Nach dem hart erkämpften 1:1-Unentschieden bei den Würzburger Kickers am vergangenen Dienstag empfängt die SpVgg Bayreuth im Rahmen des 31. Spieltages der Regionalliga Bayern am Freitag, 24. April, um 19 Uhr mit dem Tabellenzweiten SpVgg Unterhaching den nächsten Meisterschaftskandidaten.
Die Aussage von Altstadt-Cheftrainer Lukas Kling, dass die Gelb-Schwarzen in den beiden „Bonusspielen“ in Würzburg und gegen Unterhaching das „Zünglein an der Waage“ im Meisterschaftskampf der Regionalliga Bayern sein könnten, wollen die Bayreuther nach dem Punktgewinn in Unterfranken jetzt auch im heimischen Hans-Walter-Wild-Stadion gegen die Hachinger bestätigen. Durch den Würzburger Punktverlust rutschten die Kickers von Rang zwei auf Tabellenplatz drei ab, während sich Unterhaching mit einem ungefährdeten 3:0-Heimsieg gegen die akut abstiegsgefährdete SpVgg Hankofen-Hailing schadlos hielt und auf Tabellenrang zwei nach vorne rückte. Da Tabellenführer 1. FC Nürnberg II (am vergangenen Dienstag 4:1 gegen die zweite Mannschaft des FC Bayern) auf die Teilnahme an den Aufstiegsspielen zur Dritten Liga verzichtet, stehen aktuell die Hachinger auf dem Platz mit der Chance zur Rückkehr in den Drittligafußball.
Die „Dorfbuam“ der SpVgg Hankofen-Hailing wehrten sich am vergangenen Dienstag in Unterhaching lange im Rahmen ihrer Möglichkeiten, Cornelius Pfeiffer (38.) und Simon Skarlatidis mit einem verwandelten Foulelfmeter (45.) brachten die Gastgeber jedoch noch vor der Halbzeitpause auf die Siegerstraße. Den „Deckel drauf“ machte Tim Hannemann kurz vor dem Abpfiff (87.). „Es war eine schwierige erste Halbzeit von uns, weil wir nicht unseren besten Fußball gespielt haben. Das war oft zu langsam, nicht diszipliniert. Wir haben nicht unser bestes Spiel gezeigt, am Ende steht aber ein Sieg, und der ist auch absolut verdient”, bilanzierte der Hachinger Cheftrainer Sven Bender nach der Partie.
Die SpVgg Unterhaching hat damit jetzt zuletzt eine Siegesserie von vier Dreiern in Folge gegen Teams aus der unteren Tabellenregion hingelegt, zuvor hatte es Ende März/Anfang April aber zwei 0:1-Niederlagen bei der SpVgg Ansbach und zu Hause gegen den TSV Buchbach gegeben. Mit 64 Punkten nach 30 Spielen haben die Münchner Vorstädter in der Tabelle einen Zähler Vorsprung auf die Würzburger Kickers und neun Punkte Vorsprung auf den Tabellenvierten FV Illertissen. Der Kampf um die Teilnahme an den Relegationsspielen zur Dritten Liga gegen den Meister der Regionalliga Nordost wird damit also nur noch zwischen den Hachingern und den Würzburger Kickers entschieden.
Bester Schütze der Unterhachinger, die aktuell mit 64 Treffern das torhungrigste Team in der laufenden Regionalligasaison darstellen, ist der 34-jährige Mittelfeldroutinier Simon Skarlatidis mit derzeit zwölf Treffern. Auf jeweils neun Tore kommen Sturmtalent und Eigengewächs Cornelius Pfeiffer (20) und der 22-jährige Jorden Aigboje, der vor der Saison vom Nachwuchs der SpVgg Greuther Fürth nach Haching wechselte.
Jeweils sechsmal haben der vom Nachwuchs des 1. FC Nürnberg nachverpflichtete Jeroen Krupa (22) und dessen 19-jähriger Sturmkollege und Hachinger Eigengewächs Tim Hannemann ins Schwarze getroffen. Der erst nach Saisonbeginn vom FC Garmisch-Partenkirchen aus der Landesliga Südost gekommene Moritz Müller (26) hat fünf Tore auf dem Konto. Der 37-jährige Abwehrroutinier und gebürtige Bayreuther Manuel Stiefler, der auch schon in jungen Jahren für die Altstadt auflief, hat dreimal für die Hachinger getroffen, ebenso wie das erst 17-jährige Mittelfeldtalent Wesley Krattenmacher.
Der 21-jährige Stürmer Christoph Negele, der vor der Saison vom FC Heidenheim kam und auch bereits einen Bundesligaeinsatz vorweisen kann, hat genauso wie der vom TSV 1860 München gekommene Mike Gevorgyan (20) zweimal im gegnerischen Kasten eingenetzt. Auf jeweils ein Saisontor kommen der in der Winterpause von der U21 des FC Bayern nachverpflichtete 22-jährige Stürmer Richard Meier, die Mittelfeldakteure Andy Breuer (20) und Marc Zimmermann (21, kam aus der Regionalliga Nordost aus Eilenburg und ist aktuell verletzt) sowie der 34-jährige, von den Würzburger Kickers nach Unterhaching gewechselte Abwehrroutinier Alexander Winkler und dessen Defensivkollegen Nils Ortel (21) sowie der erst zur Winterpause nachverpflichtete Christoph Ehlich (27, zuletzt vor dem Abstieg im Drittligakader des SV Sandhausen).
Weitere Stammkräfte im Hachinger Kader sind in der Defensive der 19-jährige Österreicher Nils Pfluger und Routinier sowie sportlicher Leiter Markus Schwabl (35), Sohn von Präsident Manfred Schwabl. Der von 1860 München gekommene 20-jährige kosovarische Torhüter Erion Avdija ist ein sicherer Rückhalt des Hachinger Teams, bereits zwei Einsätze hat auch der zur Winterpause von der SpVgg Bayreuth gekommene Keeper Maurice Dehler (22) absolviert.
In der Historie der Regionalliga Bayern sind bislang sieben Partien zwischen der SpVgg Unterhaching und der SpVgg Bayreuth ausgewiesen – in den Spielzeiten 2015/16 und 2016/17 sowie in der Bayreuther Meisterschafts- und Drittliga-Aufstiegssaison 2021/22 und das Hinspiel in der laufenden Spielzeit 2025/26. Zwei Bayreuther Siegen und zwei Unentschieden stehen drei Siege der Hachinger gegenüber. Ein 1:1-Remis holte die Altstadt einigermaßen überraschend auch beim Hinspiel der laufenden Saison am 17.Oktober 2025 im Unterhachinger Sportpark. Kapitän Nicolas Andermatt brachte die Gelb-Schwarzen in der 22. Minute in Führung, den Ausgleich markierte Jeroen Grupa (62.).
Die damalige SpVgg-Geschäftsführerin Dr. Nicole Kalemba sprach nach der Partie von einem „fantastischen Unentschieden. Wir sind unfassbar stolz auf diese brutale Mannschaftsleistung. Was die Jungs heute geackert haben, war Wahnsinn. Der Gegentreffer war natürlich schade. Aber es war ein wahnsinnig verdientes Unentschieden beim Tabellenführer“. Torhüter Lino Kasten verletzte sich in der Partie ohne Fremdeinwirkung, hatte einen Abriss des Hüftbeugers und fiel in der Folge monatelang aus.
Wie im Hinspiel hat die Altstadt auch am Freitag im Rückspiel mit Verletzungsproblemen zu kämpfen. Wie der Bayreuther Cheftrainer Lukas Kling erklärte, fallen wie bereits in Würzburg Nicolas Andermatt, Dennis Lippert und Patrick Scheder sowie nach einer im Spiel bei den Kickers zugezogenen Gehirnerschütterung Marco Zietsch sicher aus. Bei den ebenfalls angeschlagenen Angelo Brückner und Davide Sekulovic (dem Schütze des Elfmetertores zur 1:0-Führung am Dienstag in Würzburg) besteht Resthoffnung und bei Felix Heim geringe Resthoffnung, dass sie spielen können.
Ansonsten sieht Lukas Kling ähnliche Voraussetzungen für sein Teams wie am Dienstag bei der Partie in Würzburg. „Unterhaching hat zuletzt vier Siege am Stück geholt. Wir können ganz befreit aufspielen und versuchen auf jeden Fall, was Zählbares zu holen, damit wir auch rein rechnerisch den Klassenerhalt sichern können, wenn Greuther Fürth II gegen Würzburg nicht gewinnt“.
Info
Für alle Fans, die am Freitag Abend nicht ins Stadion können, wird die Partie der SpVgg Bayreuth gegen die SpVgg Unterhaching als Livestream auf BR24 im Web, in der App und in der ARD-Mediathek übertragen.