Veröffentlicht am 08.07.2026 10:10

Depot schließt – wer folgt nach?

Depot schließt! Eine Herausforderung für den Eigentümer und die Innenstadt. (Foto: gmu)
Depot schließt! Eine Herausforderung für den Eigentümer und die Innenstadt. (Foto: gmu)
Depot schließt! Eine Herausforderung für den Eigentümer und die Innenstadt. (Foto: gmu)
Depot schließt! Eine Herausforderung für den Eigentümer und die Innenstadt. (Foto: gmu)
Depot schließt! Eine Herausforderung für den Eigentümer und die Innenstadt. (Foto: gmu)

BAYREUTH. Beste Lage, große Schaufenster, Rolltreppe, rund 1.400 Quadratmeter Verkaufsfläche. Was lange als Premium-Standort mitten in der Innenstadt galt, ist heute längst kein Selbstläufer mehr. Mit der Schließung der Depot-Filiale verliert Bayreuth einen Frequenzbringer – vor allem dann, wenn nicht zeitnah ein Nachmieter gefunden wird.

Nach Angaben einer Mitarbeiterin schließt Depot spätestens am 25. Juli. Sollte der Räumungsverkauf schneller abgeschlossen sein, könnten die Türen bereits früher dauerhaft geschlossen werden.

Eigentümer der Immobilie ist die Ingolstädter Digivest GmbH & Co. KG, ein Unternehmen der Stiefel-Gruppe, die bundesweit Gewerbeimmobilien entwickelt und verwaltet. Dort läuft die Suche nach einem Nachmieter bereits auf Hochtouren.

„Wir sind ziemlich aktiv, unser Netzwerk glüht. Der Kontakt mit den üblichen Filialisten für Innenstadtlagen ist geknüpft,“ sagt der zuständige Asset Manager im Gespräch mit unserer Redaktion. Gesucht werde ein langfristig seriöser Mieter aus den Bereichen Textil oder Living. Doch viele Handelsunternehmen agieren deutlich vorsichtiger als noch vor einigen Jahren. „Das Gebäude ist modern und in einem sehr guten Zustand. Deshalb sind wir zuversichtlich,“ so der Asset Manager.

Ein Selbstläufer dürfte die Vermietung dennoch nicht werden. Viele Handelsketten verkleinern ihre Filialen, setzen auf kompaktere Konzepte oder konzentrieren sich auf wenige Top-Stand-orte. Verkaufsflächen mit rund 1.400 Quadratmetern auf zwei Ebenen gehören heute zu den schwierigen Objekten im innerstädtischen Einzelhandel. Hinzu kommt: Viele der klassischen Filialisten sind in Bayreuth bereits vertreten. Die Zahl potenzieller Interessenten ist entsprechend überschaubar.

Im Gebäude Maximilianstraße 62 befand sich jahrzehntelang eine Filiale der Sparkasse Bayreuth. Nach einem Abriss und anschließendem Neubau im Jahr 2008, zog die Buchhandelskette
Hugendubel als Ankermieter ein. Als sich das Unternehmen 2015 aus Bayreuth zurückzog, übernahm Depot die Fläche. Nun steht bereits zum zweiten Mal innerhalb von zehn Jahren die Suche nach einem Nachmieter an.

Ein längerer Leerstand wäre weit mehr als ein optisches Problem. Große Geschäfte sind Frequenzbringer. Sie ziehen Kunden in die Innenstadt und sichern Laufkundschaft für benachbarte Händler, Cafés und Restaurants. Fällt ein solcher Anziehungspunkt weg, leidet häufig das gesamte Umfeld.

Brisant wird die Entwicklung mit Blick auf einen weiteren Händeler in der Innenstadt. Die Bayreuther Galeria-Filiale stand bei den vergangenen Sanierungen des Warenhauskonzerns mehrfach auf der Kippe. Bislang blieb der Standort Bayreuth von Schließrunden verschont. Eine Garantie für die Zukunft gibt es jedoch nicht.

Sollte neben der Depot-Fläche tatsächlich eines Tages auch Galeria mit rund 8.000 Quadratmetern Verkaufsfläche zur Disposition stehen, stünde die Innenstadt vor einer völlig neuen Dimension des Strukturwandels. Ein solcher Doppel-Leerstand würde den Einzelhandel und die Attraktivität rund um den Markt nachhaltig beeinträchtigen. Häufen sich Leerstände an prominenten Stellen, entsteht bei Besuchern schnell der Eindruck einer Innenstadt im Niedergang – unabhängig davon, wie viele Geschäfte tatsächlich noch geöffnet sind.


Von Gabriele Munzert
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