erfolg für den Landrat, da sich seine Gruppierung, die FWG, in der vergangenen Wahlperiode keineswegs geschlossen hinter ihn gestellt hatte und die Pegnitzer Freien Wähler um ihren nicht mehr für den Kreistag kandidierenden Protagonisten Hans Hümmer sich letztlich sogar für CSU-Bewerber Dr. Peetz ausgesprochen hatten.
Die Bürgermeisterwahlen im Bayreuther Umland
Im Bayreuther Umland setzten sich im Großen und Ganzen bei den Bürgermeisterwahlen die Amtsinhaber durch. Ohne Gegenkandidaten gelang dies in Bindlach Christian Brunner (CSU, 94,9 Prozent), in Heinersreuth Simone Kirschner (CSU, 92,2 Prozent), in Hummeltal Patrick Meyer (CSU/Offene Liste, 87,7 Prozent), in Mistelbach Matthias Mann (SPD, 85,1 Prozent), sowie in Glashütten Sven Ruhl (AFW, 96,3 Prozent) und in Emtmannsberg Gerhard Herrmannsdörfer (CSU/UBL/HBL, 96,4 Prozent).
Bestätigt wurde in Ahorntal Florian Questel (Grüne/BZA) mit 57,6 Prozent gegen seinen CSU-Kontrahenten Max Sebald (42,4 Prozent). In Bad Berneck wurde Christof Seidel (CSU) mit 56 Prozent gegen drei Mitbewerber bereits im ersten Wahlgang zum neuen Bürgermeister und Nachfolger des nicht mehr angetretenen Jürgen Zinnert (SPD) gewählt.
Sybille Pichl (FWG) sicherte sich in Eckersdorf bei zwei Gegenkandidaten mit 56,4 Prozent eine weitere Amtszeit. Harald Feulner (Freie Wähler) wurde in Gesees mit 70,5 Prozent gegen Claus Hofmann (UBB, 29,5 Prozent) im Amt bestätigt. In Goldkronach siegte Amtsinhaber Holger Bär (FW Goldkronach/Bürgerblock/WG Dressendorf) überlegen mit 84,4 Prozent gegen Sabine Heyder von der Frauenliste.
Neue Bürgermeisterin in Haag ist Bianka Deinert (BLS/CSU/WG Haag), die als einzige Bewerberin 94,6 Prozent der Stimmen auf sich vereinigte. In Kirchenpingarten holte der einzige Bewerber, Markus Brauner (WG), 68,8 Prozent. In Mistelgau sicherte sich Karl Lappe (WG P-G-W/BVggO/WGFS) mit 63,9 Prozent eine weitere Amtszeit gegen Manuel Herzing (MBG-FW, 36,1 Prozent)-
Neuer Bürgermeister in Weidenberg und damit Nachfolger von Hans Wittauer (FWG) wurde Matthias Böhner als gemeinsamer Kandidat von SPD, CSU und FWG mit 67,6 Prozent gegen zwei Mitbewerber. In Seybothenreuth war Stefan Roder (CSU, 92,4 Prozent) einziger Bewerber.
Zu einer Stichwahl am 22. März kommt es in Creußen: Amtsinhaber Martin Dannhäußer (ÜWG/FW, 42,7 Prozent) tritt dabei gegen CSU-Bewerber Maximilian Raimund (36,0 Prozent) an.
Interessante Ergebnisse in Oberfranken
Bei der Landratswahl in Kulmbach trat Amtsinhaber Klaus-Peter Söllner (FWG) nach 30 Amtsjahren nicht mehr an. Bereits im ersten Wahlgang wurde der erst 27-jährige Jonas Gleich (CSU/JU) mit 51,2 Prozent zu seinem Nachfolger gewählt. Drei Gegenkandidaten waren chancenlos.
Bei der Oberbürgermeisterwahl in Kulmbach erlebte Amtsinhaber Ingo Lehmann (SPD) eine krachende Niederlage und erreichte mit nur noch 21,0 Prozent nicht einmal die Stichwahl. Am 22. März wird entschieden, ob Ralf Hartnack (WGK, 33,7 Prozent) oder Frank Wilzok (CSU/JU, 33,6 Prozent) künftig Kulmbacher OB sein wird.
Auch aus Bayreuther Sicht war die Bamberger Oberbürgermeisterwahl interessant: In der Stichwahl am 22. März werden sich Jonas Glüsenkamp (Grüne, 30,3 Prozent) und Sebastian Niedermaier (SPD, 29,0 Prozent) gegenüberstehen. Da die frühere Bayerische Gesundheitsministerin und amtierende Landtagsabgeordnete Melanie Huml für die CSU mit nur 28,2 Prozent der Stimmen bereits im ersten Wahlgang ausschied, hat auch der Bayreuther Dr. Michael Hohl keine Chance, in den Landtag nachzurücken. Dies wäre der Fall gewesen, wenn Melanie Huml Bamberger Oberbürgermeisterin geworden wäre.