Veröffentlicht am 08.01.2026 19:39, aktualisiert am 08.01.2026 19:54

In Köln an die Leistung in Kirchheim anknüpfen

An die Leistung beim Sieg in Kirchheim (Bild, am Ball KeVaughn Allen) will der BBC Bayreuth auch am Sonntag bei den RheinStars Köln anknüpfen. (Foto: Nina Sander)
An die Leistung beim Sieg in Kirchheim (Bild, am Ball KeVaughn Allen) will der BBC Bayreuth auch am Sonntag bei den RheinStars Köln anknüpfen. (Foto: Nina Sander)
An die Leistung beim Sieg in Kirchheim (Bild, am Ball KeVaughn Allen) will der BBC Bayreuth auch am Sonntag bei den RheinStars Köln anknüpfen. (Foto: Nina Sander)
An die Leistung beim Sieg in Kirchheim (Bild, am Ball KeVaughn Allen) will der BBC Bayreuth auch am Sonntag bei den RheinStars Köln anknüpfen. (Foto: Nina Sander)
An die Leistung beim Sieg in Kirchheim (Bild, am Ball KeVaughn Allen) will der BBC Bayreuth auch am Sonntag bei den RheinStars Köln anknüpfen. (Foto: Nina Sander)

Zu einem „Duell auf Augenhöhe“ gastiert der BBC Bayreuth zum Hinrundenabschluss in der BARMER 2. Basketball-Bundesliga ProA am Sonntag, 11. Januar, um 17 Uhr bei den RheinStars Köln. Der Wildcard-Aufsteiger aus der Rhein-Metropole ist als Tabellen-15. mit 12:20 Zählern punktgleich mit dem an 13. Stelle stehenden BBC. Beide Teams weisen aktuell eine positive Tendenz auf: Während die Bayreuther zuletzt zwei Siege feiern konnten, sind die Kölner in den vergangenen sechs Ligaspielen viermal erfolgreich gewesen.

Der Gegner RheinStars Köln im Portrait

Der Traditionsstandort Köln – man kann auf eine fast 30-jährige Bundesligageschichte mit fünf deutschen Meisterschaften und sechs Pokalsiegen zurückblicken – lebt mit dem Aufstieg der RheinStars am „grünen Tisch“ am Ende der vergangenen Spielzeit in der ProB wieder auf. Sportlich war man eigentlich bereits in der ersten Runde der ProB-Playoffs an Lok Bernau gescheitert. Im Sommer 2024 hatte man sich als ProB-Vizemeister sportlich für die ProA qualifiziert, durfte aber aufgrund des Fehlens einer adäquaten Spielstätte nicht aufsteigen. Diese Spielstätte hatte man nun mit der „Motorwelt“ am Butzweilerhof im Kölner Nordwesten und bewarb sich daher für eine Wildcard in der ProA, die von der Liga letztlich wegen freigewordener Plätze auch zugeteilt wurde.

Anfangs hatten die Kölner noch einige Startschwierigkeiten in der ProA. In den ersten fünf Spielen gab es ausschließlich Niederlagen, bis der erste Sieg mit 87:74 gegen die Bozic Estriche Knights Kirchheim gelang. Zuvor hatte Stephan Baeck, der neben seinem Amt als Geschäftsführer Sport anfangs auch als Headcoach agierte, den Cheftrainerposten an seinen Assistenten Zoran Kukic übergeben, um dem Verein einen neuen Impuls zu geben. Dies gelang, die Kölner sind mittlerweile ordentlich in der neuen Liga etabliert und in den vergangenen sechs Partien gab es vier Siege gegen die GIESSEN 46ers, die HAKRO Merlin Crailsheim, die Bayer Giants Leverkusen und zuletzt mit 95:92 auswärts bei den Nürnberg Falcons BC.

„Ich gratuliere meinen Spielern für eine sehr gute Leistung. Wir wissen alle, dass es eine enge Liga ist und jeder jeden schlagen kann. Du musst von Spiel zu Spiel schauen, aber es macht auch einfach sehr viel Spaß gerade“, sagte Headcoach Zoran Kukic nach der Partie. „Wir haben einige Anpassungen im Laufe der Saison machen müssen, aber inzwischen sind wir als Aufsteiger definitiv in dieser Liga angekommen, das können wir sagen.“ Aus einer geschlossenen Mannschaft ragte diesmal Center Björn Rohwer mit seinen 32 Punkten, vier Assists, fünf Rebounds und zwei Steals heraus, den die Nürnberger nie in den Griff bekamen.

Geschäftsführer Sport Stephan Baeck ergänzte: „Wir sind sehr glücklich, wie sich die Mannschaft entwickelt. Verletzungsbedingt sind wir in unserer Rotation unter dem Korb immer noch kurz und müssen aufpassen, aber wenn Björn Rohwer das so auffängt wie in den letzten beiden Spielen, ist das überragend“.

Topscorer der RheinStars ist aktuell Cedric Russell mit im Schnitt 15,8 Punkten, 3,2 Rebounds, 2,1 Assists und einer Dreierquote von 40,8 Prozent in zehn absolvierten Spielen. Der 26-jährige US-amerikanische Pointguard mit Führungs- und Scoringqualitäten wurde Anfang November 2025 nachverpflichtet, kam vom FIBA Europe-Cup-Teilnehmer KP Trepca Mitrovice aus dem Kosovo und war in der Saison 2024/25 für die Traiskirchen Lions in Österreich aktiv.

Der 30-jährige, 2,13 Meter große Center-Routinier Björn Rohwer ist seit 2023 Teil der RheinStars, hat bisher alle Saisonspiele absolviert und 12,2 Punkte, 4,1 Rebounds und eine bemerkenswerte Dreierquote von 50 Prozent bei 40 Versuchen auf dem Scoreboard stehen. Der 25-jährige kanadische Power Forward Adam Paige kam vor der Saison von den Itzehoe Eagles nach Köln. Mit durchschnittlich elf Punkten und 4,1 Rebounds avancierte er zu einem der Leistungsträger der RheinStars.

Der frühere A2-Nationalspielmacher Haris Hujic kehrte als Neuzugang aus Trier nach zweijähriger Verletzungspause in Köln aufs Parkett zurück. Bislang hat der 28-jährige Shooting Guard zehn Partien für die RheinStars absolviert und dabei 10,6 Zähler und 1,7 Rebounds zu verzeichnen. Ein ligaerprobter Neuzugang ist Justin Onyejiaka. Der 21-jährige Small Forward kam zu Saisonbeginn von ProA-Absteiger RASTA Vechta II und scorte 9,1 Punkte und 3,7 Rebounds. Von den Uni Baskets Münster wechselte Point Guard Jasper Günther (26), der mit einem Schnitt von 7,7 Punkten und 1,3 Rebounds einen Stammplatz im Team einnimmt.

Der 27-jährige US-amerikanische Center Hall B Elisias ist derzeit verletzt. In sechs absolvierten Spielen für die RheinStars hat der von Horsens IC aus Dänemark gekommene Big Man im Schnitt 4,5 Punkte gescort und sechs Bälle abgegriffen. Damit ist er vom Durchschnitt her bislang Top-Rebounder der Rheinländer. US-Shooting Guard Michael Jordan Miller (28 Jahre, 8,1 Punkte, 4,8 Rebounds, 2,5 Assists) wechselte vor der Saison von Ligakonkurrent PS Karlsruhe Lions. Von BK Ventspils aus Litauen kam der US-amerikanische Power Forward Zachary Watson (25 Jahre, 5,1 Zähler, 3,2 Rebounds).

Komplettiert wird der Kader der RheinStars vom bewährten Point Guard Rupert Hennen (28 Jahre, 6,5 Punkte, 1,9 Rebounds, 2,1 Assists), dem 24-jährigen, in der US-College-Liga NCAA bei den Cedarville Yellow Jackets ausgebildeten Shooting Guard Timothy Davis (3,8 Zähler, 1,8 Rebounds) und dem 26-jährigen, derzeit verletzten Schweizer Power Forward Laurent Zoccoletti (3,4 Punkte, 3,4 Rebounds).

Beim BBC Bayreuth will man die gestartete Serie von zuletzt zwei Siegen, darunter am vergangenen Samstag dem überraschenden 99:90-Auswärtssieg bei den Bozic Estriche Knights Kirchheim, in der „Motorwelt“ in Köln möglichst ausbauen und so einen weiteren wichtigen Sieg im Abstiegskampf holen, zumal anschließend in den nächsten Spielen mit Leverkusen und Paderborn zwei weitere „Teams auf Augenhöhe“ warten.

Trainerstimme BBC-Headcoach Lukas Hofer

Köln ist ein Team, das offensiv extrem viele Waffen hat und über sehr gutes Shooting und viel Spacing verfügt. Gerade auf den deutschen Positionen gibt es sehr viel Erfahrung mit Björn Rohwer und Haris Hujic und auch einige junge Talente. Es wird ein Spiel sein, bei dem wir versuchen müssen, mehr zu scoren als Köln und ihnen gleichzeitig offensiv so viel wegzunehmen wie möglich. Unterm Strich müssen wir mit einem Bomben-Selbstvertrauen nach Köln fahren. Wir haben mit Kirchheim gerade wohl eines der besten Teams der Liga geschlagen und ich erwarte, dass wir in Köln so auch auftreten: Mit viel Selbstvertrauen, Leichtigkeit der Ballbewegung und dem Teamplay wie wir es in Kirchheim gezeigt haben. Wenn wir eine ähnlich gute Offensivleistung bringen und eine entsprechende Teamleistung bringen, haben wir auch eine Chance, in Köln zu gewinnen.

Aus der Historie

Zwischen Köln und Bayreuth gab es bisher 46 Spiele, davon 45 Spiele in der BBL und ein Pokalspiel. Das Spiel am kommenden Sonntag, 11. Januar, ist das erste Zusammentreffen der beiden Standorte in der 2. Liga/Pro A, arbeitete BBC-Vereinshistoriker Dr. Peter-Michael Habermann heraus.

Für Bayreuth stehen 18 Siegen (elf Heim- und sieben Auswärtssiegen) 28 Niederlagen (zwölf Heim- und 16 Auswärtsniederlagen) gegenüber. Zwischen 1976/77 und 1985/86 gelangen Bayreuth in 29 Begegnungen nur vier Heimsiege und der erste Auswärtssieg datiert vom 6. April 1986. In diesem Zeitraum hatten die Wagnerstädter vor allem in der Abstiegsrunde 1978/79, den Meisterschaftsendrunden 1981/82 und 1982/83 sowie der Qualifikationsrunde 1983/84 (mit dem Abstieg Bayreuths in die 2. Liga) jeweils gegen Köln das Nachsehen. Und auch im Playoff-Halbfinale 1985/86 scheiterte man gegen die Domstädter mit 1:2 Siegen. Es gelang nur der bereits erwähnte Auswärtssieg.

Im Playoff-Halbfinale 1987/88 scheiterte die BG Steiner Optik Bayreuth mit 0:2 Siegen gegen den späteren deutschen Meister aus Köln erneut. Der größte Erfolg gelang Bayreuths Korbjägern im Endspiel um den DBB-Pokal am 7. Mai 1988 in der Ludwigsburger Rundsporthalle: Mit 105:88 (50:38) bezwang man den amtierenden deutschen Meister der Jahre 1987 und 1988 BSC Saturn Köln und holte sich den ersten bundesweiten Titel der Vereinsgeschichte. In den beiden Spielzeiten 1988/89 und 1989/90 gewann Bayreuth alle weiteren zehn Begegnungen sowohl in der Hauptrunde als auch im jeweiligen Playoff-Halbfinale!

Der letzte Heimsieg datiert vom 29. April 1990 und liegt fast 36 Jahre zurück. Damals gewann Steiner Bayreuth im Halbfinale der Playoffs mit 102:70 (45:40). Der letzte Auswärtssieg war zwei Tage zuvor (ebenfalls im Playoff-Halbfinale) am 27. April 1990. Steiner gewann mit 112:100 (53:56).

Am Ende der Saison 1989/90 zog sich der zwischenzeitlich nach dem Rückzug seines langjährigen Sponsors (Kaufhof mit der Marke „Saturn”) in Galatasaray Köln umbenannte Verein nach erneuter finanzieller Schieflage aus der 1. Bundesliga zurück. Erst in der Saison 2001/02 tauchte mit Rhein Energy Cologne (ab 2003/04 RheinEnergie Köln) wieder ein Club aus Köln vorübergehend (bis 2009) in der BBL auf. 2006 wurden die Domstädter deutscher Meister und 2004, 2005 und 2007 Pokalsieger.

Info

Das Spiel zwischen den RheinStars Köln und dem BBC Bayreuth wird live auf sporteurope.tv übertragen.


Von Roland Schmidt
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