Veröffentlicht am 13.05.2026 13:02

Zwischen Weltpolitik und fränkischer Tradition

Bezirksrat Stefan Specht, Klaus Liebig, Referent Dr. Christoph von Marschall, Bürgermeister der Stadt Pegnitz Wolfgang Nierhoff, Altbürgermeister Manfred <br>Thümmler, MdL Rainer Ludwig, Regierungsvizepräsident Thomas Engel und MdL Franc Dierl.  (Foto: gmu)
Bezirksrat Stefan Specht, Klaus Liebig, Referent Dr. Christoph von Marschall, Bürgermeister der Stadt Pegnitz Wolfgang Nierhoff, Altbürgermeister Manfred
Thümmler, MdL Rainer Ludwig, Regierungsvizepräsident Thomas Engel und MdL Franc Dierl. (Foto: gmu)
Bezirksrat Stefan Specht, Klaus Liebig, Referent Dr. Christoph von Marschall, Bürgermeister der Stadt Pegnitz Wolfgang Nierhoff, Altbürgermeister Manfred
Thümmler, MdL Rainer Ludwig, Regierungsvizepräsident Thomas Engel und MdL Franc Dierl. (Foto: gmu)
Bezirksrat Stefan Specht, Klaus Liebig, Referent Dr. Christoph von Marschall, Bürgermeister der Stadt Pegnitz Wolfgang Nierhoff, Altbürgermeister Manfred
Thümmler, MdL Rainer Ludwig, Regierungsvizepräsident Thomas Engel und MdL Franc Dierl. (Foto: gmu)
Bezirksrat Stefan Specht, Klaus Liebig, Referent Dr. Christoph von Marschall, Bürgermeister der Stadt Pegnitz Wolfgang Nierhoff, Altbürgermeister Manfred
Thümmler, MdL Rainer Ludwig, Regierungsvizepräsident Thomas Engel und MdL Franc Dierl. (Foto: gmu)

PEGNITZ.Der Wirtschaftsflinderer in Horlach bei Pegnitz bleibt auch 2026 eine feste Größe im gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Kalender der Region. Seit Jahrzehnten bringt die traditionsreiche Veranstaltung Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft, Schulen, Behörden, Kirchen und Verbänden zusammen.

Im Gasthaus Krieg in Horlach trafen sich erneut zahlreiche Gäste zum Austausch über aktuelle Herausforderungen – begleitet von fränkischer Gastfreundschaft, Flindererspezialitäten und politischen Informationen.

Gastgeber Klaus Liebig, Geschäftsführer der vfm-Gruppe Versicherungs + Finanz-
makler GmbH, begrüßte die Gäste zum Auftakt. Er betonte die Bedeutung des persönlichen Austauschs und die besondere Mischung der Veranstaltung:

„Wir freuen uns sehr, dass Sie alle hier den Weg zum traditionellen Wirtschaftsflinderer nach Horlach gefunden haben. Entscheider schätzen dieses Treffen, um sich auszutauschen und Themen gemeinsam voranzubringen.“

Wie in den vergangenen Jahren auch übernahm der frühere Pegnitzer Bürgermeister Manfred Thümmler die persönliche Vorstellung vieler Ehrengäste. Mit kleinen Anekdoten und humorvollen Bemerkungen entwickelte sich die Begrüßung erneut zu einem unterhaltsamen Programmpunkt. Nicht ohne Grund wird die Veranstaltung in der Region scherzhaft als die „Festspiele von Pegnitz“ bezeichnet – mit Thümmler als „Festspielleiter“.

Der Pegnitzer Erste Bürgermeister Wolfgang Nierhoff würdigte in seinem Grußwort die Rolle der regionalen Unternehmen. „Ohne dieses Engagement wäre die wirtschaftliche Entwicklung unserer Region nicht möglich“, sagte er.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand der Vortrag von Dr. Christoph von Marschall. Der Berliner Journalist, Chefredakteur des Tagesspiegels und regelmäßiger Gast politischer Fernsehdiskussionen, sprach zum Thema „Trumps Sieg und Deutschlands Irrwege“. Dr. Marschall, der viele Jahre als USA-Korrespondent tätig war und unter mehreren Präsidenten aus dem Weißen Haus berichtete, analysierte die aktuelle weltpolitische Lage mit Blick auf die Vereinigten Staaten, Russland, China und Europa.

Dabei zeichnete er das Bild einer Weltordnung, die zunehmend von Machtpolitik geprägt sei. Europa und insbesondere Deutschland hätten sich lange auf Regeln, wirtschaftliche Verflechtung und diplomatische Lösungen verlassen. „Die Welt ist nicht, wie wir sie gerne hätten“, sagte von Marschall. Gerade der Krieg in der Ukraine zeige, wie verletzlich die bisherige Ordnung geworden sei.

Besonders eindringlich sprach er über die sicherheitspolitischen Herausforderungen für Deutschland und Europa. Der Ukraine-Krieg sei aus seiner Sicht „eine Schicksalsfrage für Deutschland“. Zugleich warnte er davor, geopolitische Entwicklungen zu lange zu verdrängen. Deutschland müsse schneller handeln, realistischer denken und seine wirtschaftlichen sowie militärischen Abhängigkeiten neu bewerten.

Trotz aller kritischen Töne betonte Dr. Marschall auch die wirtschaftliche Stärke Deutschlands. Das Land habe sich über Jahrzehnte Wohlstand und internationale Bedeutung erarbeitet. Gerade deshalb müsse man sich jetzt ehrlich mit den Veränderungen der Welt auseinandersetzen.

Nach den politischen und wirtschaftlichen Analysen sorgte Kabarettist Wolfgang Krebs für den humorvollen Schlusspunkt. Mit seinen bekannten Parodien auf Markus Söder, Hubert Aiwanger und Edmund Stoiber brachte er den Saal immer wieder zum Lachen. Gleichzeitig schlug auch Wolfgang Krebs ernstere Töne an. Er warb für mehr Ehrlichkeit in der Politik und hob die Bedeutung unabhängiger Medien hervor. „Unsere lokalen Zeitungen und Sender sind Bausteine unserer Demokratie“, sagte er. Im Anschluss nutzten viele Gäste die Gelegenheit zu persönlichen Gesprächen bei Flindererspezialitäten.


Von Gabriele Munzert
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