Veröffentlicht am 19.01.2026 16:23

Vernissage und Film

Foto: Pixabay
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Anfang Februar plant die Deutsch-Tschechische Gesellschaft Bayreuth e.V. zwei Veranstaltungen: Am 2. Februar findet eine Ausstellung statt und am 4. Februar, in Zusammenarbeit mit dem CINEPLEX, eine Filmveranstaltung.

Vernissage „Prague in my Heart“


Kunst-Fotografien Prags und anderer europäischer Städte

Foto-Ausstellung am 2. Februar 2026 in der Deutsch-Tschechischen Gesellschaft. Schulstrasse 5 in Bayreuth.


Der in Tschechien vor allem als Film- und Fernsehkameramann bekannte Asen Šopov stellt am 2. Februar 2026 in der Deutsch-Tschechischen Gesellschaft in Bayreuth seine fotografischen Arbeiten vor.

Die aktuelle Ausstellung „Prague in my Heart“ oder „Prag in meinem Herzen“ ist eine fotografisches Erzählung Asen Šopovs Lebens. Die Dynamik der vielfältigen Kamerabewegungen, in deren Verlauf der Fotograf den Auslöser drückt, haucht er den dargestellten Motiven zugleich das Innenleben des Autors ein. So wurde die einzigartige Beziehung zwischen Ort und Mensch sichtbar.

In Prag wie auch in vielen anderen Städten, in denen Asen gelebt oder filmisch gearbeitet hat, ging er auch zum Fotografieren an die Orte, an die es ihn innerlich zog; diesem Impuls folgend, ging er so beim Fotografieren stets von seiner Beziehung zum jeweiligen Ort aus. Vor Ort, könnte man sagen, „spielt“ er mit der Stadt. Oder vielleicht handelt es sich um einen Tanzschritt zwischen der Kamera in der Hand des Autors und dem städtischen Winkel oder Ausblick, der in ihm diese bestimmte Bewegung auslöst.

Und dann ist da das Licht, Asen Šopovs liebster „Pinsel“. Durch Licht und Farben betrachtet er zugleich Stimmungen, Emotionen und inneren Verfassungen des Ortes wie seine eigenen, seine gedanklichen Bewegungen, spontane Einfälle und Experimente. Insta:https://www.instagram.com/p/DTXYWF3DeBi/?igsh=cTFybnlxeGZ6bHl2

Film „Heiden”, am 4.2.2026 Cineplex

Tschechischer Titel: Pohani

OmU = Tschechisch mit englischen Untertiteln

Genre: Drama

Regisseurin: Olga Dabrowská

Darsteller: Lenka Vychodilová , Eva Alner Jízdná , Tereza Slánská , Josef Polášek , Jiří Racek , Zdeněk Podhůrský

Dauer: 92 min.

„Heiden“ ist die Verfilmung eines Theaterstücks der verstorbenen Anna Jablonská, deren früher Tod diesem existenziellen Drama eine beklemmende Tiefe verleiht. Die Geschichte erkundet das Wesen des Glaubens, die Zerbrechlichkeit der traditionellen Familie und den Druck gesellschaftlicher Moralvorstellungen. Im Zentrum steht eine dysfunktionale Familie, deren Mitglieder zwar ein scheinbar gewöhnliches Leben führen, sich jedoch emotional entfremdet haben und unfähig sind, echte Nähe zueinander aufzubauen. Unter der stillen Oberfläche verbergen sich unausgesprochene Frustrationen, verdrängte Sehnsüchte und erstickte Träume.

Diese erstarrte Welt gerät ins Wanken, als die gläubige Großmutter unangekündigt auftaucht und beschließt zu bleiben. Ihre Anwesenheit wirkt wie ein Katalysator und löst unerwartete Veränderungen bei Mutter, Vater und der jugendlichen Tochter aus. Mit zunehmender Spannung entfaltet sich eine Verwandlung – begleitet von Momenten, die an Wunder grenzen.

In eindringlichem Schwarz-Weiß gedreht, thematisiert Heiden auch den Einfluss der ukrainisch-orthodoxen Kirche unter dem Moskauer Patriarchat – eine Institution, die häufig durch politische Macht und staatliche Kontrolle geprägt ist.

Das sanft satirische, existenzielle Drama aus dem orthodoxen Teil der Ukraine (wie auch Russlands) zeigt den Konflikt zwischen dogmatischer Bigotterie und dem aufrichtigen Wunsch nach Wahrheit und Liebe, projiziert auf die Geschichte einer gewöhnlichen Familie. Es prangert die Religion an, die von der Macht missbraucht wird und zu einem abergläubischen, fanatischen Leben führt. Der Film zeigt, wie verzerrter Glaube das Denken, Handeln und Schicksal von Menschen beschädigt. Die Pharisäer aller Religionen auf der Welt beeinflussen oft das Leben von Millionen Menschen und machen aus Religion ein Hindernis auf dem Weg zur Erkenntnis, statt sie als Pfad dorthin zu öffnen.

Alte Gewohnheiten sterben langsam, und die Menschen neigen zum Herdentrieb. In einem Umfeld, in dem religiöse Führer jemand anderem oder etwas anderem als Gott dienen und diese eigennützigen Interessen fälschlich als „Gottes Wort“ und „Gottes Wille“ ausgeben, lassen sich Menschen leicht kollektiv in eine hoffnungslose Existenz verführen, in der ihr Leben weder aufblüht noch einen Sinn ergibt.

Wie in diesem Film kann ein großer Umbruch im Leben kann manchmal wie eine Therapie wirken, denn manchmal ist ein Schock das Beste, was einem passieren kann.


Von Onlineredaktion
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