medi Bayreuth: Die BBL-Saison vernünftig beenden

BAYREUTH. Nach acht Monaten geht die Saison 2021/22 für den Bayreuther Basketball-Bundesligisten medi Bayreuth am 1. Mai zu Ende. Kapitän Bastian Doreth spricht im Interview mit der Sonntagszeitung über liegen gelassene Spiele und die Motivation für den Endspurt.

BTSZ: Die Saison ist noch nicht komplett vorbei, dennoch soweit fortgeschritten, dass man ein vorsichtiges Resümee ziehen kann: Deine Meinung?
Bastian Doreth: Trotz der widrigen Umstände können wir mit dem Saisonverlauf zufrieden sein. In vielen Spielen haben wir großen Charakter gezeigt und sind mannschaftlich eng zusammengerückt, um das Beste aus den Umständen zu machen. Die letzten Wochen waren nicht so zu 100 Prozent, wir haben Spiele liegen lassen, die wir hätten gewinnen müssen. Klar ist jetzt, dass wir nichts mehr mit den Playoffs zu tun haben werden. Wir müssen zufrieden sein und die Serie vernünftig beenden.


BTSZ: In keiner Saison gab es für medi so viele verletzungsbedingte Ausfälle, dennoch steht das Team auf einem mittleren Tabellenplatz. Eine Leistungsexplosion?
Bastian Doreth: Eine Leistungsexplosion würde ich es nicht nennen. Wir sind in unserem Soll. Viele Spieler haben sich gut entwickelt. Dass wir als Mannschaft nie die nötige Konstanz gefunden haben, war klar, da wir immer in unterschiedlichen Konstellationen gespielt haben.

BTSZ: Nach Spielen ohne Zuschauer, ist es nun ungewöhnlich, wenn die Halle wieder tobt?
Bastian Doreth: Am Anfang war es sicherlich etwas ungewohnt, aber jetzt hat man sich umgestellt. Es ist einfach schön, dass wieder viele Fans kommen und uns unterstützen, das gehört zu unserem Sport einfach dazu. Ich freue mich, wieder vor lautstarker Kulisse spielen zu dürfen.
BTSZ: Noch fünf Spiele bis zum Saisonende. Bis auf die Skyliners sind die gegnerischen Teams besser platziert. Wo liegt die größte Herausforderung?
Bastian Doreth: Die größte Herausforderung liegt jetzt darin, auch wenn es tabellarisch um nicht mehr viel geht, das Mindset zu bekommen. Jeder möchte zum Saisonende noch Erfolgserlebnisse feiern und sich so selbst für die letzten Monate belohnen. Wir fokussieren uns auf jedes Spiel, auch um unseren Fans etwas zurückzugeben.

BTSZ: Wie motivierst du dich persönlich auf der Liga-Schlussgeraden?
Bastian Doreth: Ich möchte mit meiner Leistung Dank auszusprechen, an Fans und Sponsoren, die uns wirklich großartig unterstützt haben. Gleichzeitig bin ich jeden Tag aufs Neue dafür dankbar, Basketball spielen zu dürfen. Ich möchte einfach noch ein paar Spiele gewinnen.

BTSZ: Welche Reserven stecken noch im Team?
Bastian Doreth: Reserven sind kaum mehr da. Das muss man ganz ehrlich sagen. Dem Team ist aber schon bewusst, nochmals alles auf dem Parkett zu lassen. Wir werden unsere Kräfte mobilisieren und in jedem Spiel Charakter und Teamgeist zu zeigen.

BTSZ: Dein Vertrag läuft bis 2024, dann bist du 35 Jahre alt. Nimmst du dir Rickey Paulding als Vorbild oder hast du eine andere Exit-Strategie?
Bastian Doreth: Eine klare Strategie habe ich nicht. Ich möchte ganz einfach so lange Basketball spielen, wie es mir Spaß macht und es mein Körper hergibt. Es ist ja kein Geheimnis, dass ich dem Bayreuther Basketball sehr verbunden bin und mir auch vorstellen kann, nach meiner aktiven Karriere hier meinen Beitrag auch neben dem Spielfeld zu leisten. Klar ist, dass ich noch für zwei weitere Jahre einen Vertrag habe. Ob es als Profispieler weitergeht, wird in der Zukunft entschieden.

Interview: Gabriele Munzert