Rost: „Der Klassenerhalt war überlebenswichtig“

BAYREUTH. Die Saison der SpVgg Bayreuth ist seit Samstag vorbei, nun haben die Spieler nach geschafftem Klassenerhalt einige Wochen Pause. Wir haben uns mit Trainer Timo Rost unterhalten und die Spielzeit einmal Revue passieren lassen – und bereits einen kleinen Ausblick getätigt.

BTSZ: Hallo Herr Rost. Nachdem sie übernommen hatten, war die Mannschaft am Boden und galt als Abstiegskandidat Nummer eins. Nun haben Sie das Team stabilsiert und in der Liga gehalten. Wie fühlt sich das an?
Timo Rost: Wie es zu Stande gekommen ist, ist schon ein Highlight. Denn wir haben etwas geschafft, was es vorher noch nicht gegeben hat. (Weder in der Bundesliga, noch in der Zweiten Bundesliga ab 1974, in der Drittklassigkeit ab 1994 oder der Viertklassigkeit ab 2008 hat in Deutschland je eine Mannschaft, die nach sechs Spieltagen punkt- und torlos war, die Klasse gehalten, d. Red.). Das ist natürlich für die Spieler und auch das Trainerteam eine tolle Sache und eine Bestätigung der akribischen Arbeit. Der Klassenerhalt war für den Verein überlebenswichtig. Wenn wir abgestiegen wären, hättest du mehr oder weniger zusperren können.

BTSZ: Warum hat die Mannschaft am Ende den Klassenerhalt geschafft?
Timo Rost: Es waren drei Faktoren, die den Ausschlag gegeben haben. Zum einen, dass wir der Mannschaft einen neuen Stil verpasst haben, mit dem die Jungs gemerkt haben, dass sie Spiele gewinnen. Außerdem haben wir versucht, die Defizite im athletischen Bereich schnellstmöglich aufzuholen. Als wir das geschafft hatten, haben wir auch in den Schlussminuten noch Körner gehabt und Punkte geholt. Der neue Stil verbunden mit der Athetik hat dann sehr gut gefruchtet. Und der dritte Punkt ist die fantastische Unterstützung der Fans.

BTSZ: Sie sprechen es an, die Altstadt-Fans waren auch nach dem schlechten Start immer da. Das ist nicht selbstverständlich, oder?
Timo Rost: Absolut nicht. Das war schon sensationell, wenn ich beispielsweise daran denke, wie viele in Heimstetten dabei waren, es sind, glaube ich, zwei Fanbusse dorthin gefahren. Oder auch der Support zu Hause mit der neuen Tribüne, da muss man schon den Hut vor ziehen. Das habe ich so in der Regionalliga selten bis nie erlebt.

BTSZ: Kommen wir noch einmal zurück zur Mannschaft. Was zeichnet sie aus?
Timo Rost: Sie hat eine unglaubliche Mentalität. Wir sind eine Mannschaft, die im Umschaltspiel nach vorne, aber auch nach hinten sehr stark ist. Dazu haben wir Individualisten, die Spiele alleine entscheiden können. Das sind schon drei Merkmale, die sehr kennzeichnet für die SpVgg Bayreuth sind.

BTSZ: Und das Gerüst für die kommende Saison ist bereits gebaut: Es stehen schon 17 Spieler des Kaders fest. Drei Neuzugänge sollen noch kommen.
Timo Rost: Genau, wir wollen ganz klar unseren Kader weiterentwickeln, das heißt, dass wir sicher noch zwei, drei Spieler dazuholen werden. Sie müssen charakterlich zu uns passen, unseren Stil spielen können und auch ins finanzielle Budget passen. Sie sollen den Kader qualitativ aufwerten. Wir werden uns für die Abwehr, das Mittelfeld und den Sturm noch umschauen.

BTSZ: Wie geht es in den nächsten Wochen für die Spieler weiter?
Timo Rost: Jetzt haben die Jungs erst einmal etwas Pause, das haben sie sich auch verdient. Sie sollen ein paar Wochen abschalten, dann hat aber jeder seinen Trainingsplan und es beginnt wieder mit den individuellen Läufen. Am 17. Juni geht es dann mit dem Laktattest los und am 18. Juni werden wir erstmals gemeinsam wieder auf dem Platz stehen.

BTSZ: Dann beginnt die Vorbereitung auf die Saison 2019/20. Was dürfen wir da von Ihrem Team erwarten?
Timo Rost: Ich glaube, dass es Sinn macht, jetzt den nächsten Schritt zu tun. Der sollte so aussehen, dass du eine Saison spielst, in der du vom ersten Spieltag an nichts mit dem Abstieg zu tun hast. Eine Saison, in der du auch nebenbei infrastrukturell wachsen kannst. Wir wollen Step by Step wachsen, sportlich und auch drumherum. Wie sich das dann alles entwickelt, werden wir sehen. Aber es wäre vermessen, als Abstiegskandidat jetzt großartig andere Ziele auszugeben und zu sagen, dass wir aufsteigen wollen.

Interview: Mirko Strässer