Wenn sich auf dem Volksfestplatz wieder der Duft von gebrannten Mandeln, Bratwürsten und frischem Bier mischt, beginnt in Bayreuth traditionell die Freiluftsaison: Das Frühlingsfest gilt als erste große Outdoor-Veranstaltung des Jahres. In diesem Jahr laden die Schausteller von Karsamstag, 4. April, bis Sonntag, 12. April, zum Bummel, zu Fahrgeschäften und geselligem Beisammensein ein.
Ausgerichtet wird das Fest erneut in Eigenregie vom Schaustellerverband-Sektion Bayreuth – von der Planung bis zur Durchführung. „Wir bringen unser Herz ein und brennen vor Leidenschaft, deshalb wird das Fest auch heuer wieder gut“, sagt die Vorsitzende Gudrun Sommerer im Gespräch mit unserer Redaktion. Hinter den Kulissen bedeutet das monatelange Vorbereitung, organisatorischer Aufwand – und steigende Kosten.
Ein zentrales Thema ist in diesem Jahr das Sicherheitskonzept. Es sei aufwendig, aber unverzichtbar, betont Gudrun Sommerer. Um größere Menschenansammlungen im Eingangsbereich zu vermeiden, werden die ersten Stände bewusst rund 30 Meter nach hinten versetzt. So entstehe Raum, die Besucherströme können sich besser verteilen. „Das ist bei uns einfacher umzusetzen als beim Volksfest, weil wir kleiner sind“, erklärt sie. Die Maßnahme dient auch dem Schutz vor möglichen Gefahrenlagen – etwa, wenn Fahrzeuge Absperrungen überwinden sollten.
Gerade diese bewusste Begrenzung, ist Teil des Konzepts. Zwar gebe es zahlreiche Anfragen weiterer Schausteller, doch der Verband setzt auf ein überschaubares, familiäres Angebot. „Unser Fest soll kleiner und gemütlicher sein als das Volksfest“, sagt Gudrun Sommerer. Die geringere Dichte schaffe nicht nur Atmosphäre, sondern erleichtere auch die Umsetzung der Sicherheitsvorgaben.
Das Frühlingsfest-Angebot auf dem Volksfestplatz ist vielseitig. Klassiker, wie der Breakdance, sind ebenso vertreten wie eine Kinderachterbahn und mehrere Familienfahrgeschäfte. Mit dem „Twister“ richtet sich das Programm gezielt auch an ein breiteres Publikum. Als besonderes Zugpferd gilt in diesem Jahr der „Devil Rock“, von dem es nur zwei Exemplare deutschlandweit gibt. Ergänzt wird das Angebot durch ein Laufgeschäft, Kinderattraktionen wie Mini-Kettenkarussell und Kinderscooter sowie wechselnde Angebote, die jedes Jahr neue Akzente
setzen.
Auch abseits der Fahrgeschäfte wird Wert auf Aufenthaltsqualität gelegt. Vier Biergärten laden zum Verweilen ein, darunter eine Fischbraterei. Eine Bar ergänzt das gastronomische Angebot. Unterstützt vom Stadtgartenamt wird der Platz mit zahlreichen Pflanzen gestaltet: Palmen, Drachenbäume und viele kleinere Gewächse, sorgen gemeinsam mit Sitzgelegenheiten für eine bewusst grüne, freundliche
Atmosphäre.
Höhepunkte im Programm setzen eine groß angelegte Lasershow am Eröffnungssamstag sowie ein Feuerwerk am zweiten Samstag. Am ersten Festtag selbst wird aus Rücksicht auf den stillen Karsamstag bewusst darauf verzichtet. Ein Familientag am Mittwoch sowie Aktionen für Kinder, darunter Maskottchen auf dem Platz, runden das Programm ab.
Trotzdem überwiegt die Zuversicht. Das Bayreuther Frühlingsfest versteht sich bewusst als Gegenentwurf zum großen Volksfest: kleiner, persönlicher und mit wechselnden Attraktionen. Gerade diese Mischung soll dafür sorgen, dass sich Besucher Jahr für Jahr aufs Neue über-
raschen lassen – und der Start in die Freiluftsaison gelingt.