Das Jahr 2025 war auch in Bayreuth geprägt von anhaltenden internationalen Krisen, einem Regierungswechsel auf Bundesebene und einer angespannten wirtschaftlichen Lage. Diese Rahmenbedingungen wirkten sich spürbar auf die kommunalen Finanzen sowie auf den Wohnungs- und Baumarkt aus.
Trotz dieser Herausforderungen hat die Stadt Bayreuth ihren Kurs fortgesetzt. Der Abbau des Investitionsstaus, insbesondere bei Schulen und Kindertagesstätten, wurde weiter vorangetrieben. Parallel dazu wurden wichtige Projekte zur Stärkung Bayreuths als Wirtschafts-, Wohn- und Kulturstandort umgesetzt oder entscheidend vorbereitet. Oberbürgermeister Thomas Ebersberger zog hierzu im Rahmen seines Jahres-Pressegesprächs Bilanz und gab einen Ausblick auf die Schwerpunkte des kommenden Jahres. Die hier angesprochenen Themen stellen dabei lediglich eine Auswahl der Inhalte dar, die bei der Pressekonferenz behandelt wurden.
Ein zentrales Thema für 2026 ist der städtische Haushalt. Steigende Sozial- und Personalkosten sowie die Finanzierung großer Bauprojekte treffen auf sinkende Schlüsselzuweisungen und eine weiter wachsende Bezirksumlage. Ziel bleibt ein genehmigungsfähiger Haushalt, der das Leistungsangebot der Stadt – auch im Bereich freiwilliger Leistungen – möglichst erhält. Gleichzeitig ist eine klare Priorisierung notwendig. Der Fokus liegt auf unverzichtbaren Bau- und Unterhaltsmaßnahmen sowie auf Projekten mit nachhaltiger Wirkung für die Stadtentwicklung.
Im Bereich Wirtschaft und Innovation stehen 2026 unter anderem der weitere Ausbau des Regionalen Innovations- und Gründerzentrums (RIZ) sowie der Neubau des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Informationstechnik im Mittelpunkt. Wichtige private Investitionen, etwa die DRV-Reha-Klinik an der Lohengrin Therme, der Neubau eines Brauhauses der Brauerei Maisel und der geplante Möbelmarkt von XXXLutz und Mömax, setzen zusätzliche Impulse für den Standort Bayreuth.
Auch das Klinikum Bayreuth sowie der inzwischen „hervorragend entwickelte Medizincampus Oberfranken (MCO)” standen im Fokus. Gerade durch den MCO erhofft man sich auch Fachkräfte in der Region halten zu können. Fast 800 Studierende sind derzeit am MCO eingeschrieben, jährlich bedeutet das, dass zirka 100 neue Ärzte für Oberfranken ihren Abschluss dort machen. Gestartet sei man 2019 mit rund 50 Studierenden. Besonders als Arbeitgeber habe sich auch das Klinikum im vergangenen Jahr hervorgetan: „Zum Start des neuen Ausbildungsjahres wurden so viele Azubis gemeldet wie nie zuvor”, so Thomas Ebersberger stolz.
Oberbürgermeister Thomas Ebersberger betonte in diesem Zusammenhang die Bedeutung langfristiger Planung: Ihm gehe es nicht um Projekte für eine einzelne Wahlperiode oder um kurzfristige Effekte, sondern um tragfähige Entscheidungen und Entwicklungen, die die Stadt Bayreuth über Jahrzehnte hinweg stärken. „Langfristigkeit ist mir wichtig”, so Thomas Ebersberger.
Auch die Belebung der Innenstadt bleibt ein wichtiges Ziel. Maßnahmen aus dem Sonderfonds „Innenstädte beleben“ sowie Projekte wie das „neuseum“ tragen zur Aufwertung des öffentlichen Raums bei. Der Glasfaserausbau schreitet weiter voran und soll 2026 in weiten Teilen abgeschlossen werden.
Im Bereich Wohnen und Stadtentwicklung arbeitet die Stadt trotz der angespannten Lage in der Bauwirtschaft weiter an neuen Wohnbauflächen. Eine zentrale Rolle übernimmt dabei die städtische Wohnungsbaugesellschaft GEWOG, die 2026 umfangreiche Investitionen in Neubau, Sanierung und energetische Maßnahmen plant.
Ein besonderer Schwerpunkt des Jahres 2026 liegt im Bereich Kultur und Tourismus. Das Jubiläum „150 Jahre Bayreuther Festspiele“ mit zahlreichen Veranstaltungen sowie der Abschluss der Sanierung des Friedrichsforums sollen wichtige Impulse für die überregionale Wahrnehmung Bayreuths setzen.
Insgesamt wird 2026 ein Jahr entscheidender Weichenstellungen. Unter schwierigen finanziellen Bedingungen gilt es, zentrale Projekte abzuschließen, Zukunftsinvestitionen zu sichern und Bayreuth als lebenswerte, leistungsfähige und kulturell starke Stadt weiterzuentwickeln.