Veröffentlicht am 12.01.2026 19:19

Zehn Bewerber – ein Chefsessel

OB-Wahl 2026: Eine absolute Mehrheit im ersten Wahlgang ist unwahrscheinlich. (Foto: PEXELS/Montage: SaGa Medien& Vetrieb.)
OB-Wahl 2026: Eine absolute Mehrheit im ersten Wahlgang ist unwahrscheinlich. (Foto: PEXELS/Montage: SaGa Medien& Vetrieb.)
OB-Wahl 2026: Eine absolute Mehrheit im ersten Wahlgang ist unwahrscheinlich. (Foto: PEXELS/Montage: SaGa Medien& Vetrieb.)
OB-Wahl 2026: Eine absolute Mehrheit im ersten Wahlgang ist unwahrscheinlich. (Foto: PEXELS/Montage: SaGa Medien& Vetrieb.)
OB-Wahl 2026: Eine absolute Mehrheit im ersten Wahlgang ist unwahrscheinlich. (Foto: PEXELS/Montage: SaGa Medien& Vetrieb.)

BAYREUTH. Am 08. März wählen die Bürgerinnen und Bürger in Bayern ihre kommunalen Spitzenämter, auch in Bayreuth. Der Wahlkampf ist bereits deutlich spürbar – und er hat auch an Schärfe gewonnen.

Noch nie haben sich in Bayreuth gleichzeitig zehn Kandidatinnen und Kandidaten um das Amt des Oberbürgermeisters beworben. Angesichts der Einwohnerzahl und der Tatsache, dass sich andernorts für kommunale Ämter überhaupt niemand findet, ist das bemerkenswert. Eines eint alle Herausforderer: Sie üben Kritik am amtierenden Oberbürgermeister. Das ist legitim. Kritik gehört zur Demokratie. Wer ein Spitzenamt innehat, muss sich an Entscheidungen, Führungsstil und Ergebnissen messen lassen.

Fest steht bereits jetzt: Bei zehn Bewerberinnen und Bewerbern ist eine absolute Mehrheit im ersten Wahlgang unwahrscheinlich. Die Entscheidung dürfte erneut in einer Stichwahl fallen – ein vertrautes Szenario. Ein Blick zurück zeigt: Bei den vergangenen drei OB-Wahlen erreichte kein Kandidat im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit.

• 2006 unterlag Ulrich Pfeifer (SPD) in der Stichwahl knapp Dr. Michael Hohl (CSU).
• 2012 verlor Hohl gegen Brigitte Merk-Erbe.
• 2020 setzte sich Herausforderer Thomas Ebersberger gegen die amtierende Merk-Erbe durch.

Der Ton im aktuellen Wahlkampf wird rau. Doch: Wer kritisiert sachlich? Wer setzt auf persönliche Angriffe? Und wem wird wirklich zugetraut, eine Stadt nicht nur im Wahlkampf, sondern auch im Alltag des Rathauses zu führen?

Kritik an den Themen Stadtentwicklung, Kommunikation oder Führungsstil gehört zum demokratischen Wettbewerb. Sie ist notwendig, sie schärft Profile und zwingt zur Rechenschaft. Persönliche Angriffe hingegen bergen Risiken: Sie beschädigen das Vertrauen in die Politik, lenken von Inhalten ab und verstärken den Eindruck, es gehe weniger um Lösungen als um Abrechnungen.

Für die Wählerinnen und Wähler lohnt sich daher ein genauer Blick nicht nur auf die OB-Kandidatur, sondern auch auf die Listen für den Stadtrat. Denn dort entscheidet sich, wie Politik in Bayreuth künftig gemacht wird.


Von Gabriele Munzert
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