BAYREUTH.Ein außergewöhnliches Opernprojekt macht Station in Bayreuth: Am Sonntag, 24. Mai, wird Richard Wagners „Götterdämmerung“ um 16 Uhr konzertant im Großen Saal des Friedrichsforum aufgeführt. Die Aufführung erfolgt in historischer Aufführungspraxis und ist Teil des internationalen Projekts „The Wagner Cycles“ der Dresdner Musikfestspiele unter der künstlerischen Gesamtleitung von Jan Vogler und Kent Nagano.
Was 2023 mit dem „Rheingold“ begann und über „Die Walküre“ sowie „Siegfried“ fortgeführt wurde, findet nun mit der „Götterdämmerung“ seinen Abschluss. Das Projekt gilt bereits jetzt als wegweisend für die Wagner-Interpretation. Grundlage ist die intensive Zusammenarbeit mit einem internationalen Wissenschaftsteam, das historische Quellen, Instrumente und Aufführungspraxis erforscht.
Die Aufführungsreihe ist nur an wenigen Orten zu erleben – darunter Dresden, Hamburgs Elbphilharmonie, Köln, Paris, das Lucerne Festival und Bayreuth. Publikum und Kritik reagierten bislang begeistert. Die „New York Times“ nahm die konzertante „Walküre“ aus dem Amsterdamer Concertgebouw in ihre Liste der weltweit besten Aufführungen des Jahres 2024 auf.
Gelobt werden insbesondere der transparente Orchesterklang und die sprachliche Präzision der Sängerinnen und Sänger. Für die „Götterdämmerung“ wirkt zudem der eigens gegründete Dresdner Festspielchor der Richard-Wagner-Akademie mit. Die „Neue Zürcher Zeitung“ sprach bereits von einem „Meilenstein“ und einem „neuen Kapitel der Wagner-Interpretation“.
Einführungsmatinée beleuchtet historische Aufführungspraxis
Bereits am Vormittag lädt das Friedrichsforum gemeinsam mit dem Forschungsinstitut für Musiktheater der Universität Bayreuth zu einer Einführungsmatinée in den Balkonsaal ein. Unter dem Titel „Weisst du, wie das war?“ werden ab 11 Uhr die wissenschaftlichen Grundlagen der historischen Aufführungspraxis vorgestellt.
Im Mittelpunkt stehen unter anderem die historische Bühnenaussprache, Gesangs- und Deklamationsstile des 19. Jahrhunderts, rekonstruiertes „Bühnendeutsch“ der Wagner-Zeit sowie historische Instrumente und Spieltechniken. Auch gesellschaftliche Themen wie Genderfragen und Wagners Antisemitismus werden aufgegriffen.
Moderiert wird die Matinée von Dominik Frank. Mitwirkende sind Sophia Feulner sowie Lluc Solés Carbó. Studierende der Universität Bayreuth präsentieren zudem praktische Beispiele aus dem Projekt.
Einführungsmatinée „Weisst du, wie das war?“
Sonntag, 24. Mai ,11 Uhr. Balkonsaal, Friedrichsforum Bayreuth. Eintritt: frei.
„Götterdämmerung“ – konzertante Aufführung
Sonntag, 24. Mai,16 Uhr
Großer Saal, Friedrichsforum Bayreuth
Leitung: Jan Vogler und Kent Nagano