Veröffentlicht am 10.02.2026 14:41

Wenn der Job gleich ein Zuhause mitbringt

Foto: jm
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Die Klinikum Bayreuth GmbH schafft neuen Wohnraum für ihre Beschäftigten. Im ehemaligen Seniorenheim Matthias-Claudius am Geschwister-Scholl-Platz 1 sind 112 möblierte Apartments entstanden. Sie werden als Werkswohnungen genutzt. Die ersten Mitarbeitenden sind bereits eingezogen.

Geschäftsführer Dietmar Pawlik präsentierte es gemeinsam mit Baudirektorin Sonja Pöhlmann und Projektleiterin Nicole Embacher. Auch Oberbürgermeister Thomas Ebersberger und Landrat Florian Wiedemann begrüßten das Vorhaben. Beide sehen darin ein wichtiges Signal für den Arbeitsmarkt und den Standort Bayreuth.

Für Pawlik war die Entscheidung klar. Das Gebäude sei kurzfristig verfügbar gewesen, liege zentral und habe eine gute Anbindung. Innenstadt, Klinikum, Hohe Warte und Pflegeschulen seien gut erreichbar. Vor allem aber habe die Raumstruktur gepasst. Mit überschaubaren Mitteln entstehe so in kurzer Zeit ein attraktives Angebot. Ziel sei es, das Klinikum als Arbeitgeber weiter zu stärken.

Der Bedarf ist groß. Die Zahl der Pflegekräfte ist seit 2019 deutlich gestiegen. Heute arbeiten mehr als 1.000 Pflegekräfte im Klinikum. Die Zielmarke liegt noch höher. Viele neue Mitarbeitende finden jedoch keinen Wohnraum. Pawlik bringt es auf den Punkt: Personal sei da – Wohnungen oft nicht. Das sei kein reines Bayreuther Problem, beschäftige das Klinikum aber stark.

Die neuen Apartments sollen Abhilfe schaffen. Jedes verfügt über Dusche, WC und eine kleine Küchenzeile. Die Mieten sollen für Pflegekräfte bezahlbar bleiben. Das Projekt ist langfristig angelegt.

Gedacht ist das Angebot für alle Beschäftigten. Fachkräfte aus dem Inland können kurzfristig einziehen – dauerhaft oder übergangsweise. Auch Auszubildende profitieren. Viele kommen aus 30 bis 40 Kilometern Entfernung. Lange Wege seien für junge Menschen schwer zumutbar. Eine Wohnung nahe am Arbeitsplatz erleichtere den Start deutlich.

Ein besonderer Fokus liegt auf internationalen Fachkräften. Arbeits- und Mietvertrag aus einer Hand vereinfachen den Einstieg. Das gemeinschaftliche Wohnen fördert den Austausch von Beginn an.

Oberbürgermeister Thomas Ebersberger erinnert an die Vorgeschichte des Gebäudes. Das frühere Pflegeheim habe aus wirtschaftlichen und baurechtlichen Gründen nicht weitergeführt werden können. Leerstand drohte. Die neue Nutzung gebe dem Haus wieder Sinn. Trotz vieler Eigentümer sei es gelungen, tragfähige Konditionen zu schaffen. Auch Nebenräume könnten genutzt werden, etwa für Fortbildungen. Das Gebäude sei damit langfristig gesichert.

Landrat Florian Wiedemann ordnet das Projekt strategisch ein. Der Wettbewerb um Fachkräfte werde härter. Wer bestehen wolle, müsse mehr bieten. Wohnraum sei ein zentraler Baustein, um Mitarbeitende zu gewinnen und zu halten. Die Umwandlung des Matthias-Claudius-Heims passe genau in dieses Konzept.

Für Pawlik ist klar: Ankommen und Bleiben hängen auch vom Umfeld ab. Das Wohnprojekt bringe Menschen verschiedener Alters- und Berufsgruppen zusammen. Es mache Bayreuth und das Klinikum attraktiver. Das Ziel sei, dass Mitarbeitende nicht nur kommen – sondern bleiben. In der Klinik, in der Stadt und in der Region.


Von Jessica Mohr
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