Veröffentlicht am 26.02.2026 15:11

Weniger Unfalltote, aber mehr Verletzte auf den Straßen

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Die Verkehrsunfallstatistik 2025 für Oberfranken ist geprägt von weniger Unfällen und einem Rückgang der Todesopfer im Straßenverkehr. Gleichzeitig nahm die Zahl der Verletzten bei Unfällen leicht zu. Die Polizei Oberfranken sieht darin eine Bestätigung ihrer Maßnahmen zur Verkehrssicherheit, betont jedoch, dass weiterhin entschlossene Präventionsarbeit und Kontrollen erforderlich bleiben.

Im Jahr 2025 erfasste die Polizei auf Oberfrankens Straßen insgesamt 30.028 Verkehrsunfälle. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einem leichten Rückgang um 0,34 Prozent. Auch die Zahl der Todesopfer im Straßenverkehr ging um etwa 7,5 Prozent auf 37 zurück – dennoch verliert statistisch gesehen noch immer etwa alle zehn Tage ein Mensch in Oberfranken sein Leben auf der Straße. Die meisten tödlichen Unfälle ereignen sich auf Landstraßen. Hauptursachen waren überhöhte Geschwindigkeit, Unachtsamkeit, der tote Winkel bei Lastwagen sowie das Nichttragen von Schutzhelmen. Gleichzeitig zeigen die Verletztenzahlen, dass Verkehrssicherheit keine Selbstverständlichkeit ist: Insgesamt wurden 4.604 Menschen verletzt, davon 818 schwer. Als schwer verletzt gilt, wer mindestens 24 Stunden stationär im Krankenhaus behandelt werden muss.

„Die Entwicklung der Unfallzahlen bestätigt, dass wir Fortschritte machen, unser Ziel aber noch nicht erreicht haben“, erklärt Polizeivizepräsident Florian Mayer. „Weniger Unfälle und weniger Todesopfer stehen einer steigenden Zahl Verletzter gegenüber. Hinter jeder Statistik steht ein menschliches Schicksal.“

Sorgen bereitet insbesondere die Entwicklung bei Verkehrsunfällen mit Seniorinnen und Senioren. Zwar ging die Gesamtzahl der Unfälle mit älteren Beteiligten leicht zurück, doch sowohl die Zahl der Verletzten als auch der Getöteten in dieser Altersgruppe stieg deutlich an. Mit 17 Verkehrstoten stellen Seniorinnen und Senioren einen beträchtlichen Anteil der Gesamtopfer in Oberfranken. „Dabei muss berücksichtigt werden, dass hier besondere Faktoren wirken: Ältere Menschen erholen sich von Unfallfolgen anders als jüngere. Zudem umfasst die Gruppe der über 65-Jährigen eine Altersspanne von bis zu drei Jahrzehnten.“

Auch beim Radverkehr zeigt sich ein differenziertes Bild. Die Zahl der tödlich verunglückten Radfahrer sank auf neun. Während Unfälle mit klassischen Fahrrädern um 1,3 Prozent zurückgingen, stiegen Unfälle mit motorisierten Fahrrädern (Pedelecs) um rund 33,6 Prozent. „Hier unterschätzen die Menschen immer wieder die Kraft dieser Fahrzeuge und vor allem hier ist die Schutzkleidung essenziell”, so Sachbereichsleiterin Verkehr Camilla Bäuerle.

Die Zahl der Alkoholunfälle nahm 2025 um 7,58 Prozent zu; drei Menschen kamen dabei ums Leben. Dagegen sank die Zahl der Unfälle unter Einfluss von Betäubungsmitteln auf 56, ohne tödliche Folgen.

Als Hauptursachen für schwere und tödliche Unfälle nennt die Polizei weiterhin nicht angepasste Geschwindigkeit, Unachtsamkeit und Ablenkung. Besonders auf Landstraßen führen Unfälle trotz geringerer Gesamtzahlen häufiger zu schweren Konsequenzen als innerorts. Geschwindigkeit bleibt somit einer der zentralen Risikofaktoren im Straßenverkehr.

Camilla Bäuerle betont: „Unser Anspruch ist es, durch gezielte Prävention, intensive Aufklärung und konsequente Kontrollen die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer weiter zu verbessern. Aufmerksamkeit, angepasste Geschwindigkeit und gegenseitige Rücksicht sind entscheidend, um schwere Unfälle zu verhindern.“

Für 2026 kündigt die Polizei Oberfranken an, ihre Maßnahmen zur Verkehrssicherheit konsequent fortzusetzen, und das in allen Altersklasse, begonnen in Kindergarten und Grundschule und insbesondere die Sicherheit auf Landstraßen stärker in den Fokus zu rücken. Verkehrssicherheit bleibt eine gemeinsame Verantwortung von Polizei und allen Verkehrsteilnehmern.


Von Jessica Mohr
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