Veröffentlicht am 19.06.2026 09:52

Goldkronach zwischen Tradition und Zukunft: Gemeinschaftshaus, Infrastruktur und Haushalt im Fokus

Dem bedeutenden Naturforscher und Universalgelehrten Alexander von Humboldt wurde im Jahr 2018 eine offizielle Rose gewidmet. Die Taufe übernahm damals Julia Klöckner, jetzt Präsidentin des Deutschen Bundestages, auf Schloss Goldkronach. Hartmut Koschyk (r.), Alexander von Humboldt-Kulturforum.<br> (Foto: Archiv/Munzert)
Dem bedeutenden Naturforscher und Universalgelehrten Alexander von Humboldt wurde im Jahr 2018 eine offizielle Rose gewidmet. Die Taufe übernahm damals Julia Klöckner, jetzt Präsidentin des Deutschen Bundestages, auf Schloss Goldkronach. Hartmut Koschyk (r.), Alexander von Humboldt-Kulturforum.
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Dem bedeutenden Naturforscher und Universalgelehrten Alexander von Humboldt wurde im Jahr 2018 eine offizielle Rose gewidmet. Die Taufe übernahm damals Julia Klöckner, jetzt Präsidentin des Deutschen Bundestages, auf Schloss Goldkronach. Hartmut Koschyk (r.), Alexander von Humboldt-Kulturforum.
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Dem bedeutenden Naturforscher und Universalgelehrten Alexander von Humboldt wurde im Jahr 2018 eine offizielle Rose gewidmet. Die Taufe übernahm damals Julia Klöckner, jetzt Präsidentin des Deutschen Bundestages, auf Schloss Goldkronach. Hartmut Koschyk (r.), Alexander von Humboldt-Kulturforum.
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Dem bedeutenden Naturforscher und Universalgelehrten Alexander von Humboldt wurde im Jahr 2018 eine offizielle Rose gewidmet. Die Taufe übernahm damals Julia Klöckner, jetzt Präsidentin des Deutschen Bundestages, auf Schloss Goldkronach. Hartmut Koschyk (r.), Alexander von Humboldt-Kulturforum.
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Goldkronach ist eine idyllische Kleinstadt im Landkreis Bayreuth. Sie liegt am Südrand des Fichtelgebirges und blickt auf knapp 700 Jahre Geschichte zurück. Bekannt ist die Stadt vor allem durch den Goldbergbau, der ihr auch den Namen gab. Historische Bergwerke, Wanderwege und die Verbindung zu Alexander von Humboldt prägen Goldkronach bis heute. Als staatlich anerkannter Erholungsort verbindet die Stadt Natur, Kultur und Geschichte.

Trotz vieler Aufgaben blickt Bürgermeister Holger Bär optimistisch auf die kommenden Jahre. Die Lage sei aber herausfordernd. Der Haushalt sei angespannt.Aber Goldkronach hat auch Firmen, die die Stadt in alle Munde trägt, wie Signode, führender Hersteller von Hochleistungs-Umreifungsmaschinen. Die Produkte kommen weltweit zum Einsatz. Von der Idee bis zur fertigen Maschine. In den vergangenen Jahren habe die Stadt viele Pflichtaufgaben erledigt. Dazu zählen Straßenbau, Regenüberlaufbecken, die Sanierung der Alexander-von-Humboldt Grundschule, Arbeiten an Kanal und Wasserversorgung sowie laufende Sanierungen an der Kläranlage. Das größte Projekt ist das neue Gemeinschaftshaus. Bär geht davon aus, dass es im kommenden Jahr fertig wird. Neue Großprojekte will die Stadt vorerst nicht beginnen. Der Fokus liege auf den Kernaufgaben. „Wir müssen das, was nötig ist, weiter vernünftig angehen“, sagt Bär. Wichtig sei, den Haushalt wieder zu stabilisieren. Gleichzeitig dürfe man notwendige Investitionen nicht aufschieben. Der Bürgermeister vergleicht das mit einem Haus: Wer lange nichts investiere, habe vielleicht Geld auf dem Konto. Irgendwann falle einem aber das Dach auf den Kopf. Deshalb müsse Goldkronach weiter in Infrastruktur investieren, aber mit Augenmaß, exakt so wie wir es in der Vergangenheit gemeinsam getan haben. Eine große Rolle soll künftig das bald fertige Gemeinschaftshaus spielen. Es soll ein Treffpunkt mitten am Marktplatz werden. Dort sollen Feste, Märkte und Veranstaltungen stattfinden können. Auch bei schlechtem Wetter sollen Anbieter und Besucher bessere Bedingungen haben. Die Kirche und weitere Gruppen sollen einbezogen werden, sodass dort auch Seniorenangebote möglich sind. Der bisher genutzte Pfarrstadl sei nicht barrierefrei. Das neue Haus könne bessere Möglichkeiten bieten.

In Brandholz geht es um die Dorferneuerung. Auch in die Wasserversorgung und den Hochbehälter soll investiert werden. Weitere Maßnahmen sind geplant, aber alles müsse finanziell gut abgewogen werden.

Vieles in Goldkronach lebt vom Ehrenamt. Das Ferienprogramm hatte im vergangenen Jahr fast 40 Angebote. Dazu kommen deutsch-tschechische Partnerprogramme. „Solche Angebote kosten wenig, bringen aber viel für die Gemeinschaft“, sagt Bürgermeister Bär.

Stark sei auch das Vereinsleben. In den Sommermonaten gebe es viele Feste und Veranstaltungen. Sportvereine, Angelverein, Feuerwehren und viele weitere Gruppen prägen das Leben in der Stadt.

Seit 2017 gibt es wieder ein eigenes Goldkronacher Bier. Der Brauereiverein hat inzwischen mehr als 80 Mitglieder. Auch für Senioren gibt es Aktionen und Ausflüge, die Jung und Alt zusammenbringen und Nachbarschaftshilfe fördern. Mit den Räumen im Gemeinschaftshaus können Angebote weiter wachsen. Ziel sei, älteren Menschen so lange wie möglich ein Leben zu Hause zu ermöglichen. Dazu passe auch die vorhandene Infrastruktur, etwa ein Lebensmittel-Lieferdienst.

Auch für Familien soll Goldkronach attraktiv bleiben. Derzeit gibt es ein neues Baugebiet, das auch Elemente einer „Schwammstadt“ enthält und daher nachhaltig geplant ist. Fast alle Parzellen sind bereits verkauft oder reserviert, ein Zeichen, dass die Stadt gefragt ist.

Goldkronach wolle aber nicht zu schnell wachsen. Bei der Kinderbetreuung gibt es, mit dem Waldkindergarten in Nemmersdorf, Fortschritte. In Goldkronach steht die Eröffnung einer Streuobst-Kindergartengruppe bevor. Außerdem entsteht an der Grundschule eine Hort. Das Projekt soll ind diesem Jahr abgeschlossen werden. Für Jugendliche will der Bürgermeister weitere Angebote entwickeln. Dabei sollen Jugendbeauftragte und jungen Menschen einbezogen werden. Das Ferienprogramm ist für den Bürgermeister eine Herzensangelegenheit. „Manchmal braucht man einen langen Atem. Wer etwas versucht, muss auch damit leben, dass ein Projekt einmal scheitert“, sagt Holger Bär. Ein weiteres Projekt steht kurz vor dem Abschluss: Am Wohnmobilstellplatz entstehen Sanitärcontainer mit Toiletten und Duschen. Auch das sei ein wichtiger Baustein für die Stadt.

Für die kommenden Jahre sieht Holger Bär die größte Aufgabe darin, Pflichtaufgaben, Infrastruktur und Finanzen in ein gutes Gleichgewicht zu bringen: „Wir wollen uns auf die Kernaufgaben konzentrieren“. Dazu gehören Wasserversorgung, Hochbehälter, Kläranlage und weitere Zukunftsaufgaben. Alles müsse mit Bedacht geschehen. Bürgermeister Bär ist sich sicher: „Goldkronach hat eine starke Gemeinschaft, viele Ideen und Menschen, die ihre Stadt mitgestalten wollen.“

Alexander von Humboldt-Kulturforum

Das Alexander von Humboldt-Kulturforum Franken e.V. erinnert seit seiner Gründung im Jahr 2008 an Leben und Wirken von Alexander von Humboldt, der zwischen 1792 und 1795 in Franken tätig war. Goldkronach ist nicht nur Sitz des Alexander-von-Humboldt-Kulturforums, sondern auch eng mit dem Leben Humboldts verbunden: Von 1792 an verbrachte Alexander von Humboldt dort fünf Jahre, in denen er sich maßgeblich für die Modernisierung und Wiederbelebung des damaligen Bergbaus einsetzte. Unter dem Vorsitz von Hartmut Koschyk hat sich der Verein kontinuierlich weiterentwickelt und sein Veranstaltungsangebot stetig ausgebaut. Auch 2026 lädt das Kulturforum zu einem vielfältigen Programm ein: Unter anderem am 24. Juni im Schloss Thurnau ein Vortragsabend über Alexander von Humboldt und den Bergbau im Fichtelgebirge sowie Frankenwald mit Harald Stark und Dr. Johannes Haslauer. Am 04. Juli folgt im Dendrologischen Garten Bad Berneck eine literarisch-musikalische Lesung, bei der Wolfram Ster Texte Humboldts rezitiert, begleitet von Constantin Strobel an der Gitarre. Das traditionelle Chorkonzert der Goldkronacher Chöre findet am 19. Juli in der Stadtkirche Goldkronach statt. Für Familien und Kinder veranstaltet das Kulturforum am 15. August einen Erlebnistag im Rahmen des Ferienprogramms der Stadt Goldkronach mit Goldwaschen, Einblicke in die Bergwerkswelt und Geschichten über Humboldt. Auch spannend: Am 30. August eine Wanderung auf dem Humboldtweg rund um Goldkronach. Weitere Veranstaltungen im Jahresverlauf.


Von Jessica Mohr
jm
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