Veröffentlicht am 18.05.2026 13:59

Der Klang von Wahnfried lebt weiter

Bei der Präsentation begeisterte Michael Wessel mit eindrucksvollen Interpretationen aus den Wagner-Opern. (Foto: gmu)
Bei der Präsentation begeisterte Michael Wessel mit eindrucksvollen Interpretationen aus den Wagner-Opern. (Foto: gmu)
Bei der Präsentation begeisterte Michael Wessel mit eindrucksvollen Interpretationen aus den Wagner-Opern. (Foto: gmu)
Bei der Präsentation begeisterte Michael Wessel mit eindrucksvollen Interpretationen aus den Wagner-Opern. (Foto: gmu)
Bei der Präsentation begeisterte Michael Wessel mit eindrucksvollen Interpretationen aus den Wagner-Opern. (Foto: gmu)

Ein Stück Musikgeschichte hat seinen Platz in Haus Wahnfried zurückerhalten. Richard Wagners berühmter Steinway-Flügel ist nach monatelanger Restaurierung wieder im Richard Wagner Museum zu sehen – und vor allem zu hören. Die geladenen Gäste konnten sich jetzt erstmals selbst vom neuen alten Klang überzeugen.

Für den musikalischen Rahmen sorgte Michael Wessel, Professor für Klavierspiel, Liedbegleitung und Methodik an der Hochschule für evangelische Kirchenmusik Bayreuth. Mit feinfühligen Interpretationen aus Wagner-Opern ließ er erahnen, wie Franz Liszt einst in Wahnfried gespielt haben könnte. Der Klang wirkte weich, warm und überraschend transparent – weit entfernt vom brillanten Ton moderner Konzertflügel.

Museumsdirektor Sven Friedrich freute sichg bei der Vorstellung dass die Restaurierung im Jahr des 150-jährigen Jubiläums der Bayreuther Festspiele und des 50-jährigen Bestehens des Museums, abgeschlossen werden konnte. Der historische Steinway-Flügel war Richard Wagner 1876 von Steinway & Sons New York als Ehrengeschenk zu den ersten Bayreuther Festspielen überreicht worden. Seitdem gehört das Instrument zu den bedeutendsten Erinnerungsstücken in Haus Wahnfried.

Ein Flügel mit Geschichte
Der Flügel stand wechselweise im Salon und in der Halle von Wahnfried. Beim Bombentreffer auf das Haus im Jahr 1945 blieb das Instrument erhalten. Nach den Kriegsjahren kehrte es schließlich wieder an seinen ursprünglichen Ort zurück.

Eng verbunden ist der Flügel mit Franz Liszt, der häufig in Wahnfried musizierte. Tochter Cosima Wagner soll darüber nicht immer begeistert gewesen sein. Sven Friedrich zitierte schmunzelnd eine überlieferte Bemerkungvon ihr: Liszt möge „aufhören, seinen katholischen Weihrauch auf dem Flügel zu spielen“.

Über Jahrzehnte blieb das Instrument weitgehend unangetastet. Erst später wurde es regelmäßig bei Konzerten eingesetzt. Doch Zeit, Klima und frühere Reparaturen hinterließen Spuren. Moderne Bauteile aus früheren Restaurierungen hatten den ursprünglichen Klang verändert

Rückkehr zum historischen Klang
Die Arbeiten übernahm schließlich das Atelier Chris Maene im belgischen Ruiselede – ein international anerkanntes Spezialatelier für historische Flügel. Dort wurde das Instrument vollständig zerlegt und mit großer Sorgfalt restauriert. Resonanzboden, Saiten, Stege und Mechanik wurden nach historischen Vorbildern überarbeitet oder erneuert.
„Das Ziel war nicht einfach, einen schönen alten Flügel zu liefern, sondern hörbar zu machen, wie ein Konzertflügel zu Wagners Zeiten wirklich klang“, lässt das Atelier Maene in einer Stellungnahme verlauten.

Besonderen Wert legten die Restauratoren darauf, die sichtbaren Gebrauchsspuren zu erhalten. Der Flügel sollte nicht wie ein neues Instrument wirken, sondern seine Geschichte weiterhin zeigen.

Rund 41.000 Euro kostete die Restaurierung. Finanziert wurde sie durch eine anonyme Spende. Für das Richard Wagner Museum kommt die Rückkehr des Instruments genau zum richtigen Zeitpunkt: Im Jubiläumsjahr „150 Jahre Bayreuther Festspiele“ und „50 Jahre Richard Wagner Museum“ soll der Flügel bei mehreren Konzerten wieder erklingen: Zu hören bei zahlreichen Konzerten des Richard Wagner Museums während der Festspielzeit.


Von Gabriele Munzert
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