Normalerweise steigen die beiden Finalisten der Playoffs in der BARMER 2. Basketball-Bundesliga ProA in die BBL auf. In dieser Saison ist dies jedoch anders: Als große Überraschungsmannschaft haben die Bozic Estriche Knights Kirchheim als Tabellen-Sechster der Hauptrunde nämlich das Playoff-Finale erreicht - und die „Ritter” haben keine Lizenzunterlagen für die höchste deutsche Spielklasse eingereicht.
Im Viertelfinale der Playoffs überraschten die Kirchheimer mit einem 3:1-Seriensieg gegen den BBL-Absteiger der Saison 2024/25, die BG Göttingen. Im Halbfinale ging es dann gegen die GIESSEN 46ers, die ihrerseits in der ersten Runde die favorisierten Crailsheim Merlins eliminiert hatten. Nach dem 89:85-Sieg der Kirchheimer in Gießen am gestrigen Freitag Abend steht fest, dass die Knights auch die Halbfinalserie nach anfänglichem 0:1-Rückstand mit 3:1 gewonnen haben und damit ins Finale eingezogen sind. Damit sind sie zwar sportlicher Aufsteiger, erfüllen aber die wirtschaftlichen Voraussetzungen nicht und haben keinen Lizenzantrag gestellt. In der Hauptrunde der ProA hatte der jetzige Finalteilnehmer übrigens zweimal mit 90:99 daheim und mit 83:84 in der Oberfrankenhalle gegen den BBC Bayreuth verloren.
Wie geht es jetzt weiter? Der einzige diesjährige Aufsteiger in die BBL wird damit faktisch am heutigen Samstag, 30. Mai, um 19.30 Uhr in der entscheidenden fünften Playoff-Halbfinalpartie zwischen Phönix Hagen und den Eisbären Bremerhaven ausgespielt. Da Kirchheim nicht aufsteigen kann, wird ein Platz in der BBL frei. Wenn die Gesellschafterversammlung der BBL GmbH zustimmt, was als wahrscheinlich betrachtet wird, kann es zu einem Wildcard-Verfahren kommen.
Eine solche Wildcard ist allerdings nicht gerade billig und kostet mittlerweile 800.000 Euro. Der Tabellen-17. der vergangenen BBL-Saison, die Löwen Braunschweig mit ihrem Hauptgesellschafter, dem NBA-Star Dennis Schröder, haben aber bereits Interesse bekundet, auf diesem Weg in der ersten Liga zu bleiben. „Das Teilnahmerecht an der BBL hat einen hohen Wert, während der Abstieg unkalkulierbare Risiken mit sich bringt”, erklärte hierzu bereits Nils Mittmann, der Geschäftsführer der Braunschweiger.
Somit wird es wohl letztlich mit den Academics Heidelberg nur einen Absteiger aus der BBL und mit Phönix Hagen oder den Eisbären Bremerhaven nur einen Aufsteiger aus der Pro A geben. Fest steht bereits, wer aus der ProB die beiden ProA-Absteiger Uni Baskets Münster und Bayer Giants Leverkusen ersetzen wird. In der kommenden Spielzeit werden die ETB Miners Essen und die Orange Academy aus Ulm in einer Liga mit dem dann dank neuem Namenssponsor in Medikamente per Klick Bayreuth umbenannten Team des BBC in der zweithöchsten deutschen Spielklasse konkurrieren.