Die Städte entlang der Franken-Sachsen-Magistrale fordern Tempo. Bund und Bahn sollen die Planungen rasch beauftragen. Ziel ist ein Baustart ab 2029. Darauf einigten sich die Oberbürgermeister des Sächsisch-Bayerischen Städtenetzes in Plauen.
Im Mittelpunkt stand die Wiederaufnahme der Planung zur Elektrifizierung der Strecke. Bahnvertreter Martin Walden berichtete über den aktuellen Stand. Nach Jahren des Stillstands soll das Projekt weitergehen. Bund, Bahn und Bayern wollen die kommende Sperrung im Pegnitztal nutzen. Dort werden 18 marode Brücken ersetzt. Gleichzeitig soll der Abschnitt Nürnberg–Schnabelwaid elektrifiziert werden. Baubeginn ist für das Ende des Jahrzehnts vorgesehen.
Die Kommunen unterstützen die Bündelung der Arbeiten. Sie erwarten mehr Akzeptanz für lange Sperrzeiten, wenn neben Reparaturen auch Verbesserungen erfolgen. Bayreuths Oberbürgermeister Thomas Ebersberger sieht darin einen Gewinn für Fahrgäste. Die Elektrifizierung sei überfällig. Zudem spare die gemeinsame Umsetzung Zeit und Geld.
Die aktuelle Sperrung im Pegnitztal belastet auch Reisende aus Sachsen. Plauens Oberbürgermeister Steffen Zenner kritisierte längere Fahrzeiten und Ersatzverkehr. Diese Situation dauere voraussichtlich bis zum nächsten Sommer an. Zwickaus Oberbürgermeisterin Constance Arndt forderte eine klare Strategie von Bahn und Bund, um künftige Sperrzeiten so kurz wie möglich zu halten.
Voraussetzung dafür ist eine schnelle Fortsetzung der Planung. Marktredwitz’ Oberbürgermeister Oliver Weigel erwartet zeitnah die offizielle Beauftragung der Bahn durch das Bundesverkehrsministerium.
Hofs Oberbürgermeisterin Eva Döhla betonte die europäische Bedeutung des Projekts. Die Elektrifizierung schließe eine Lücke zwischen Ost- und Westverbindungen. Mehrere wichtige Strecken in Sachsen und Böhmen könnten so elektrisch an den Bahnknoten Nürnberg angebunden werden. Auch Vertreter des sächsischen Infrastrukturministeriums unterstrichen diese Bedeutung.
Die Städte sind sich einig: Die Strecke gewinnt durch wirtschaftliche und politische Entwicklungen in Mittel- und Osteuropa weiter an Gewicht. Jetzt komme es auf das Zusammenspiel aller Beteiligten an. Das Städtenetz will Planung und Bau aktiv unterstützen.