Die Bestattungskultur befindet sich im Wandel. Während klassische Erdbestattungen zunehmend an Bedeutung verlieren, entscheiden sich immer mehr Menschen für eine Urnenbeisetzung. Dabei wächst insbesondere der Wunsch nach individuellen, naturnahen und pflegefreien Ruhestätten. Die Stadt Bayreuth reagiert auf diese Entwicklung und erweitert das Angebot auf dem Südfriedhof um einen neuen Ruhehain.
Nach der Einrichtung eines Bestattungsgartens mit knapp 570 Urnenplätzen steht auf dem Südfriedhof nun eine weitere Möglichkeit der naturnahen Beisetzung zur Verfügung. Im neu angelegten Ruhehain können Verstorbene unter Winterlinden, Japanischen Blüten-Kirschen, Feld-Ahorn oder Ebereschen ihre letzte Ruhe finden. Insgesamt bietet die Anlage 120 Urnengrabplätze, die für bis zu 240 Urnen ausgelegt sind.
„Der sich ändernden Nachfrage trägt die Stadt Bayreuth Rechnung“, erklärt Oberbürgermeister Dr. Andreas Zippel. Bereits der bestehende Bestattungsgarten werde sehr gut angenommen. Mit dem Ruhehain reagiere die Stadt nun auf den zunehmenden Wunsch nach alternativen Bestattungsformen.
Naturnahe Ruhestätte ohne Pflegeaufwand
Für eine Baumbestattung sprechen häufig persönliche, ökologische und praktische Gründe. Die Asche der Verstorbenen wird dabei in einer biologisch abbaubaren Urne im Wurzelbereich eines Baumes beigesetzt. Für viele Menschen steht diese Bestattungsform symbolisch für die Rückkehr in den natürlichen Kreislauf.
Auch für Angehörige bietet sie Vorteile: Die regelmäßige Grabpflege entfällt. Zudem sind Baumgräber häufig kostengünstiger als klassische Erdgräber oder aufwendig gestaltete Urnengrabstätten.
Der rund 600 Quadratmeter große Ruhehain wurde seit Herbst 2025 angelegt. Im Sommer 2026 konnten die Arbeiten abgeschlossen werden. Die Stadt investierte rund 60.000 Euro in die neue Anlage.
Weitere Investitionen in den Südfriedhof geplant
Bereits Ende 2022 hatte die Stadt ihr Bestattungsangebot erweitert. Seitdem sind auf einem eigens ausgewiesenen Gräberfeld für Menschen muslimischen Glaubens auch sarglose Bestattungen aus religiösen Gründen möglich. Dabei werden Verstorbene lediglich in einem Leichentuch beigesetzt.
Auch in den kommenden Jahren soll der Südfriedhof weiter modernisiert werden. Bis 2028 sind rund 2,1 Millionen Euro für die Erneuerung der Ofenlinien im Krematorium vorgesehen. Weitere 313.000 Euro plant die Stadt im gleichen Zeitraum für den baulichen Unterhalt ein.
Mit dem neuen Ruhehain und den geplanten Investitionen entwickelt die Stadt Bayreuth den Südfriedhof weiter und trägt den veränderten Vorstellungen von Abschied, Bestattung und Erinnerung Rechnung.
Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite der Stadt Bayreuth.