BAYREUTH.Schon die Premiere begeisterte das Publikum: Mit Händels „Floridante“ startete Bayreuth Baroque am Freitag, 04. September, erfolgreich in seine siebte Ausgabe. Die Neuinszenierung unter der Regie von Festivalleiter Max Emanuel Cencic wurde im Markgräflichen Opernhaus mit großem Beifall aufgenommen. Bis Sonntag, 13. September, bringt das Festival nochmals internationale Künstler und ein internationales Publikum nach Bayreuth.
Zum Abschluss am Sonntag, 13. September, steht noch einmal Händels „Floridante“ auf dem Programm. Um 12 Uhr lädt das Festival in die Orangerie der Eremitage, zu einem Brunch mit Einführung in die Oper ein. Um 18 Uhr folgt die letzte Aufführung der Produktion im Markgräflichen Opernhaus. Damit endet ein Festival, das seit seiner Gründung im Jahr 2020 zu einer festen Größe der internationalen Barockszene geworden ist.
Die Resonanz fällt auch aus Sicht der örtlichen Politik ausgesprochen positiv aus. Landtagsabgeordneter Franc Dierl spricht von einem „beeindruckenden“ Festival. Die Resonanz zeige, wie wichtig Kultur für Bayreuth sei. Bayreuth Baroque werde weltweit wahrgenommen und sei eine „perfekte Ergänzung zu den Wagnerfestspielen“. Als Landespolitiker wolle er sich für den Fortbestand des Festivals einsetzen.
Auch Landrat Florian Wiedemann sieht in Bayreuth Baroque eine echte Bereicherung für die Region. Oberbürgermeister Dr. Andreas Zippel hebt vor allem die internationale Ausstrahlung hervor: Dass neben den Wagnerfestspielen auch das Barockfestival zahlreiche Gäste aus dem Ausland nach Bayreuth locke, sei ein großer Gewinn für die Stadt. Die Besucher sorgten nicht zuletzt für zusätzliche Nachfrage bei Hotels und Gastronomie.
Gerade diese Verbindung von künstlerischem Anspruch, internationaler Aufmerksamkeit und regionaler Wirkung macht die Bedeutung des Festivals aus. Bayreuth Baroque besetzt dabei eine eigene Position: Es nutzt mit dem Markgräflichen Opernhaus ein weltweit bedeutendes historisches Haus und bringt dort selten gespielte Werke des Barock wieder auf die Bühne. Das Opernhaus bleibt damit nicht nur als Museum, sondern erneut als lebendiger Aufführungsort seiner Epoche erlebbar. Bayreuth Baroque wurde bei den Oper! Awards 2024 als „Bestes Festival“ ausgezeichnet und deshalb international wahrgenommen.
Der Anspruch der Stadt, neben den Richard Wagner-Festspielen, sich auch als international bedeutender Ort der Barockmusik zu etablieren, dürfte damit weiter an Gewicht gewinnen, auch wenn der Stadtrat die Mitfinanzierung immer wieder hinterfragt.
Publikum begeistert – Stadtrat kritisch
Das Festival erhält auch vom Freistaat erhebliche Unterstützung, nämlich heuer 450.000 Euro aus den Fraktionsinitiativen. Der städtische Zuschuss, von 340.000 Euro wird jedoch vom Stadtrat teilweise kritisch gesehen. Ursprünglich war diese Unterstützung als Anschubfinanzierung gedacht. Inzwischen ist daraus faktisch eine dauerhafte kommunale Grundfinanzierung geworden – daran entzündet sich Kritik.
So wird seit 2024 diskutiert. Die Stadt musste 2025 wegen ihrer finanziellen Situation neue Schulden aufnehmen, gleichzeitig wurden Einsparpotenziale gesucht. Im November 2025 musste sich in der Kulturausschuss-Sitzung, Festivalgeschäftsführer Clemens Lukas ausführlich zur wirtschaftlichen Struktur äußern. Daraus ergab sich, dass sich der städtische Beitrag auf rund 15 Prozent der Gesamtfinanzierung beläuft. 2026 werden Einnahmen aus der Vermietung von Inszenierungen und Rechten in Höhe von 86.000 Euro erwartet, außerdem 730.000 Euro Ticketeinnahmen.