Am 34. und letzten Spieltag der Saison in der Regionalliga Bayern tritt die SpVgg Bayreuth am Samstag, 16. Mai, um 12 Uhr beim TSV Aubstadt an. Nach der Sicherstellung des Klassenerhalts durch den Punktgewinn gegen die Zweitligareserve des 1. FC Nürnberg am vergangenen Samstag geht es für die Gelb-Schwarzen ebenso wie für das gastgebende Team aus dem Grabfeld um nicht mehr viel. Somit sind beste Voraussetzungen für ein interessantes Spiel ohne Druck auf beiden Seiten gegeben. Die ursprünglich geplante Anstoßzeit von 14 Uhr wurde auf Bitten des TSV Aubstadt um zwei Stunden nach vorne verlegt. Grund sind Feierlichkeiten beim TSV Aubstadt im Anschluss an die Begegnung.
Die Altstadt steht nach dem 0:0 am vergangenen Samstag gegen den als Regionalligameister feststehenden 1. FC Nürnberg II mit 38 Punkten auf Tabellenplatz 13 und hat sich damit endgültig eine weitere Regionalliga-Saison gesichert. Der TSV Aubstadt ist Tabellen-Achter mit 46 Punkten, hat damit nur zwei Zähler Rückstand auf den Tabellen-Fünften VfB Eichstätt und steht gleichzeitig auch nur zwei Punkte vor dem Tabellen-Zehnten FC Bayern München II. Die SpVgg Bayreuth könnte lediglich mit einem Sieg noch den Tabellen-Zwölften FC Memmingen (39 Zähler), der beim noch um den Klassenerhalt kämpfenden FC Augsburg II gastiert, überholen.
Die Unterfranken holten aus den vergangenen fünf Spielen fünf Zähler – einen 1:0-Sieg gegen den VfB Eichstätt und jeweils ein 1:1-Unentschieden bei Viktoria Aschaffenburg und gegen die SpVgg Hankofen-Hailing – also die beiden aktuell auf den Abstiegsrängen 17 und 18 stehenden Teams. Zuletzt gab es am vergangenen Samstag eine 1:3-Niederlage beim noch um den direkten Klassenerhalt kämpfenden TSV Schwaben Augsburg. Nach dem 1:0-Führungstreffer der „Schwabenritter“ in der 11. Minute durch Odin Redier glichen die Grabfelder in der 14. Minute durch Max Grimm aus, ehe die Fuggerstädter in der zweiten Hälfte durch Achitpol Keereerom (2:1, 53.) und Marc Sodji (3:1, 69.) für die Entscheidung sorgten.
„Ich denke, dass die erste Halbzeit sehr ausgeglichen war. Es gab nur wenige Torchancen von beiden Mannschaften. Wir haben kurz vor der Pause dann einige hochkarätige Möglichkeiten. Die müssen wir nutzen, dann gehen wir mit einer Führung in die Pause. In der zweiten Halbzeit waren wir zu harmlos. Der Gegner hatte zwei Chancen und machte dadurch die beiden Tore. Insgesamt war Augsburg die bessere Mannschaft, daher ist unsere Niederlage verdient”, bilanzierte der Aubstadter Trainer Claudiu Bozesan nach der Partie. Der 59-jährige Deutsch-Rumäne übernahm zu Saisonbeginn das Traineramt beim TSV. In der vergangenen Spielzeit war er noch Coach beim ASV Rimpar (Landesliga Nordwest).
16 der bisherigen 45 Aubstädter Saisontore hat der 26-jährige deutsch-italienische Angreifer Severo Sturm erzielt. Der Top-Torschütze der Grabfelder war zur Winterpause der Saison 2024/25 von Hessen Kassel aus der Regionalliga Südwest nach Aubstadt gewechselt und hat sich als echte Verstärkung erwiesen. Stürmer Max Grimm (22) traf bisher achtmal ins Schwarze. Der 21-jährige Defensivspieler Marcel Fischer kam vor der Saison aus der Bayernliga Nord vom Würzburger FV und hat gute Perspektiven. Auch offensiv weiß er, wo sich das Tor befindet, für ihn stehen bislang fünf Treffer zu Buche. Vier Tore hat Mittelfeld-Routinier Timo Pitter (33), der bereits seit 2019 für die Unterfranken aufläuft und zu den festen Säulen des Teams zählt, auf dem Konto.
Jeweils zweimal trafen Stürmer Pascal Moll (25) und Defender Ingo Feser (30) ins Schwarze. Je einen Treffer haben der vor der Saison vom Ligakonkurrenten FV Illertissen gekommene Offensivakteur Franz Helmer (25), die Mittelfeldspieler Maximilian Eckstein (20), Radzivon Hushcha (20, gebürtiger Belarusse, kam vor der Saison vom damaligen Regionalliga-Absteiger FC Eintracht Bamberg) und Nico Schmidt (29, kam von Bayern Hof) sowie die Abwehrakteure Steffen Behr (30), Maximilian Stahl (23) und der vom Nord-Bayernligisten TSV Abtswind gekommene Egor Zelenskiy (22) erzielt.
Weitere Stammspieler bei den Grabfeldern sind im Mittelfeld Leon Heinze (26) und Marcel Volkmuth (27), in der Abwehr Tim Hüttl (28), Lukas Mrozek (23) und Marco Nickel (26) sowie im Tor der ukrainische Keeper Vladyslav Vertey (27).
In der Historie der Regionalliga Bayern gab es bislang zehn Duelle zwischen der SpVgg Bayreuth und dem TSV Aubstadt. Sechs Partien endeten mit einem Unentschieden, dreimal siegte die Altstadt und beim letzten Zusammentreffen zum Abschluss der Hinrunde der Saison 2025/26 gab es den bisher ersten und einzigen Aubstädter Sieg in der obersten Amateurliga. Am 8. November 2025 gab es eine unglückliche 2:3-Heimniederlage der SpVgg Bayreuth. Nachwuchsstürmer Levi Kraus, der erst dieser Tage bei der Altstadt für die kommende Saison verlängert hat, brachte die SpVgg schnell in der 9. Minute mit 1:0 in Führung. Ingo Feser glich per Foulelfmeter für Aubstadt aus (25.). Nur fünf Minuten später brachte Patrick Scheder nach Vorarbeit von Levi Kraus die Bayreuther abermals mit 2:1 in Front (30.). In der zweiten Halbzeit glich Marco Nickel zum 2:2 aus (63.), ehe Goalgetter Severo Sturm mit einem kuriosen Tor nach einem Pressschlag in der 70. Minute die Partie mit dem 3:2 für die Grabfelder entschied.
Die damalige Altstadt-Geschäftsführerin Dr. Nicole Kalemba sprach nach der Partie von einer „sehr unglücklichen Niederlage. Wir gingen 1:0 in Führung, bekamen den 1:1-Ausgleich durch einen unumstrittenen Elfmeter, machten das 2:1 und insgesamt ein Super-Spiel. Nach der Pause bekamen wir dann das 2:2 und dann das kuriose 2:3, das einfach gerade irgendwie zu unserer Situation passt. Es war unter dem Strich sehr schade, die Jungs haben super gespielt. Am Ende wollten es die Aubstadter vielleicht ein bisschen mehr“.
Wie bereits im Hinspiel gehen die Gelb-Schwarzen auch bei der Partie in Aubstadt personell geschwächt ins Spiel. Im Heimspiel gegen die Zweitligareserve des 1. FC Nürnberg am vergangenen Samstag fehlten die Langzeitverletzten Lukas Quirin und Ben Fischer sowie Felix Heim, Marco Zietsch, Nicolas Andermatt, Deniz Koc, Davide Sekulovic und Patrick Scheder. Ob verletzte Spieler zur Partie in Aubstadt zurückkommen, ist fraglich. Wichtig war in jedem Fall, dass die Altstadt mit dem 0:0 gegen die U23 des Club den Klassenerhalt endgültig sicherstellte. Der Bayreuther Trainer Lukas Kling zeigte sich denn auch nach der Partie vom vergangenen Samstag sehr zufrieden: „Unsere Jungs haben heute wieder alles rausgehauen, so wie in den letzten Heimspielen auch, und haben sich den Punkt redlich verdient. Es war ein richtiges Kampfspiel. Wir sind unfassbar stolz auf das, was die Jungs jetzt geleistet haben und dass wir heute den Klassenerhalt feiern können“.
In der Vorschau auf das letzte Saisonspiel in Aubstadt erklärt Lukas Kling: „Aubstadt ist eine Mannschaft, die sich in der vorderen Tabellenhälfte festgesetzt hat und gegen die wir das Hinspiel nach zweimaliger Führung unglücklich verloren haben. Wir wollen in jedem Fall im letzten Saisonspiel nochmal was mitnehmen und wollen die Saison sauber zu Ende bringen“. Zur Verletztensituation erklärte Lukas Kling, dass man beim angeschlagenen Dennis Lippert „jetzt kein Risiko mehr eingehen wolle. Er wurde nochmal gespritzt und hat eine Woche länger Zeit, um zu regenerieren. Thomas Winklbauer ist Gelb-gesperrt. Ansonsten wird sich im Kader im Vergleich zum Spiel gegen den FCN II Stand jetzt nichts ändern“.