Der Haupt- und Finanzausschuss des Bayreuther Stadtrats hat in seiner Sitzung am Mittwoch, 17. Juni 2026, ein reduziertes Programm für das Jubiläum „150 Jahre Bayreuther Festspiele“ beschlossen.
Damit können das ursprünglich im Rahmen der abgesagten Festmeile geplante Konzert der Hofer Symphoniker unter der Leitung von Lukas Geppert sowie die Chorserenade dennoch stattfinden. Beide Veranstaltungen werden in die Bayreuther Stadtkirche verlegt.
Oberbürgermeister Dr. Andreas Zippel erläuterte die Hintergründe der Entscheidung. Nach den Förderanträgen beim Kulturfonds Bayern und der Oberfrankenstiftung im Jahr 2025 sowie den vom Stadtrat beschlossenen Eigenmitteln war das Kulturreferat von einem Gesamtbudget von rund 1,47 Millionen Euro für das Festival150 ausgegangen. Davon hatte der Haupt- und Finanzausschuss bereits im Dezember 2025 und im April 2026 rund 461.000 Euro für externe Förderprojekte von Vereinen und Kulturschaffenden bewilligt. Diese Zusagen bleiben bestehen. Das verbleibende Budget von etwa einer Million Euro war für das Festivalprogramm vorgesehen.
Bei der Prüfung der Unterlagen nach der kommissarischen Übernahme des Kulturreferats stellte sich jedoch heraus, dass Fördermittel des Kulturfonds Bayern und der Oberfrankenstiftung in Höhe von rund 344.000 Euro ausschließlich für Veranstaltungen im Friedrichsforum bewilligt worden waren. Diese Mittel waren gleichzeitig auch für weitere Projekte des Festival150 eingeplant worden. Nach aktuellem Kenntnisstand entstand dadurch eine Finanzierungslücke von etwa 344.000 Euro.
Um diese Lücke zu verringern, wurden laut Oberbürgermeister zunächst jene Projekte gestrichen, für die weder Stadtratsbeschlüsse noch vertragliche Verpflichtungen bestanden. Dadurch konnte das Defizit nach seinen Angaben bereits um rund 224.000 Euro reduziert werden.
Vor diesem Hintergrund beschloss der Haupt- und Finanzausschuss in seiner jüngsten Sitzung zusätzlich die Absage der bereits beauftragten Projekte Drohnenshow, Street-Art-Ring und Lange Nacht der Kultur. Nicht betroffen ist die Aufführung des „Fliegenden Holländers“ im Stadtbad durch die Naturbühne Trebgast.
„Die Entscheidung, einzelne Veranstaltungen des städtischen Jubiläumsprogramms zu streichen, hat sich der Haupt- und Finanzausschuss nicht leichtgemacht. Sie war aber im Sinne einer verantwortungsvollen Haushaltspolitik unumgänglich“, erklärte Dr. Andreas Zippel.
Zugleich betonte der Oberbürgermeister, dass das Jubiläumsprogramm „150 Jahre Bayreuther Festspiele“ weit mehr umfasse als die nun abgesagten Veranstaltungen. Über das gesamte Jahr 2026 hinweg seien zahlreiche kulturelle Veranstaltungen geplant. Als Beispiele nannte er das RiWa-Straßenfest Ende Mai sowie Angebote in den städtischen Museen, im Friedrichsforum, im Richard-Wagner-Museum und im RW21 Kultur- und Bildungszentrum. Hinzu kommen zahlreiche Projekte, die von Bayreuther Kulturträgern organisiert werden.