BAYREUTH. Wer seinen Garten nicht nur optisch aufwerten, sondern zugleich einen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt leisten möchte, sollte jetzt aktiv werden. Jetzt ist die ideale Pflanzzeit für winterharte Stauden. Darauf weist Stadtgartenamtsleiter Robert Pfeifer in seinem aktuellen Gartentipp hin – und gibt praktische Hinweise, wie sich ein insektenfreundliches Umfeld schaffen lässt.
„Mehrjährige Stauden sorgen über viele Jahre hinweg für Blütenreichtum“, erklärt Pfeifer. Gerade vor dem Hintergrund rückläufiger Insektenbestände stelle sich für viele Gartenbesitzer die Frage, welche Pflanzen nicht nur schön aussehen, sondern auch Bienen, Schmetterlingen und Käfern zugutekommen.
Eine zentrale Rolle spielt dabei die richtige Auswahl und Kombination der Pflanzen. Entscheidend sei, dass vom zeitigen Frühjahr bis in den Herbst hinein ein durchgehendes Nahrungsangebot vorhanden ist. „Es wird durchgeblüht – das hilft auch den Insekten“, so Pfeifer. Während im Frühjahr etwa das Lungenkraut erste Nahrung bietet, übernehmen im Herbst spätblühende Stauden wie die Fetthenne diese Aufgabe.
Weniger geeignet sind hingegen stark gefüllte Blütenformen. Sie mögen dekorativ erscheinen, bieten Insekten jedoch kaum Zugang zu Nektar und Pollen. Naturnahe, ungefüllte Blüten seien deutlich wertvoller. „Wer einmal beobachtet, wie sich eine Biene an einer offenen Pfingstrose bedient, erkennt schnell den Unterschied“, sagt Pfeifer.
Darüber hinaus empfiehlt der Fachmann eine möglichst große Pflanzenvielfalt im Garten. Verschiedene Insektenarten bevorzugen unterschiedliche Stauden: Hummeln etwa fühlen sich von der Kugeldistel angezogen, während die Blaue Holzbiene gerne Muskatellersalbei anfliegt. Auch Nachtfalter profitieren von passenden Pflanzen wie Phlox. Je abwechslungsreicher das Angebot, desto größer ist die Vielfalt an Insekten.
Ein oft unterschätzter Aspekt ist zudem die Bedeutung von sogenannten Fraßpflanzen für Raupen. Hier kommen vor allem heimische Wildstauden ins Spiel. So dient die Brennnessel als wichtige Lebensgrundlage für Schmetterlingsarten wie Tagpfauenauge oder Kleinen Fuchs. Veilchen wiederum sind für den Kaisermantel unverzichtbar. „Wer Insekten wirklich unterstützen will, sollte auch diesen Pflanzen Raum geben“, betont Pfeifer.
Am Ende zahlt sich das Engagement doppelt aus: Ein artenreicher Garten bietet nicht nur Insekten wertvollen Lebensraum, sondern wird auch für seine Besitzer zu einem lebendigen, naturnahen Rückzugsort.