Veröffentlicht am 16.09.2026 17:01

Schwierige Vorbereitung in Bayreuth

BBC-Geschäftsführer Friedrich Hartung (Foto: Archiv)
BBC-Geschäftsführer Friedrich Hartung (Foto: Archiv)
BBC-Geschäftsführer Friedrich Hartung (Foto: Archiv)
BBC-Geschäftsführer Friedrich Hartung (Foto: Archiv)
BBC-Geschäftsführer Friedrich Hartung (Foto: Archiv)

Neuer Name, neuer Trainer, neuer Sportdirektor – und ein Kader, der in der Vorbereitung mit einigen Problemen zu kämpfen hat. Geschäftsführer Friedrich Hartung spricht über die aktuelle Lage, mögliche Nachverpflichtungen und darüber, wohin sich der Bayreuther Basketball entwickeln soll.

Der Bayreuther Basketball startet mit zahlreichen Veränderungen in die neue Saison. Erstmals gibt es mit Felix Hilgert einen Sportdirektor, mit Medikamente per Klick konnte wieder ein Namenspartner gewonnen werden und auch sportlich wurde die Mannschaft neu aufgestellt. Doch gerade dort läuft die Vorbereitung bislang nicht wie geplant.

Verletzungen erschweren die Vorbereitung

Vor allem die personelle Situation bereitet den Verantwortlichen derzeit Arbeit. Bereits bei der Kaderplanung hatte Bayreuth bei einzelnen Spielern bewusst ein gewisses Risiko einkalkuliert. Zusätzliche Ausfälle und immer wieder kleinere Blessuren haben die Situation allerdings verschärft.

Hartung macht deutlich, dass die Ergebnisse der bisherigen Vorbereitung deshalb nur bedingt aussagekräftig seien. Entscheidend sei, wie sich die einzelnen Spieler im Training entwickeln und wann die Mannschaft erstmals weitgehend komplett zusammenarbeiten kann.

Eine Nachverpflichtung ist dabei nicht ausgeschlossen. Ursprünglich hatte der Club finanziellen Spielraum eingeplant, um möglicherweise erst im Laufe der Saison noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv zu werden. Ein früherer Transfer würde jedoch bedeuten, einen zusätzlichen Spieler deutlich länger bezahlen zu müssen – und damit möglicherweise Abstriche bei der Qualität zu machen.

Sollte sich die personelle Situation allerdings nicht verbessern, könnte Bayreuth reagieren. Man wolle verhindern, mit einem zu dünnen Kader in die Saison zu starten und früh einem Rückstand hinterherzulaufen.

Neue wirtschaftliche Stabilität

Abseits des Spielfelds sieht Hartung den Standort inzwischen deutlich stabiler aufgestellt. In den vergangenen Jahren sei die Organisation bewusst mit einer negativen Planung in Geschäftsjahre gegangen. Zusätzliche Einnahmen wurden zunächst benötigt, um finanzielle Lücken zu schließen.

Das habe sich verändert. Nach Aussage des Geschäftsführers steht der Club inzwischen sinngemäß „auf der schwarzen Linie“. Neue Erlöse könnten damit stärker in die sportliche Qualität investiert werden.

Eine wichtige Rolle spielt dabei der Namenspartner Medikamente per Klick. Hartung stellt allerdings klar, dass dessen Engagement nicht vollständig neues Geld bedeutet: Das Unternehmen unterstützte den Bayreuther Basketball bereits zuvor in erheblichem Umfang.

Zusätzlich bestehen weitere Vermarktungsmöglichkeiten. Unter anderem sind noch prominente Werbeflächen auf dem Trikot verfügbar. Gelingt es, zusätzliche Partner zu gewinnen, könnten daraus entstehende Einnahmen verstärkt dem sportlichen Bereich zugutekommen.

Sportdirektor soll langfristige Entwicklung sichern

Mit Felix Hilgert hat Bayreuth erstmals einen Sportdirektor für die gesamte Organisation installiert. Damit soll eine Lücke zwischen sportlicher und kaufmännischer Führung geschlossen werden.

Während ein Trainer naturgemäß darauf ausgerichtet sei, kurzfristig das Maximum aus seiner Mannschaft herauszuholen, soll der Sportdirektor Entscheidungen auch mit Blick auf die kommenden Jahre bewerten. Für Hartung selbst verschiebt sich der Schwerpunkt dadurch stärker auf Vertrieb, Sponsoring und die Weiterentwicklung interner Prozesse.

Die grundsätzliche Strategie dahinter: Erst stabile Strukturen schaffen und darauf sportlichen Erfolg aufbauen.

Hallensituation bleibt eine Herausforderung

Ein bekanntes Problem begleitet den Bayreuther Basketball weiterhin: die Infrastruktur. Die Oberfrankenhalle steht in der Saisonvorbereitung nicht durchgehend zur Verfügung. Nach Hartungs Einschätzung könnte die Mannschaft eigentlich eine zusätzliche Vorbereitungswoche gebrauchen.

Auch der Zeitpunkt des Trainingslagers wird von den verfügbaren Hallenzeiten beeinflusst. Langfristig verfolgt die Organisation deshalb weiterhin Überlegungen für eine eigene Trainingshalle. Zwei mögliche Ansätze gebe es laut Hartung. Ein solches Projekt könne der Bayreuther Basketball wirtschaftlich allerdings nicht allein stemmen. Denkbar wäre deshalb eine gemeinsame Lösung mit einem Partner und weiteren Nutzungsmöglichkeiten.

Langfristiges Ziel: eine Playoff-Mannschaft

Trotz der schwierigen Vorbereitung will Hartung die sportliche Ausrichtung nicht grundsätzlich korrigieren. Die Probleme würden ernst genommen, gleichzeitig befinde sich die Mannschaft noch sehr früh in der Saison.

Die Entwicklung soll Schritt für Schritt erfolgen. Dabei geht es nicht darum, die Playoffs bereits jetzt als einzig akzeptables Saisonziel auszurufen. Langfristig ist die Richtung jedoch eindeutig: Bayreuth möchte sportlich und wirtschaftlich so wachsen, dass die Mannschaft dauerhaft zu einem Playoff-Kandidaten wird.

Für die kommenden Wochen steht zunächst eine andere Aufgabe im Mittelpunkt: Die angeschlagenen Spieler sollen zurückkehren, die Mannschaft muss sich finden – und zum Saisonstart konkurrenzfähig auf ProA-Niveau sein.


Von Onlineredaktion
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