Veröffentlicht am 10.01.2026 13:13

Wenn Holzfiguren lebendig werden

Das Marionettentheater Operla: Im Bild zu sehen die Aufführung des Märchens „Hänsel und Gretel“.  (Foto: red )
Das Marionettentheater Operla: Im Bild zu sehen die Aufführung des Märchens „Hänsel und Gretel“. (Foto: red )
Das Marionettentheater Operla: Im Bild zu sehen die Aufführung des Märchens „Hänsel und Gretel“. (Foto: red )
Das Marionettentheater Operla: Im Bild zu sehen die Aufführung des Märchens „Hänsel und Gretel“. (Foto: red )
Das Marionettentheater Operla: Im Bild zu sehen die Aufführung des Märchens „Hänsel und Gretel“. (Foto: red )

Gisela Mösch-Ahner leitet das Marionettentheater Operla in Bayreuth. Das kleine Haus liegt nahe der Friedrichstraße, in der Steingraeber-Passage. Es gilt als das kleinste Opernhaus der Stadt. Seit 2008 werden dort Stücke mit handgefertigten Marionetten gezeigt. Der Saal fasst nur 42 Plätze. Das schafft Nähe. Und eine besondere Stimmung. Über den Weg zum Marionettentheater sagt Gisela Mösch-Ahner: „Schon als Kind habe ich stundenlang mit Puppen gespielt.“ Kleider seien selbst genäht und gestrickt worden. „Das Basteln gehörte früh dazu.“ Der Einstieg in das Marionettenspiel kam später. „Mit Mitte 20 stand eine Anzeige in der Zeitung. Gesucht wurden Marionettenspieler.“ Der Kontakt führte zu einer kleinen Gruppe unter der Leitung von Hans Schuierer. „Dort habe ich gelernt, wie man Marionetten baut und spielt.“ Das Marionettentheater biete bis heute viele Möglichkeiten. „Gefühle lassen sich ausdrücken. Kreativität fließt zusammen. Und es entsteht etwas Gemeinsames.“

Für das Spiel mit Marionetten brauche es besondere Eigenschaften. „Wichtig ist Einfühlungsvermögen.“ Eigene Gefühle müssten an die Figur weitergegeben werden. Auch praktische Dinge spielten eine Rolle. „Hinter der Bühne ist wenig Platz. Nähe zu anderen gehört dazu.“ Für das Operla sei zudem Interesse an Musik und Theater hilfreich. „Das kann aber auch erst mit der Zeit wachsen.“

Die Vorbereitung vor einer Aufführung ist genau geplant. „Hinter der Bühne ist es sehr eng.“ Deshalb müsse alles griffbereit liegen. Marionetten hängen an festen Plätzen. Kulissen seien mit wenigen Handgriffen erreichbar. „Besonders wichtig ist die Kontrolle der Fäden.“ Nur so lasse sich jede Figur sicher führen.

Die Bewegung der Marionetten entsteht durch einfache, aber präzise Handgriffe. „Das Führungskreuz wird genommen. An den Fäden wird gezogen.“ Wie lebendig eine Figur wirkt, hänge von ihrem Bau ab. „Jede Marionette reagiert anders.“ Wichtig sei Ruhe. „Ruckartige Bewegungen stören das Spiel.“

Die besondere Faszination des Marionettentheaters beschreibt Gisela Mösch-Ahner so: „Es entsteht ein Zauber.“ Das Publikum vergesse schnell, dass Holzfiguren auf der Bühne stehen. Besonders intensiv seien emotionale Szenen. „Wenn eine gefühlvolle Passage aus einer Wagner-Oper gelingt, ist das sehr beglückend.“ Auch der Bau der Figuren berge Überraschungen. „Plötzlich hat die Marionette einen eigenen Charakter.“

Für jede neue Inszenierung entstehen neue Figuren. „Derzeit entstehen Marionetten für den ,Fliegenden Holländer‘.“ Auch das Bayerische Fernsehen begleite die Arbeit in der Werkstatt.

Was das Operla einzigartig macht, fasst Mösch-Ahner so zusammen: „Hier lässt sich Gestaltung ganz ausleben.“ Zum Theater gehörten nicht nur Bühne und Figuren. Auch der Innenhof werde thematisch gestaltet. In den Pausen gebe es kleine kulinarische Überraschungen. „Der Abend soll mit allen Sinnen erlebt werden.“ Dafür arbeiteten alle Beteiligten mit großer Hingabe.

Das Marionettentheater Operla sucht weitere Mitspielerinnen und Mitspieler. Gesucht werden Menschen mit Interesse an Theater, Musik und kreativem Arbeiten, die Lust haben, Marionetten auf der Bühne zum Leben zu erwecken. Bei Interesse an einer Mitarbeit als Marionettenspieler besteht die Möglichkeit, sich beim Operla in Bayreuth zu bewerben: www.operla.de/operla_ev/


Von Jessica Mohr
jm
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