Stadtbäume erfüllen vielfältige Funktionen. Sie spenden Schatten, kühlen die Luft durch Verdunstung von Wasser, binden Staub und verschönern das Stadtbild. Daher ist es das erklärte Ziel, den Baumbestand in Bayreuth weiter zu erhöhen. Wie in den Vorjahren hat das Stadtgartenamt auch 2025 wieder etwa 100 neue Bäume im Stadtgebiet gepflanzt.
Hinzu kommen acht Platanen am Jean-Paul-Platz vor dem Friedrichsforum, 125 Bäume, die im Rahmen von Pflanzaktionen mit der Universität Bayreuth und dem Festival junger Künstler Bayreuth gepflanzt wurden, sowie 7.000 Setzlinge, die in Zusammenarbeit mit dem Round-Table Club Bayreuth am Studentenwald gepflanzt wurden. Die Pflanzungen wurden durch Spenden der genannten Einrichtungen sowie durch einen Nachlass finanziert.
Für jeden gefällten Baum werden zwei neue gepflanzt
„Den gut 100 Neupflanzungen im Stadtgebiet stehen etwa 40 Bäume gegenüber, die zumeist aus Sicherheitsgründen gefällt werden mussten. Wir ersetzen also jeden gefällten Baum durch mindestens zwei neue“, berichtet Oberbürgermeister Thomas Ebersberger. Dabei setzt man auf Baumarten, die unter der prognostizierten Klimaerwärmung gute Entwicklungschancen haben. Dazu gehören altbewährte Arten wie heimische Eichenarten oder die Elsbeere, aber auch Arten, die in Bayreuth bisher weniger verwendet wurden, wie der Zürgelbaum, der Dreilappige Apfel oder die Zerr-Eiche.
Bei der Pflanzenauswahl wird auf Artenvielfalt gesetzt
„Wir orientieren uns bei der Pflanzenauswahl in Richtung Südfrankreich oder die Balkanländer, also in Regionen, in denen heute die Klimabedingungen herrschen, welche für die nächsten Jahrzehnte für unsere Region vorausgesagt werden“, ergänzt Stadtgartenamtsleiter Robert Pfeifer. Vor allem setzt man auf Artenvielfalt. „Damit senken wir das Risiko, dass bei Auftreten einer spezifischen Pflanzenkrankheit oder eines Schädlings größere Anteile des Bestands ausfallen“, so Pfeifer weiter.
Auch Baumarten, die vor 30 oder 40 Jahren noch häufig verwendet wurden und als zukunftsträchtig galten, geraten heute unter Stress; so die zahlreichen Linden in der Bahnhofstraße. Nach heutigen Erkenntnissen sind die Pflanzgruben für die Bäume einfach zu klein, um in dem trocken-heißen Straßenraum die Bäume ausreichend versorgen zu können. Das Ergebnis: Die Bäume kümmern, zeigen bereits im Sommer braunes Laub und sterben langsam ab.
Blüte zur Festspielzeit
„Eine nachhaltige Verbesserung für Bäume wäre hier nur durch eine Umgestaltung des Straßenraumes möglich, bei der großzügige Pflanzgruben geschaffen werden“, stellt Oberbürgermeister Ebersberger fest. Bis es so weit ist, hat das Stadtgartenamt zunächst auf einer Seite zwischen Main- und Carl-Schüller-Straße die abgestorbenen Bäume entfernt und durch Hibiskus-Sträucher ersetzt, die einen deutlich geringeren Platzbedarf haben und auch mit Hitze gut zurechtkommen. „Die blühen genau zur Festspielzeit“, sagt Ebersberger und freut sich über diese – wenn auch aus der Not geborene – Aufwertung der Bahnhofstraße.