Veröffentlicht am 04.04.2026 13:35

Gelebte Tradition

Tragen die Kultur in Bayreuth mit: Die Schaustellerfamilie Sommerer: Sven (l.) und Gudrun, zusammen mit Stadtrat Stefan Specht (2.v.l.), und Brauereichef Jeff Maisel (r.).  (Foto: sd)
Tragen die Kultur in Bayreuth mit: Die Schaustellerfamilie Sommerer: Sven (l.) und Gudrun, zusammen mit Stadtrat Stefan Specht (2.v.l.), und Brauereichef Jeff Maisel (r.). (Foto: sd)
Tragen die Kultur in Bayreuth mit: Die Schaustellerfamilie Sommerer: Sven (l.) und Gudrun, zusammen mit Stadtrat Stefan Specht (2.v.l.), und Brauereichef Jeff Maisel (r.). (Foto: sd)
Tragen die Kultur in Bayreuth mit: Die Schaustellerfamilie Sommerer: Sven (l.) und Gudrun, zusammen mit Stadtrat Stefan Specht (2.v.l.), und Brauereichef Jeff Maisel (r.). (Foto: sd)
Tragen die Kultur in Bayreuth mit: Die Schaustellerfamilie Sommerer: Sven (l.) und Gudrun, zusammen mit Stadtrat Stefan Specht (2.v.l.), und Brauereichef Jeff Maisel (r.). (Foto: sd)

Volksfeste sind mehr als bunte Unterhaltung – sie sind gelebte Tradition. Nun hat die Deutsche UNESCO-Kommission diese besondere Form des Miteinanders offiziell gewürdigt: Die „Schaustellerkultur auf Volksfesten in Deutschland“ wurde in das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen.

Mit dieser Entscheidung rückt eine über 1.200 Jahre gewachsene Kultur in den Fokus. Bundesweit prägen rund 5.600 Schaustellerfamilien das Bild von Kirmes, Kirchweih, Jahrmarkt oder Weihnachtsmarkt. Auf etwa 9.750 Volksfesten kommen jedes Jahr rund 200 Millionen Besucher zusammen. Der Zugang ist frei und genau darin liegt ihre besondere Bedeutung.

Träger dieser Kultur sind die Schausteller selbst. Ihr Wissen, ihre handwerklichen Fähigkeiten und ihre Erfahrungen, geben sie seit Generationen weiter. Gleichzeitig entwickeln sie ihre Angebote stetig fort – zwischen Tradition und Innovation.

„Die Aufnahme in das Verzeichnis ist eine große Anerkennung für unsere Branche und zeigt, welche Bedeutung Volksfeste für das gesellschaftliche Leben haben“, sagt Gudrun Sommerer, Vorsitzende der Bayreuther Sektion. Gemeinsam mit ihrem Sohn Sven, zweiter Vorsitzender, zeigt sie sich erfreut darüber, dass die Arbeit der Schausteller diese Würdigung erfährt. „Es ist ein großer gemeinsamer Erfolg“, betont Gudrun Sommerer.

Auch das Bayreuther Frühlingsfest, von Samstag, 04. April, bis Sonntag, 12. April, ist Teil dieser Kultur. Für Besucher bietet sich damit nicht nicht nur Gelegenheit zu Fahrgeschäften, kulinarischen Angeboten und geselligem Beisammensein – sondern auch ein Stück gelebtes Kulturerbe unmittelbar zu erfahren. Denn trotz der Anerkennung steht die Branche vor Herausforderungen. Steigende Kosten, Personalmangel und zunehmende bürokratische Anforderungen, setzen viele Betriebe unter Druck.

In Bayreuth und vielen anderen Städten dürfte die Nachricht dennoch mit Stolz aufgenommen werden. Denn Volksfeste sind hier nicht nur ein Ereignis im Kalender – sie sind Teil des Lebensgefühls.


Von Gabriele Munzert
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