BAYREUTH.Die Lohengrin Therme hat 2024 ihr 25-jähriges Bestehen gefeiert – ein Vierteljahrhundert, das Bayreuth um eine feste Größe im Gesundheits- und Freizeitsektor bereichert hat. Doch nach dieser langen Zeit ist der Modernisierungsbedarf unübersehbar. Um die Wettbewerbsfähigkeit und Attraktivität der Einrichtung langfristig zu sichern, liegt bereits ein umfassendes Entwicklungskonzept vor. Dieses sieht unter anderem eine Erweiterung des Sauna- und Gastronomiebereichs sowie grundlegende bauliche und technische Erneuerungen vor. Die dafür veranschlagten Investitionskosten belaufen sich auf rund 18 Millionen Euro – eine Summe, die die Stadt allein nicht stemmen kann, zumal staatliche Fördermittel kaum in Aussicht stehen.
Vor diesem Hintergrund startet Bayreuth nun einen zweiten Anlauf für eine europaweite Ausschreibung. Gesucht wird ein finanzstarker, erfahrener Partner, der die Therme langfristig per Erbpacht modernisiert und betreibt – und in unmittelbarer Nachbarschaft ein hochwertiges Hotel errichtet. Das erforderliche Baurecht dafür hat die Stadt bereits geschaffen.
Bereits Ende vergangenen Jahres hatte es ein erstes Ausschreibungsverfahren gegeben. Allerdings erfüllte kein Bewerber die Mindestkriterien, sodass der Stadtrat nun die Anforderungen angepasst hat, um den Kreis potenzieller Interessenten zu erweitern. Die neue Ausschreibung soll noch in diesem Frühjahr veröffentlicht werden. Am hohen Qualitätsanspruch hält die Stadt jedoch fest. Oberbürgermeister Thomas Ebersberger betont: „Die Lohengrin Therme ist ein Juwel, dessen Potenzial der richtige Partner voll ausschöpfen kann. Das ist gut für die Therme selbst und ein wichtiger Schritt für die touristische Entwicklung Bayreuths.“
Zwar sei die wirtschaftliche Lage – insbesondere im Bau- und Freizeitsektor – derzeit angespannt, so Ebersberger weiter. Dennoch habe sowohl die Resonanz der vergangenen Jahre als auch die erste Ausschreibung gezeigt, dass grundsätzliches Interesse vorhanden sei. Mit den nun justierten Kriterien wolle man gezielt „an den richtigen Stellschrauben drehen“.
Was sich konkret ändert
Am Hotelbau als Grundvoraussetzung hält die Stadt fest. Ziel ist ein Haus, das das Angebot der Therme ideal ergänzt und neue Gästegruppen für Bayreuth erschließt. Statt eines 4-Sterne-Superior-Standards genügt künftig jedoch ein 4-Sterne-Standard; zudem wird die Mindestzimmerzahl von 100 auf 75 reduziert. Gleichzeitig verlangt die Stadt belastbare Referenzen vergleichbarer Hotel- und Thermenprojekte, um die Professionalität potenzieller Partner sicherzustellen.
Ebersberger unterstreicht die Bedeutung der Therme für Stadt und Region: „Die Lohengrin Therme ist seit Jahren ein zentraler Pfeiler des Tourismus- und Gesundheitsstandorts Bayreuth. Sie verbindet attraktive Angebote für Einheimische und Gäste und trägt dazu bei, dass Bayreuth auch jenseits der Festspielzeit ein interessantes Reiseziel bleibt.“ Ein Hotel direkt neben der Therme würde das bestehende Beherbergungsangebot sinnvoll ergänzen – gerade angesichts der starken Nachfrage in kulturellen Spitzenzeiten.
Ein Blick zurück
Die Geschichte der Lohengrin Therme reicht weiter zurück als ihr offizielles Jubiläum vermuten lässt. Bereits im April 1990 begannen in Laineck Bohrarbeiten – in mehr als 1.100 Metern Tiefe stieß man auf 36 Grad warmes Thermalwasser, das 1995 als Heilwasser anerkannt wurde. Im September 1997 starteten die Bauarbeiten, und am 22. November 1999 öffnete die Therme erstmals ihre Türen fü
Sieben Jahre später folgte eine bedeutende Erweiterung des Sauna- und Wellnessbereichs; nahezu zeitgleich wurde die Anlage als Heilquellenkurbetrieb anerkannt.
Mit der neuen Ausschreibung entscheidet sich nun, wie dieses Kapitel der Lohengrin Therme weitergeschrieben wird – und welcher Partner die Zukunft des traditionsreichen Bayreuther Bades gestalten wird.