Karl Lappe, amtierender Bürgermeister der Gemeinde Mistelgau, kündigt an, im März 2026 erneut für das Bürgermeisteramt zu kandidieren. Im Gespräch erläutert er, was ihn zu diesem Schritt bewegt und welche Ziele er für die Zukunft der Gemeinde verfolgt.
Rückblickend auf seine bisherige Amtszeit betont Lappe vor allem die großen Fortschritte im Bereich Bildung und Betreuung. Besonders hervor hebt er, „dass wir die Zahl der Kitaplätze verdoppeln konnten und dafür umfangreiche Baumaßnahmen umgesetzt haben.“ Ebenso wichtig sei für ihn gewesen, „Grundschule und Turnhalle zu sanieren, zwei zusätzliche Klassenzimmer zu errichten und eine offene Ganztagsbetreuung einzuführen, sodass wir die vom Staat ab 2027 geforderten Betreuungsplätze schon jetzt sicherstellen können.“ Die energetisch optimierten Einrichtungen würden mit einer CO₂-neutralen Hackschnitzelheizung sowie Photovoltaikanlagen versorgt. Seine Entscheidungen der vergangenen Jahre würde er, wie er sagt, „so wieder treffen.“
Auf die Frage nach seiner Motivation für eine erneute Kandidatur erklärt Lappe, „dass mich die Möglichkeit, meine Heimat aktiv mitzugestalten, antreibt – im engen Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern.“ Er wolle begonnene Projekte der Daseinsvorsorge und Infrastruktur weiterführen und zugleich „Ansprechpartner, Unterstützer und Berater bei Anliegen der Menschen vor Ort bleiben.“
Zu den wichtigsten Zukunftsaufgaben der Gemeinde zählt er umfangreiche Investitionen in die Wasser- und Abwasserinfrastruktur. So erläutert er, „dass nach der laufenden Sanierung des Kanalnetzes sowie der Teilkläranlage nun weitere Maßnahmen in der Kläranlage – etwa an Rechen, Sandfang und Nachklärbecken – notwendig sind, die wir fachlich solide und finanziell möglichst ohne zusätzliche Beiträge für die Bürger umsetzen wollen.“ Darüber hinaus sieht er Handlungsbedarf im Straßennetz, beim weiteren Glasfaserausbau sowie bei der Entwicklung des Wirtschaftsstandorts, der über 1600 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze umfasst. Auch städtebauliche Themen habe er im Blick, darunter „die Weiterentwicklung neuer Baugebiete, Angebote für Senioren, das Umfeld der Therme, die Gastronomie sowie Wärme- und Energieplanung.“
Gefragt nach dem Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger betont Lappe, dieses wolle er stärken, indem er „offen, ehrlich, respektvoll und geradlinig kommuniziert und Herausforderungen im direkten Austausch angeht.“ Zudem sei es ihm wichtig, „als Bürgermeister eine glaubwürdige Vorbildfunktion vorzuleben.“
Im Hinblick auf den anstehenden Wahlkampf setzt Lappe auf seine große Erfahrung. Er verweist darauf, „dass über 35 Jahre kommunalpolitische Tätigkeit sowie mein Wissen aus verschiedenen beruflichen und ehrenamtlichen Aufgaben eine solide Grundlage für verlässliche Entscheidungen bieten.“ Vor allem im Bau-, Finanz-, Steuer- und Verwaltungsbereich könne er sich „besonders gut einbringen.“ Viele gemeindliche Projekte im Tiefbau habe er selbst begleitet und dabei „pragmatische, wirtschaftliche und mit den Anwohnern abgestimmte Lösungen entwickelt.“ Auch die Bearbeitung von über 400 Notarverträgen sei ein Beispiel für den hohen Abstimmungsbedarf, den er verantwortungsvoll wahrgenommen habe. Trotz großer Investitionen sei es gelungen, „durch Fördergelder, steuerliche Rückerstattungen und wirtschaftliches Bauen die Verschuldung der Gemeinde um über vier Millionen Euro zu senken.“
Ein zentrales Anliegen bleibt für ihn eine konstruktive Zusammenarbeit im Gemeinderat. „Mir ist wichtig, alle wesentlichen Vorhaben sachlich zu erklären und breite Mehrheiten oder – im besten Fall – einstimmige Beschlüsse zu erzielen,“ sagt Lappe. Bei neun unterschiedlichen Gruppierungen im Gemeinderat sei das nicht immer einfach, doch „nach intensiver Diskussion war am Ende meist ein Konsens möglich.“ Für ihn steht fest: „Die notwendige Sachpolitik muss immer über persönlichen Einzelinteressen stehen.“