BAYREUTH.Noch bevor die Gerüchte um die Absage der Kreuzer Kerwa die Runde machten und schließlich bestätigt wurden, hatte der SC Kreuz bereits einen weitreichenden Schritt vollzogen: Der Traditionsverein zog seine erste und zweite Fußballmannschaft aus dem Spielbetrieb zurück. Mit der Absage der Kreuzer Kerwa folgt nun innerhalb weniger Wochen der zweite herbe Rückschlag.
Damit wird deutlich, dass sich die Krise nicht allein auf die traditionsreiche Kerwa beschränkt. Sportlich hat der 1928 gegründete Verein bereits einen tiefen Einschnitt vollzogen. Schon vor zwei Wochen meldete der SC Kreuz beide Fußballmannschaften vom Spielbetrieb im Spielkreis Bayreuth/Kulmbach ab
Dabei schien die erste Mannschaft sportlich auf einem guten Weg. In der Saison 2025/26 wurde sie Vizemeister der A-Klasse hinter dem TSV Mistelbach und erreichte die Relegation zur Kreisklasse. Nach einem 3:2-Erfolg gegen den TSV Schnabelwaid, scheiterte das Team jedoch am FC Kirchleus sowie am SV Fortuna Untersteinach.
Mit dem Rückzug verliert der SC Kreuz seine beiden Mannschaften. Viele Spieler haben sich
inzwischen anderen Vereinen
angeschlossen. Ob und wann der Verein wieder ein Team für den Spielbetrieb melden kann, ist
derzeit offen. Ein Neustart bedeutet in der Regel, ganz unten im
Ligensystem beginnen zu müssen.
Während über die Hintergründe der überraschenden Kerwa-Absage zunächst viel spekuliert wurde, hat sich der Verein inzwischen ausführlich in einer Pressemitteilung geäußert. Demnach war nicht ein einzelner Auslöser entscheidend. Ausschlaggebend seien vielmehr fehlende ehrenamtliche Helfer. Trotz intensiver Planungen und zahlreicher Gespräche habe es nicht genügend verbindliche Zusagen für die arbeitsintensiven Schichten sowie den Zeltauf- und abbau gegeben. Zudem hätten kurzfristige personelle Veränderungen die gewachsene Helferstruktur unerwartet stark geschwächt.
Der Vorstand sieht darin ein Problem, das viele Vereine betrifft. Die Erwartungen an Veranstaltungen seien hoch, gleichzeitig sinke die Bereitschaft, sich dauerhaft und verbindlich ehrenamtlich einzubringen.
Die Zwangspause will der SC Kreuz nun für eine Neuausrichtung nutzen. Nach eigenen Angaben arbeitet der Vorstand daran, die internen Strukturen zu modernisieren und den Verein finanziell wie organisatorisch auf ein solides Fundament zu stellen.
Innerhalb weniger Wochen erlebt der SC Kreuz damit zwei einschneidende Entwicklungen: erst der Rückzug aus dem Fußball, nun die Absage der Kreuzer Kerwa 2026. Beides reicht weit über den Verein hinaus. Die Kerwa war über Jahrzehnte einer der wichtigsten Treffpunkte im Bayreuther Westen, der SC Kreuz zählt zu den traditionsreichsten Sportvereinen des Stadtteils.
Trotz der tiefen Einschnitte in der jüngeren Vereinsgeschichte, richtet der im Jahr 1928 gegründete Verein den Blick nach vorne. Das erklärte Ziel bleibt, die Kreuzer Kerwa nach Abschluss der Konsolidierung im kommenden Jahr wieder in der gewohnten Form auszurichten.