15 Siege in 34 Saisonspielen und in der Endabrechnung Tabellenplatz zehn in der BARMER 2. Basketball-Bundesliga ProA – der BBC Bayreuth hat in der zu Ende gegangenen Saison 2025/26 die beste Bilanz und Platzierung in der ProA seit dem Abstieg aus der BBL im Jahr 2023 erreicht. Eng verbunden ist der in der zweiten Saisonhälfte gezeigte Aufwärtstrend mit Headcoach Lukas Hofer, der zusammen mit seinem Assistenten Nils Scheller nach dem 13. Spieltag die Verantwortung als Nachfolger des beurlaubten Florian Wedell für die Mannschaft übernommen hatte.
Während es in den ersten 13 Spielen unter Florian Wedell vier Siege gab, erreichte das Team unter dem 33-jährigen Österreicher Lukas Hofer und dem 26-jährigen Nils Scheller elf Siege aus 21 Partien. Lukas Hofer selbst, der vom Assistant Coach zum Headcoach aufgestiegen war, bilanzierte seine Monate als Headcoach als „super-durchwachsene Zeit“. „Wir haben uns letztlich nach dem Aufschlag am Boden bei der deutlichen Auswärtsniederlage in Leverkusen am 19. Spieltag kontinuierlich nach oben entwickelt. Ich war knapp zwei Jahre hier im Trainerstab, aber Bayreuth ist mir eine zweite Heimat geworden. Ich werde die Stadt, ihre Menschen, die Organisation und die Fans, die eine Klasse-Stimmung in der Halle gemacht haben, immer in meinem Herzen behalten“, erklärte Lucas Hofer nach dem letzten Saisonspiel gegen die VfL SparkassenStars Bochum, das in der Oberfrankenhalle mit 103:88 gewonnen wurde. In jedem Fall ist unstrittig, dass unter dem Duo Hofer/Scheller wieder Stimmung und eine gewisse Euphorie im Bayreuther Basketball entfacht wurde. Fünf der letzten acht Spiele wurden gewonnen, der zunächst akut gefährdete Klassenerhalt wurde frühzeitig nach dem 30. Spieltag eingetütet und die Heimsiege gegen die Playoff-Teams Gießen und Bremerhaven zeigten, wie gut sich die Mannschaft entwickelt hatte.
Entsprechend überrascht waren viele Fans, als der Verein vor dem letzten Saisonspiel bekannt gab, dass für die nächste Spielzeit nicht mehr mit Lukas Hofer als Headcoach geplant wird. „Ohne Zweifel haben Lukas Hofer und Nils Scheller unter äußerst schwierigen Voraussetzungen sehr gute Arbeit geleistet. Wir dürfen unseren Blick aber nicht nur auf das Erreichte richten, sondern müssen die kommenden Herausforderungen in den Fokus nehmen und Entscheidungen treffen, die der langfristigen Entwicklung des Clubs dienen“, begründete BBC-Geschäftsführer Friedrich Hartung. Für den kommenden Sommer zeichne sich ein größerer Umbruch im Kader ab. Vor diesem Hintergrund habe sich der Club bewusst für die Suche nach einem Trainer mit mehr Erfahrung und einem erweiterten Netzwerk entschieden.
Hofer lobte seine Mannen bei seinem emotionalen Abschied als „ein unfassbar geiles Team, das mit seinem Charakter auch unwahrscheinlich einfach zu coachen war. Ich weiß nicht, ob ich das woanders so noch einmal erleben werde“. Der Umbruch im Kader begann bereits am Tag nach dem letzten Saisonspiel, als die Abgänge der deutschen Leistungsträger Small Forward Lenny Liedtke zum BBL-Club ratiopharm Ulm und Center Nat Diallo zu einem Ligakonkurrenten bekannt gegeben wurde. Besonders der 22-jährige Liedtke hatte sich in seinen drei Jahren beim BBC sehr gut entwickelt und wurde zuletzt von den Coaches und Mannschaftskapitänen der Teams zum „Youngster of the Year“ in der ProA gewählt. Zurück bei seinem Ausbildungsverein in Ulm will er jetzt den „nächsten Schritt“ gehen und sich in der ersten Liga etablieren.
Bezeichnend für das Team des BBC in der vergangenen Saison war die hohe Leistungsdichte. Bester Scorer war Moritz Plescher mit im Schnitt 12,6 Punkten. Der 25-jährige Shooting Guard und Team-Captain war jedoch zuletzt verletzt und konnte nur 16 Partien absolvieren. Knapp dahinter folgten Lenny Liedtke mit 12,4 Punkten, Co-Mannschaftskapitän Rayshawn Mart mit 11,9 Zählern, KeVaughn Allen (11,7), Tehree Horn (11,5), sowie die nachverpflichteten Kyle Sturdivant (11,4) und Willem Brandwijk (10,8 Punkte). Eine Entdeckung der Saison war auch der 24-jährige Cantia Rahming, der mit 6,8 abgegriffenen Bällen im Schnitt Top-Rebounder des BBC-Teams wurde, dicht gefolgt von Willem Brandwijk mit 6,7 Rebounds im Schnitt.
Verlassen konnte sich der BBC in der vergangenen, von Auf und Ab geprägten Saison, stets auf seine treuen Fans. 2.382 Zuschauer kamen im Schnitt zu den 17 Heimspielen, die 3.050 Besucher fassende Oberfrankenhalle war damit im Schnitt mit 78 Prozent ausgelastet. Innerhalb der ProA steht der BBC Bayreuth in der Zuschauerstatistik auf Rang sieben – aber nur durchschnittlich um 80 Zuschauer hinter dem Zweiten BG Göttingen. Das meiste Zuschauerinteresse der Liga erregte übrigens Phoenix Hagen mit im Schnitt 3.073 Fans, die in die dortige Ischelandhalle pilgerten.
Die kommende Off-Season beim BBC, der ab der kommenden Saison mit „Medikamente per Klick“ einen Namenssponsor hat, wird sicherlich sehr interessant werden. Es bleibt abzuwarten, wie sich unter dem neuen Trainer, dem Niederländer Vincent van Sliedregt, die Zusammenstellung des neuen Teams gestalten wird – und wie viele der Spieler der vergangenen Saison weiterhin eine Zukunft in Bayreuth haben. Neben Moritz Plescher und Leroy Ikejiaku, die beide noch einen Vertrag für die kommende Saison haben, steht mittlerweile auch fest, dass Center Taje Kelly bleibt, der nach einer schweren Verletzung, die ihn die gesamte vergangene Saison gekostet hat, in Bayreuth neu durchstarten will.
Wirtschaftlich steht der Bayreuther Basketball-Zweitbundesligist jedenfalls ordentlich da, Geschäftsführer Friedrich Hartung erklärte erst kürzlich, dass man in der kommenden Saison „das erste Mal seit dem BBL-Abstieg 2023 von Anfang an mit einem ausgeglichenen Etat starten und sich nach oben arbeiten“ könne. Von daher dürfen das gesamte Umfeld und die vielen begeisterungsfähigen Fans auf die Ende September startende neue Spielzeit gespannt und voller Vorfreude sein.