medi bayreuth: Mit Volldampf Richtung neue BBL-Saison

BAYREUTH. Für den Basketball-Bundesligisten medi bayreuth ist mit dem zehnten Tabellenplatz die Saison 2020/21 zu Ende. Aber Ausruhen ist dennoch nicht angesagt, es wird mit Vollgas die neue Spielzeit geplant. Ein Gespräch mit Geschäftsführer Johannes Feuerpfeil.

BTSZ: Wie war die erste Saison als neuer Geschäftsführer?
Johannes Feuerpfeil: Ich bin nach den ersten knapp zehn Monaten sehr zufrieden. Pandemiebedingt war es eine aufregende und anstrengende Saison, in der nicht nur ich, sondern auch das gesamte Team, dazu gelernt und sich weiterentwickelt haben. Da ich mit dem früheren Geschäftsführer eng zusammengearbeitet habe, war die Umstellung nicht die so schwer.

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Trotzdem ist es immer noch gewöhnungsbedürftig für mich, neu in einer Führungsposition zu sein. Die Tätigkeit ist keine One-Man-Show, ich habe ein hervorragendes Backoffice-Team, das sehr gute Arbeit macht. Dahinter steht ein intakter Aufsichtsrat mit viel Erfahrungen, der mir mit Rat und Tat zur Seite steht. Insgesamt gute Voraussetzungen für meine neue Tätigkeit, trotz der schwierigen Corona-Zeit.

BTSZ: Die Saison ist vorbei, wie ist es finanziell gelaufen?
Johannes Feuerpfeil: Wir hatten die Saison mit verschiedenen Szenarien geplant, auch den Worst Case, ohne Publikum, so kam es dann ja auch. Durch solides Handeln, vor allem durch den überragenden Support unserer Sponsoren und sehr treuen, loyalen Fans, haben wir es geschafft, auch wirtschaftlich über die Ziellinie zu kommen. Das war das Wichtigste. Unser Minimalziel war, sportlich die höchste Spielklasse zu halten und wirtschaftlich weiter stabil zu bleiben. Das ist beides gelungen.

BTSZ: Wird jetzt erst einmal pausiert oder geht es direkt in die neue Saison?
Johannes Feuerpfeil: Eine Pause können wir uns nicht erlauben, es geht mit Volldampf in Richtung neue Saison. Ein paar Tage durchatmen sind schon dabei. Headcoach Raoul Korner plant bereits in Richtung Recruiting. Wir sind sehr früh dran, doch das kann ein Vorteil sein, da andere Teams wegen der Play-off-Spiele noch auf die laufende Saison
fokussiert sind.

BTSZ: Der Trainer bleibt an Bord. Dazu haben mit Bastian Doreth, Andi Seiferth, Nico Wenzl, Philip Jalalpoor und Kay Bruhnke fünf Spieler noch einen Vertrag für kommende Saison.
Johannes Feuerpfeil: Ja, sie haben Verträge bei uns für die kommende Saison. Sie sind unsere deutsche Kernmannschaft, die auch im nächsten Jahr für uns auflaufen wird.

BTSZ: Wer bleibt sonst noch?
Johannes Feuerpfeil: Um auf Kontinuität setzten zu können, wäre es gut, den einen oder anderen ausländischen Spieler aus der letzten Saison neben unseren deutschen Spieler weiter im Kader zu haben. Spieler mit guten Leistungen sind jedoch nicht nur bei uns auf dem Radar.

BTSZ: Ist die neue BBL-Saison 2021/22 mit Zuschauern geplant?
Johannes Feuerpfeil: Mein größter Wunsch wäre es, tatsächlich geplant werden muss mit Vorsicht. In den kommenden Monaten werden wir uns in Richtung Ticketing Konzepte überlegen müssen. Wie gehen wir damit um, wenn es zunächst doch wieder nur eine begrenzte Anzahl von Zuschauer zugelassen wird? Wie gehen wir damit um, wenn es im Laufe der Saison vielleicht zu einer vollen Auslastung kommt? Wie werden Dauerkartenbesitzer behandelt? Das sind viele Themen, mit denen wir uns intensiv in den nächsten Wochen beschäftigen werden.

BTSZ: Gibt es schon Neuigkeiten bezüglich des neuen Hauptsponsors ab 2022? Der Bayreuther Konzern medi steigt bekanntlich nach der kommenden Saison aus.
Johannes Feuerpfeil: Derzeit werden schon intensive Gespräche geführt. Die nächsten Wochen und Monate werden zeigen, wie es weitergeht.

BTSZ: Wie bewerten Sie die Entwicklung des sportlichen Mitbewerbers SpVgg Bayreuth, der Fußballclub peilt die 3. Profi-Liga an?
Johannes Feuerpfeil: Ich glaube, wir tun gut daran, uns auf uns zu konzentrieren und auf Dinge, die wir selber beeinflussen können. Wir müssen unsere Hausaufgaben machen und sind auf einem guten Weg.

BTSZ: Gibt es Konkurrenzdenken oder ein Nebeneinander?
Johannes Feuerpfeil: Es ist immer erfreulich, wenn Klubs auf einem guten Niveau nebeneinander erfolgreich sein können. Es heißt ja nicht umsonst „Sportstadt Bayreuth“! Wenn beide Vereine gut und erfolgreich arbeiten, dann ist das eine sehr gute Sache für die Stadt. Konkurrenz schadet auch nicht und spornt eher an.

Interview: Mirko Strässer