Veröffentlicht am 23.04.2026 18:54

Afrikaforum rückt Chancen in den Fokus

Dr. Auma Obama, Gründerin der Auma Obama Foundation Sauti Kuu, ist bei der Veranstaltung dabei. (Foto: red)
Dr. Auma Obama, Gründerin der Auma Obama Foundation Sauti Kuu, ist bei der Veranstaltung dabei. (Foto: red)
Dr. Auma Obama, Gründerin der Auma Obama Foundation Sauti Kuu, ist bei der Veranstaltung dabei. (Foto: red)
Dr. Auma Obama, Gründerin der Auma Obama Foundation Sauti Kuu, ist bei der Veranstaltung dabei. (Foto: red)
Dr. Auma Obama, Gründerin der Auma Obama Foundation Sauti Kuu, ist bei der Veranstaltung dabei. (Foto: red)

BAYREUTH. Afrikas Märkte rücken zunehmend in den Fokus bayerischer Unternehmen – nicht als Empfänger von Entwicklungshilfe, sondern als eigenständige Wirtschaftspartner. Beim Afrikaforum Bayern 2026 in Bayreuth soll genau dieser Perspektivwechsel im Mittelpunkt stehen: hin zu nachhaltigen Handelsbeziehungen auf Augenhöhe.

Veranstaltet wird das Forum von der IHK für Oberfranken Bayreuth gemeinsam mit Partnern wie den Wirtschaftsjunioren Bayreuth. Ziel ist es, Unternehmen aus der Region mit Akteurinnen und Akteuren aus Afrika zusammenzubringen und konkrete Ansätze für eine intensivere wirtschaftliche Zusammenarbeit zu entwickeln. Neu in diesem Jahr: Neben bayerischen Unternehmen kommen verstärkt auch Stimmen aus afrikanischen Ländern selbst zu Wort.

Einen Überblick über die wirtschaftlichen Chancen auf dem Kontinent gibt die Beraterin Natalie Schrogl. Sie beleuchtet die Potenziale der 54 afrikanischen Märkte und zeigt auf, wie beide Seiten von einer engeren Kooperation profitieren können. Wachstum sei dabei keine Einbahnstraße, sondern könne nur durch gegenseitigen Austausch entstehen.

Für einen grundsätzlichen Perspektivwechsel plädiert auch Auma Obama. Die Gründerin der Sauti-Kuu-Stiftung und international gefragte Rednerin setzt auf das Leitmotiv „Trade statt Aid“. Afrikanische Unternehmerinnen und Unternehmer seien keine Hilfsempfänger, sondern selbstbewusste Marktakteure. Entscheidend sei eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe, die lokale Wertschöpfung stärkt und langfristig tragfähige Beziehungen schafft.

Wie solche Partnerschaften konkret gelingen können, ist ein zentrales Thema der Veranstaltung. Obama empfiehlt insbesondere mittelständischen Betrieben, sich intensiv mit lokalen Gegebenheiten auseinanderzusetzen, kulturelle Unterschiede zu verstehen und Beziehungen langfristig aufzubauen. Chancen sieht sie unter anderem in der Agrarwirtschaft, in Bildungsangeboten, im Handwerk sowie im Tourismus und in Zukunftsbranchen wie Energie und Gesundheit.

Dass Innovationen nicht nur aus Europa kommen, betont auch Johanna Horzetzky von der IHK. Gerade im Bereich mobiler Lösungen seien viele afrikanische Unternehmen Vorreiter. Entsprechend gehe es beim Forum auch darum, voneinander zu lernen – und nicht nur Wissen zu exportieren.

Bereits im Vorfeld setzen die Wirtschaftsjunioren mit einer Diskussionsveranstaltung ein Zeichen. Unter dem Titel „Beyond Capital – Neue Finanzarchitektur für echte Teilhabe“ wird über faire Finanzierungsmodelle und neue Formen globaler Zusammenarbeit gesprochen. Florian Eagan von den Wirtschaftsjunioren sieht darin eine wichtige Grundlage: „Wir müssen Afrika neu denken – weniger Hilfe, mehr Partnerschaft.“

Im Zentrum des Afrikaforums steht schließlich die Frage, wie stabile und faire wirtschaftliche Beziehungen gestaltet werden können. Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft und Politik diskutieren darüber, wie Wettbewerb, Praxiswissen und lokale Wertschöpfung miteinander verbunden werden können – mit Blick auf langfristige Partnerschaften und gemeinsamen Nutzen.

Veranstaltungsdaten:
Donnerstag, 7. Mai, 2026, 9 bis 17 Uhr, Universität Bayreuth, Forschungszentrum für Afrikastudien, Universitätsstraße 30. Teilnahme kostenlos, Anmeldung erforderlich. Schirmherr: Staatssekretär Tobias Gotthardt.
Informationen und Anmeldung: https://afrika-forum.bayern/


Von Gabriele Munzert
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