Die Gesundheitsregionplus Stadt und Landkreis Bayreuth, der Fachbereich Gesundheitswesen am Landratsamt Bayreuth und die AOK Direktion Bayreuth-Kulmbach setzen gemeinsam mit der Deutschen Krebshilfe und der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention e.V. (ADP) ein deutliches Zeichen für mehr UV-Schutz im Alltag. Das Präventionsprojekt „WATCH OUT” informiert bundesweit über den UV-Index – ein leicht verständliches Maß, das die Stärke der UV-Strahlung anzeigt und Orientierung für den richtigen Sonnenschutz bietet. Ab sofort wird diese Initiative auch in unserer Region verstärkt sichtbar.
Am 18. Januar 2026 fand die erste regionale „WATCH-OUT”-Winteraktion am Ochsenkopf statt – einem der zentralen Wintersportgebiete Nordbayerns.
Mit der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention und der AOK Direktion Bayreuth-Kulmbach informierte die Gesundheitsregionplus Wintersportlerinnen und Wintersportler direkt vor Ort über die Risiken der UV-Strahlung im Winter. Die AOK unterstützte die Aktion mit einem Mitmach-Stand, der viele Besucher anlockte. Vor Ort konnten sich Gäste über UV-Schutz, Hautkrebsprävention und geeignete Schutzmaßnahmen im Winter informieren – ein wichtiger Schritt, um die Bedeutung des UV-Index in der Region bekannter zu machen.
Warum UV-Schutz wichtig ist
Gerade im Fichtelgebirge ist die UV-Belastung im Winter oft höher als erwartet. Mit jedem Anstieg um 1.000 Höhenmeter steigt die UV-Strahlung um etwa 10 Prozent. Frisch gefallener Schnee reflektiert zudem bis zu 90 Prozent der Strahlung. Damit gehören auch die beliebten Ski- und Wandergebiete am Ochsenkopf zu Orten, an denen Vorsicht geboten ist – selbst an frostigen oder bewölkten Tagen.
Gerd Nettekoven, Vorstand der Deutschen Krebshilfe, sagt: „Gerade bei Aktivitäten im Freien wird die Intensität der UV-Strahlung oft unterschätzt. Mit dem Präventionsprojekt WATCH OUT wollen wir dies ändern. Nur durch ein breites Netzwerk kann es gelingen, den UV-Index im Alltag der Menschen zu verankern und so das Hautkrebsrisiko nachhaltig zu senken.“
Prof. Dr. Eckhard Breitbart, Dermatologe und Vorsitzender der ADP, erklärt: „Wir haben kein Sinnesorgan für die UV-Strahlung. Wenn die Haut juckt oder brennt, hat sie bereits massiven Schaden genommen.“
Carina Annalena Jung, Projektleiterin von WATCH OUT, betont: „Wir freuen uns sehr, gemeinsam nun erstmals auch im Bereich Wintersport in der Region Bayreuth aktiv zu sein.“
Melanie Heinlein-Lodes, Direktorin der AOK Direktion Bayreuth-Kulmbach, ergänzt: „UV-Schutz ist kein Saison-Thema. Als Gesundheitskasse setzen wir uns dafür ein, auch im Winter für den Schutz der Haut zu sensibilisieren.“
Hautkrebs – auch in Bayern ein zunehmendes Problem
Die Zahl der Hautkrebsdiagnosen steigt bundesweit – und macht auch vor Bayern nicht halt. Allein 2023 erkrankten deutschlandweit über 370.000 Menschen neu an Hautkrebs. Besonders gefährlich ist das maligne Melanom (48.000 Fälle), aber auch Basalzell- und Plattenepithelkarzinome treten immer häufiger auf. Hauptgrund: zu hohe UV-Belastung, oft unterschätzt im Alltag.
Die Akteure möchten mit WATCH OUT nun erreichen, dass der UV-Schutz so selbstverständlich wird wie Helm oder Handschuhe beim Wintersport. UV-Index-Tafeln, Informationsangebote und regionale Aktionen sollen helfen, die Menschen in Stadt und Landkreis Bayreuth besser zu schützen.
Tipps für den Wintersport im Fichtelgebirge:
• Sonnenschutz für Gesicht, Lippen und Ohren
• UV-Schutzbrille oder Skibrille
• Kopfbedeckung (Helm, Mütze, Stirnband)
• UV-Index vor der Tour checken
• Mittagssonne möglichst meiden