BAYREUTH.Mit rund 500 Mitgliedern zählt der Richard-Wagner-Verband Bayreuth zu den großen und aktiven Wagner-Verbänden. Die Altersspanne der Mitglieder reicht von 18 bis 80 Jahren – ein Querschnitt, der sich auch im ambitionierten Jahresprogramm widerspiegelt. 2026 steht ganz im Zeichen des Jubiläums: 150 Jahre Festspielgeschichte.
Die Vorbereitung sei anspruchsvoll gewesen, sagte der stellvertretende Vorsitzende Stefan Specht. Gemeinsam mit dem neuen Vorsitzenden Peter Leonhardt und Vorstandsmitglied Gert-Dieter Meier stellte er das Programm bei einem Pressegespräch vor. „Das Jubiläum verpflichtet“, so der Tenor – und entsprechend dicht ist das Programm.
Der Auftakt fällt auf den 13. Februar, den 143. Todestag von Richard Wagner. Am Grab des Komponisten wird ein Kranz niedergelegt, begleitet von Musik und Grußworten. Am 27. Februar folgt im Liszt-Saal der Städtischen Musikschule ein Vortrag von Markus Kiesel über Wagners Frühwerk „Rienzi“. Das Bayreuther Debüt der Oper sorgt bereits im Vorfeld für Diskussionen.
Ein Schwerpunkt liegt auf der vierteiligen Reihe „Verstehen und verstanden werden – eine Hörgeschichte der Bayreuther Festspiele“. Referent ist der Musikwissenschaftler Stephan Mösch, Professor an der Hochschule für Musik Karlsruhe. Anhand von Klang- und Bildbeispielen zeichnet er Entwicklungslinien der Bayreuther Festspiele nach – von Werkstattgedanken bis zu aktuellen Kontroversen. Die Abende im Landrätesaal der Regierung von Oberfranken widmen sich unter anderem dem dramatischen Gesang, Neu-Bayreuth und der Dauerfrage des Regietheaters.
Im Mai rücken Geschichte und Politik in den Fokus: Der Historiker Bernd Buchner liest aus seinem aktualisierten Sachbuch „Wagners Welttheater“. Die Lesungen sind auch für Schülerinnen und Schüler geöffnet. Musikalisch wird es am 21. Juni, wenn sich sechs Stipendiaten des Verbands in der Musikschule präsentieren.
Zwei Höhepunkte setzen besondere Akzente. Am 12. Juli gastiert der französische Starorganist Vincent Dubois mit „Orgel meets Wagner“ in der Stadtkirche Bayreuth – in Kooperation mit Musica Bayreuth. Internationales Format hat auch der Gesangswettbewerb für Wagner-Stimmen: Semifinale und Finale finden erstmals in Bayreuth statt, das Abschlusskonzert am 11. August im Friedrichsforum Bayreuth. Dirigiert wird von Axel Kober, Juryvorsitzende und Schirmherrin ist Katharina Wagner. Dotierte Preise und internationale Resonanz unterstreichen den Anspruch, den Wettbewerb dauerhaft in Bayreuth zu verankern.
Zur Festspielzeit lädt zudem die Richard-Wagner-Stipendienstiftung zum Internationalen Stipendiatenkonzert ein. In Kooperation mit dem Partnerverband aus La Spezia wird am 21. August eine musikalische Ausstellung zu „Progetto Vaccarone“ gezeigt – ein Dialog von Bild und Klang mit Blick von außen auf das Jubiläum.
Weitere Programmpunkte führen nach Haus Wahnfried, wo am 18. September der Pianist Simon Haje unter dem Titel „Traumtänzer“ gastiert, sowie zu einem historischen Vortrag von Frank Piontek über die Anfänge der Festspiele 1876. Den musikalischen Schlusspunkt setzt am 29. November ein Konzert von Terzo Brass in der Stadtkirche Bayreuth.
Ein Programm mit Anspruch – und mit dem erklärten Ziel, Wagner in Bayreuth lebendig, vielstimmig und offen zu halten.
Weitere Infos und Tickets: www.rwv-bayreuth.de oder an der Abendkasse.